14.01.2025
PERSONALIE

refurbed: Co-Founder zieht sich aus C-Level zurück

Refurbed-Co-Founder Jürgen Riedl ist nicht mehr CTO des Scaleups. Er widmet sich aber weiterhin dem technischen Ausbau des Marktplatzes.
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Das refurbed-Founderteam Kilian Kaminski, Peter Windischhofer und Jürgen Riedl (c) refurbed

Er war von Beginn an jener der drei refurbed-Co-Founder, der am seltensten in der Kommunikation des Wiener Scaleups nach außen vorkam: Jürgen Riedl. Kürzlich wurde er nun als Geschäftsführer ausgetragen und zog sich auch als CTO zurück, wie das Unternehmen auf brutkasten-Anfrage bestätigte. Damit verleiben die beiden Co-Founder Kilian Kaminski und Peter Windischhofer sowie CFO Daniel Müller als Geschäftsführer der refurbed GmbH. Schima Labitsch als CSO (Chief Strategy Officer), Jonny Ng als CMO (Chief Marketing Officer) und Shan Vosseller, der vergangenen Juli als CPO (Chief Product Officer) startete, komplettieren das Führungsteam.

Jürgen Riedl weiterhin operativ für refurbed tätig

Jürgen Riedl bleibt aber operativ für refurbed tätig, betont man beim Scaleup gegenüber brutkasten. Er werde sich auf eigenen Wunsch „künftig stärker auf die Weiterentwicklung der Plattform und weniger auf das Teammanagement konzentrieren“, heißt es vom Unternehmen. Konkret soll er den technischen Ausbau des Marktplatzes vorantreiben.

CTO-Funktionen wandern zum neuen CPO Shan Vosseller

Der CTO-Posten wird demnach nicht nachbesetzt. Seine CTO-Funktionen würden „ab jetzt und fortlaufend“ in die CPO-Position von Shan Vosseller integriert werden, heißt es von refurbed. Zu diesem heißt es weiter: „Um die Customer Experience auf refurbed weiter zu verbessern, freuen wir uns, Shan Vosseller als Teil unseres Leadership-Teams zu begrüßen. Shan, der zuvor als Vice President of Product bei eBay tätig war, bringt umfassende Erfahrung in den Bereichen Produktentwicklung und Innovation mit.“

Unicorn-Anwärter aus Wien

Nachdem man nach der Gründung 2017 als Marktplatz für refurbishte, also generalüberholte Elektronik-Geräte wie Smartphones und Laptops startete, erweiterte refurbed sein Angebot in den vergangenen Jahren sukzessive um weitere Produkt-Kategorien, etwa Haushaltsgeräte oder auch Skier und Snowboards. Nach einer 47-Millionen-Euro-Kapitalrunde im Jahr 2021 und einer 54-Millionen-Euro-Runde im Jahr 2023 gilt das Wiener Scaleup als einer der vielversprechendsten heimischen Unicorn-Anwärter.

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(v. l.) AT-Styria-Vorsitzender Herbert Ritter, BrightFlare-CEO Markus Seme, GMAR-Präsidentin Ulrike Haslauer, DCCS-Geschäftsführer Thomas Edlinger, Joanneum Research-Geschäftsführer Heinz Mayer und AT Styria-Geschäftsführer Helmut Röck © Lukas Elsneg

Der Cluster AT Styria (Plattform Automatisierungstechnik Steiermark), ein branchenübergreifendes Netzwerk von 120 Unternehmen, die in der Automatisierungstechnik tätig sind, hat bei den „European Robotics and Automation Talks“ in Graz seinen Plan für eine Robotik-Testregion vorgestellt. Dort soll die nächste Robotergeneration unter realen Produktionsbedingungen bis zur industriellen Einsatzreife entwickelt werden.

Ziel: Industrielle Einsatzreife

Mit an Bord sind unter anderem Joanneum Research, TU Graz, FH Campus 02, Magna Steyr, der KI-Softwareanbieter DCCS und der Security-Spezialist BrightFlare. Über die „Area Süd“ werden Kärntner Partner eingebunden. Dazu kommen das slowenische Netzwerk SRIP Factories of the Future, das italienische DITEDI, mit dem im Juli 2026 ein Memorandum of Understanding unterzeichnet wurde, sowie Bayern Innovativ.

Aus Sicht von AT-Styria-Vorsitzendem Herbert Ritter, der auch Vizepräsident der WKO Steiermark ist, wird KI-gestützte Robotik zur zentralen Standortfrage. „Wir wollen Kooperationen erzeugen, als Enabler wirken und dafür sorgen, dass neue Technologien schneller in den Betrieben ankommen“, sagt er.

18 Millionen Euro aus Horizon Europe

Das Konsortium bewirbt sich um das einzige europaweite Leitprojekt, das Horizon Europe für die industrielle Integration KI-gestützter Robotik vorsieht. Horizon Europe ist das Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union und läuft von 2021 bis 2027. Mit einem Budget von rund 95 Milliarden Euro ist es eines der größten Förderprogramme dieser Art weltweit. Gefördert werden Projekte, in denen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus mehreren Ländern zusammenarbeiten.

Die Ausschreibung öffnet im November 2026, dafür stehen rund 18 Millionen Euro bereit. Der Antrag soll im Frühjahr 2027 eingereicht werden, die Förderentscheidung fällt im Sommer. Bei einer Zusage könnte das Projekt 2028 starten.

Drei Pilotprojekte als Rückgrat

Geplant sind drei industrielle Pilotprojekte. Im ersten arbeiten humanoide Roboter an mehreren Arbeitsplätzen einer Fertigung, bedienen Maschinen und wechseln Werkstücke. Der zweite Pilot widmet sich der innerbetrieblichen Logistik mit autonomen mobilen Robotern. Im dritten übernehmen KI-Systeme Aufgaben in Qualitätskontrolle, Inspektion und Instandhaltung.

Heinz Mayer, Geschäftsführer von Joanneum Research, erklärt das Ziel: „Jeder Pilot setzt bei einem konkreten Engpass im Betrieb an. Am Ende steht eine klare wirtschaftliche und technische Bilanz: Welche Taktzeit erreicht das System, wie zuverlässig arbeitet es, welchen Integrationsaufwand verursacht es und wann rechnet sich die Investition? Genau diese Antworten brauchen Unternehmen, bevor sie eine neue Technologie in größerem Maßstab einsetzen.“

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