25.03.2026
AUSBAU

Reploid: Welser Scaleup will Belegschaft nach 2025 dieses Jahr erneut verdoppeln

Von 50 auf 109 Mitarbeiter:innen wuchs Reploid im vergangenen Jahr. Mit neuen Standorten soll der Kurs 2026 fortgesetzt werden.
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Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz

An Ambition mangelte es dem auf den Bau von Mastanlagen für Insekten spezialisierten oberösterreichischen Scaleup Reploid schon bislang nicht. Vergangenes Jahr ging das Unternehmen gerade einmal vier Jahre nach der Gründung an die Wiener Börse (brutkasten berichtete). Im weiteren Jahresverlauf folgten ein Lebensmittelriese als Neukunde und eine Millionenfinanzierung. Zuletzt sorgte das Scaleup mit mehreren Personalien und der Eröffnung einer großen Anlage in Bayern für brutkasten-Schlagzeilen.

Von 50 auf 109 Mitarbeitende im Vorjahr

Währenddessen wuchs auch der Personalstand des Unternehmens deutlich. „Zu Beginn des Jahres 2025 beschäftigte die Gruppe 50 Personen, bis Jahresende waren es bereits 109 Mitarbeitende“, heißt es in einer aktuellen Aussendung. Und es soll auch dieses Jahr so weitergehen. Die Reploid-Gruppe plane eine erneute Verdoppelung der Belegschaft. Dazu übersiedelten zuletzt sowohl das Headquarter in Wels (Oberösterreich) als auch das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Deutschland an neue Standorte.

Platz für 150 Personen im neuen Headquarter in Wels

In Wels waren Ende 2025 rund 60 Personen beschäftigt. Die neuen Büroräumlichkeiten würden Platz für bis zu 150 Personen bieten, heißt es von Reploid. Man setze dabei „auf ein Activity-Based-Working-Konzept, bei dem verschiedene Zonen für Fokusarbeit, Austausch, Kreativität oder vertrauliche Gespräche zur Verfügung stehen“. Zudem verfolge man ein „New-Work-Konzept, bei dem der Mensch mit seinen Bedürfnissen nach Sinn, Selbstbestimmung und Entwicklung im Mittelpunkt steht“.

2.500-m²-Forschungsstandort in Leipzig

In Deutschland erfolgte die Erweiterung des Forschungs- und Entwicklungsstandorts innerhalb des Bundeslands Sachsen von Pegau, wo weiterhin zehn Personen tätig sind, in die nahe gelegene Großstadt Leipzig, wo man nun Platz für 60 Mitarbeiter:innen habe. „In diesem ‚Global Innovation Center‘ schafft Reploid Raum für Forschungskooperationen sowie die praxisnahe Entwicklung neuer Futterrezepturen“, heißt es vom Scaleup. Auf mehr als 2.500 m² Hallenfläche bietet der Standort unter anderem Laborflächen. Man schaffe „umfassende Möglichkeiten für technische Weiterentwicklungen und die Gewinnung von Junglarven der Schwarzen Soldatenfliege nach dem neuesten Stand der Technik“.

Upcycling von Lebensmittel- und Landwirtschafts-Abfällen

Diese Junglarven werden anschließend in den dezentralen Insektenmastanlagen („ReFarmUnits“) der Kunden eingesetzt. In den modularen Anlagen werden Reststoffe der regionalen Lebensmittel-Wertschöpfungskette verarbeitet. Die Larven selbst liefern dann Proteine und Fette, etwa für die Tierfuttermittelindustrie. Aus dem Insektenfrass stellt das Unternehmen organischen Dünger her.

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Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller
Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller

Im KI-Boom werden immer mehr Server benötigt und diese produzieren viel Wärme. Die Abwärme zum Heizen zu benutzen, liegt also auf der Hand, ein großer Einwand ebenso: Der Bedarf an Heizwärme unterliegt für gewöhnlich starken saisonalen Schwankungen, jener an Rechenleistung nicht. Das Innsbrucker Startup Serwas Technologies will diese Diskrepanz mit seinem System auflösen – brutkasten berichtete erst im September über ein Pre-Seed-Investment für das Unternehmen.

„Wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die entstehende Wärme direkt gebraucht wird“

„Wir wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die entstehende Wärme direkt gebraucht wird. Gerade Schwimmbäder sind dafür besonders interessant, weil sie das ganze Jahr über einen hohen Wärmebedarf haben“, erklärt Serwas-Mitgründer Timo Berkmann. Das Startup kann so gleichzeitig Abwärme an Projektpartner und Rechenleistung an externe Unternehmen verkaufen.

Das Innenbecken im StuBay im Tiroler Stubaital | (c) StuBay

In einem Hallenbad in Innsbruck läuft das System bereits. Nun wurde mit dem Freizeitcenter StuBay im Tiroler Stubaital ein weiterer Partner präsentiert. Noch vor Jahresende sollen erste Server in der Anlage aufgebaut und in die bestehende Gebäudetechnik eingebunden werden. Die eigens entwickelte Kühltechnologie ermögliche es, die entstehende Abwärme mit Temperaturen von bis zu 70 °C nutzbar zu machen, ohne dass dafür eine zusätzliche Wärmepumpe benötigt werde, heißt es vom Startup.

Schrittweiser Ausbau im StuBay geplant

Nach der ersten Anbindung gemeinsam mit anderen beteiligten Fachunternehmen soll beim System im StuBay dann ein schrittweiser Ausbau erfolgen, „der sich am Wärmebedarf und den technischen Möglichkeiten des Freizeitcenters orientiert“. Mit dem weiteren Ausbau wolle man einen wachsenden Beitrag zur Wärmebereitstellung leisten.

Nach der erwähnten Pre-Seed-Finanzierung über knapp 300.000 Euro durch Gateway Ventures, Business Angels aus dem Pioneers Club und das MCI Innsbruck will Serwas zudem weiteres Kapital aufnehmen: Aktuell läuft eine Crowdinvestingkampagne des Startups.

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