29.01.2026
WACHSTUM

Refurbed: „Wachstum von rund 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr“

Mehr als fünf Millionen Kund:innen nutzen europaweit refurbed. Das Wiener Scaleup meldet für 2025 ein Umsatzwachstum von 40 Prozent.
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Das refurbed-Gründertrio (v.l.): Peter Windischhofer, Jürgen Riedl und Kilian Kaminski | (c) refurbed

Das Wiener Scaleup refurbed blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Der Online-Marktplatz für generalüberholte Produkte verzeichnete gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum des Außenumsatzes von rund 40 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag bekannt gab.

2025 Profitabilität erreicht

Bereits im April kommunizierte das Unternehmen einen Außenumsatz von rund zwei Milliarden Euro seit der Gründung (brutkasten berichtete). Dabei handelt es sich um den Gesamtwert der über den Marktplatz abgewickelten Verkäufe und nicht um den von refurbed selbst erzielten Unternehmensumsatz.

Nur wenige Wochen später erreichte das Unternehmen im Mai 2025 erstmals die Profitabilität auf Gesamtunternehmensebene – über alle elf europäischen Märkte hinweg (brutkasten berichtete). Dem zuvor ging ein Stellenabbau von rund 20 Prozent der Belegschaft. Das Unternehmen argumentierte den Schritt im Feber 2025 mit der Notwendigkeit zu Effizienzsteigerung (brutkasten berichtete).

Neue Produktkategorien

refurbed zählt europaweit laut eigenen Angaben mittlerweile mehr als fünf Millionen Kund:innen. In Österreich wurden seit dem Start des Marktplatzes über 1,5 Millionen Produkte verkauft.

Parallel zum nun kommunizierten Wachstum baute refurbed 2025 auch sein Sortiment deutlich aus. Das Angebot umfasst inzwischen rund 55.000 Produkte und reicht von Elektronik über Haushalt, Sport und Freizeit bis hin zu Mobilität und Familie.

Neu hinzu kam im vergangenen Jahr die Kategorie Baby- und Kinder-Equipment, darunter generalüberholte Kinderwägen, Babytragen und Hochstühle. Damit erweitert refurbed den Einsatzbereich von Refurbishment über klassische Elektronikprodukte hinaus.

50 Millionen Euro Investment

Im Oktober 2025 gab Refurbed den Abschluss einer Finanzierungsrunde über 50 Millionen Euro bekannt (brutkasten berichtete). Es war die größte öffentlich kommunizierte Scaleup-Finanzierungsrunde des vergangenen Jahres in Österreich. Das Investment soll die europäische Expansion 2026 vorantreiben und den Ausbau des Produktportfolios sowie Investitionen in Technologie, Automatisierung und datenbasierte Optimierung der Plattform ermöglichen. Für 2026 plant refurbed laut eigenen Angaben den weiteren Ausbau des Marktplatzes sowie die Expansion in zusätzliche europäische Länder.

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Xund
© Xund - Tamás Petrovics, Co-Founder & CEO von Xund.

Das Wiener Scaleup Xund gewinnt die AOK NordWest als Partner für die digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland. Ab sofort integriert die Krankenkasse den Symptom Check der Wiener direkt in ihre hauseigene NAVIDA-App.

Xund in Deutschland

Die digitale Anwendung ermöglicht es nun den rund 2,97 Millionen Versicherten der AOK NordWest, bei gesundheitlichen Beschwerden ortsunabhängig eine medizinisch validierte Ersteinschätzung vorzunehmen. Auf Basis strukturierter Angaben zu den Symptomen analysiert die Wiener Technologie das Profil und liefert Handlungsempfehlungen für die nächsten Schritte. Das als Medizinprodukt zertifizierte Tool von Xund möchte damit die Patientensouveränität stärken und eine digitale Anlaufstelle direkt auf dem Smartphone sein.

Bei unseren nördlichen Nachbarn prägen Fachkräftemangel, lange Wartezeiten und überlastete Notaufnahmen den Versorgungsalltag. Gleichzeitig suchen immer mehr Menschen online nach schnellen Antworten bei Gesundheitsfragen, stoßen dabei jedoch oft auf Fehlinformationen. Der Symptom Check von Xund soll nun genau an dieser Schnittstelle ansetzen: Durch eine validierte, digitale Ersteinschätzung kann das Tool Patientinnen und Patienten gezielt zu der für sie am besten geeigneten Versorgungsebene (z. B. Hausarzt, Apotheke, Telemedizin oder Notaufnahme) führen, so der Claim. Dies könne unnötige Arztbesuche verhindern und wertvolle Ressourcen im System schonen.

„Gesundheitssystem mitgestalten“

Der Symptom Check von Xund basiert konkret auf einer Technologie, die als Medizinprodukt der Klasse IIa nach der strengen EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) zertifiziert ist. Die IT-Infrastruktur erfüllt zudem sowohl die internationale Norm ISO 27001 für Informationssicherheit als auch Kriterien des C5-Anforderungskatalogs. Durch die Integration in die NAVIDA-App verarbeitet das Scaleup alle medizinischen Eingaben ausschließlich pseudonymisiert. Das bedeutet, dass Xund keine direkten Rückschlüsse auf die Identität der einzelnen Versicherten ziehen kann, wie es heißt.

„Wir sind stolz darauf, mit einem Innovationsführer wie der AOK NordWest zusammenzuarbeiten und unsere Technologie knapp drei Millionen Versicherten zugänglich zu machen. Für Xund ist diese Partnerschaft ein entscheidender Schritt, um den aktuellen Wandel hin zu einem digital ausgerichteten Gesundheitssystem in Deutschland aktiv mitzugestalten“, erklärt Tamás Petrovics, Co-Founder & CEO von Xund.

Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest, ergänzt: „Moderne Krankenversicherung bedeutet für uns, genau dort zu sein, wo unsere Versicherten uns brauchen – und das ist heute immer öfter das Smartphone. Mit dem neuen Symptom Check in unserer NAVIDA-App schaffen wir ein digitales Serviceangebot, das schnelle Unterstützung bei gesundheitlichen Beschwerden liefert.“

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