04.08.2025
REMOVE.TECH

remove.tech: Wiener Startup entwickelt KI-Lösung für Copyright-Verletzungen

Remove.tech spürt digitale Marken- und Content-Verletzungen auf und erreicht mit seiner Lösung einen Annual Recurring Revenue (ARR) von einer Million Euro innerhalb von zwei Jahren.
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Co-Founder Roland Götz und Thomas Kohler. (c) Remove.tech

Roland Götz und Thomas Kohler haben ein Problem erkannt und eine Lösung dafür entwickelt: Markenverletzungen im Internet. Roland Götz kommt ursprünglich aus dem Marketingbereich und gründete 2016 eine Marketingagentur für Content Creator und Influencer. Eines der Probleme, auf die sie dabei gestoßen sind, waren gestohlene Produkte wie Fotos, Videos und andere Inhalte.

„Ich habe damals nach einer bestehenden Lösung im Internet gesucht – aber außer einer russischen Software nichts gefunden. 2023 habe ich mir dann gedacht: Ich baue das einfach selbst“, erklärt Roland Götz.

So funktioniert Remove.tech

Remove.tech spürt Markenverletzungen digital auf, scannt sämtliche Social-Media-Plattformen und Marktplätze und übermittelt die Ergebnisse an ein zentrales „Detection Center“. Mithilfe von KI werden die Ergebnisse anschließend verifiziert.

„Wir schicken dann eine anwaltlich formulierte Email an die betroffene Firma oder Person, in dem wir die Urheberrechtsverletzung darlegen und um Entfernung der Inhalte bitten. Bei Nichtbeachtung drohen rechtliche Konsequenzen“, erklärt Götz.

Organisches Wachstum ohne externe Investments

Mit diesem Konzept konnten die beiden Gründer laut eigenen Angaben seit 2023 rund 90.000 Euro Umsatz pro Monat erzielen, was einem Annual Recurring Revenue (ARR) von rund 1,1 Millionen Euro entspricht würde – und das ohne externe Investments oder Förderungen.

„Geld war uns nie so wichtig. Die Firma trägt sich von selbst gut und ist profitabel. Mit diesem Umsatz werden wir organisch weiterwachsen“, so Götz.

Auch für die Zukunft sind große Pläne vorgesehen: „Wir wollen bis 2026 den Umsatz verdoppeln und das Produkt weiter ausbauen. Unser Ziel ist es, Marktführer in diesem Bereich zu werden. Dafür planen wir auch neue Developer einzustellen, um die KI gezielt weiterzuentwickeln“, sagt Götz.

Laut ihm soll noch in diesem Jahr ein Jahresumsatz von 1,5 Millionen Euro erreicht werden. Im nächsten Jahr werden mehr als 2,5 Millionen Euro erwartet.

Preismodell und geplante Erweiterungen

Für eine monatliche Gebühr ab 199 US-Dollar übernimmt Remove.tech für seine Kund:innen die dauerhafte Entfernung von kopierten Inhalten. Derzeit können Inhalte bei Meta, TikTok, Reddit, YouTube, Telegram, Twitter, Google, Yahoo und Bing sowie auf Websites gelöscht werden.

Die Plattform löscht nicht nur Inhalte in sozialen Netzwerken, sondern auch gefälschte Produkte auf Amazon, AliExpress und eBay. Zudem sind ein Monitoring von Domains gegen Cybersquatting sowie eine Überwachung des Darknets bereits Teil individueller Kundenlösungen und werden künftig noch weiter ausgebaut.

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Das fonio.ai Team © fonio.ai

fonio.ai, die Wiener Plattform für KI-gestützte Kundenkommunikation, hat nach eigenen Angaben binnen zwölf Monaten die Marke von 10 Millionen Dollar an jährlich wiederkehrendem Umsatz (ARR) überschritten. Damit zählt das 2024 von Daniel Keinrath und Matthias Gruber gegründete Unternehmen laut eigenen Angaben zu den am schnellsten wachsenden KI-Startups Europas. Der Meilenstein folgt auf eine Seed-Runde über 17 Millionen Dollar, die fonio.ai im Juni 2026 unter Führung von 20VC bei einer Bewertung von 140 Millionen Dollar abschloss.

Eine „Fully Loaded CAC Payback Time“ als Geheimrezept

CEO und Mitgründer Daniel Keinrath begründet das Tempo im Gespräch mit brutkasten unter anderem mit einer internen Grundregel: „Wir machen extrem viel Zeugs manuell und repetitiv, bis wir merken, das können wir automatisieren und dann automatisieren wir es richtig“, so Keinrath. Neue Produkte würden zudem gemeinsam mit Kund:innen entwickelt, statt sie fertig zu bauen und erst danach zu verkaufen.

Ausschlaggebend für die aktuelle Investitionsstrategie sei eine Kennzahl: Die „Fully Loaded CAC (Customer Acquisition Cost) Payback Time“. Also die Zeit, bis sich die Kosten für die Kund:innen-Akquise amortisieren, wobei neben den reinen Werbekosten auch Activation-Kosten, Churn und Marge eingerechnet werden, liege laut dem Gründer bei fonio.ai konstant unter zwölf Monaten. Solange das der Fall sei, wolle man das frische Kapital so schnell wie möglich in Produkt, Marketing und Sales stecken: „Ich versuche tatsächlich im Moment so viel Geld auszugeben wie möglich, weil alles andere wäre im Moment irrational“, so Keinrath.

Neue Standorte in Europa und den USA

Nach zehn Märkten, in denen fonio.ai bereits aktiv ist, sollen im September physische Büros in Barcelona und Warschau folgen. Noch heuer sollen laut Keinrath London und München dazukommen, abhängig von der Entwicklung des US-Geschäfts womöglich auch ein Standort an der US-Ostküste, etwa in New York.

„Irgendwann wird es uns fett auf die Schnauze hauen“

Auf die Frage, ob das Wachstum so weitergehen könne, entgegnet Keinrath, man hätte die Risiken auf alle Fälle am Schirm. Intern rät Keinrath zu Vorsicht: „Irgendwann wird es uns fett auf die Schnauze hauen“, sagt er lachend. Man wolle daher innerhalb des Wachstums Risiken minimieren und keine Firma mit unkontrolliertem Kund:innen-Verlust aufbauen. Langfristig rechnet Keinrath mit einer Marktkonsolidierung, vergleichbar mit der Entwicklung im Telekommarkt Anfang der 2000er-Jahre. Man müsse schnell genug wachsen, um kleinere Konkurrenten zu übernehmen, bevor man am Ende womöglich selbst zum Übernahmeziel werde, meint er.

Kein Kompromiss beim Hiring

fonio.ai wuchs von der ersten Einstellung im Juni 2025 auf mittlerweile 81 Mitarbeiter:innen, aktuell sind laut Unternehmen 52 weitere Positionen offen. Bei knapp 10.000 Bewerbungen pro Monat liege die Annahmequote bei etwa 0,2 Prozent, so Keinrath: „Es tut so weh innerlich“, trotzdem Absagen zu erteilen, die Unternehmenskultur habe aber Priorität.

Zusätzlich sucht fonio.ai laut Keinrath aktuell intensiv nach einer Head of Growth-Person mit entsprechender Skalierungserfahrung, dotiert mit bis zu 250.000 Jahresgehalt plus „Significant Equity“, betont Keinrath. Man nehme hier viel Geld in die Hand, weil es sich um ein sehr spezielles Profil handle, nach dem man suche. „Dafür kommen nur eine Handvoll Personen in Europa in Frage“, meint der Gründer. Das nächste Ziel sei ein ARR von 100 Millionen Dollar innerhalb von 18 bis 24 Monaten.

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