05.11.2025
NEUE MARKE

Rebranding: Kommunikationsagentur Reiter mit Fokus auf Startups und europäischen Tech-Firmen

Digitale Souveränität, Unternehmertum, Strukturreformen und Aufschwung sind die neuen Arbeitsschwerpunkte in der Kommunikationsarbeit von Reiter.
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Reiter
© Sabine Klimpt - Team Reiter.

Die im April 2004 gegründete Kommunikationsagentur Reiter PR tritt ab heute unter neuer Marke auf und richtet ihren Fokus noch gezielter auf europäische Technologieunternehmen und Startups, wie sie mitteilt. Die Agentur tritt künftig unter dem Namen „Reiter“ auf – das „PR“ fällt aus dem Markennamen weg.

Reiter: „Kommende Jahre entscheiden“

Europa habe in den vergangenen Jahren spürbar an Wettbewerbsfähigkeit verloren: Österreichs Wirtschaft verzeichnete zuletzt die stärkste Rezession innerhalb der EU. Die Inflation liegt aktuell bei vier Prozent und damit fast doppelt so hoch wie in der Eurozone, heißt es per Aussendung.

„Die kommenden Jahre werden darüber entscheiden, ob Österreich wieder auf den Wachstumspfad zurückfindet – und ob Europa die Kraft hat, neue wirtschaftliche Dynamik zu entfalten, um global relevant zu bleiben. Dafür braucht es das richtige Mindset und eine Kommunikation, die diesen Wandel unterstützt. Wir verstehen uns als Partner jener Unternehmen und Organisationen, die genau diese Zukunft gestalten wollen. Dafür steht unser neuer Markenauftritt“, sagt Thomas Reiter, Gründer und Geschäftsführer von Reiter.

Kommunikations-Relevanz

Gleichzeitig befinde sich die Kommunikationsbranche im tiefgreifendsten Wandel ihrer Geschichte – getrieben von Technologie, neuen Medienformaten und einem veränderten Mediennutzungsverhalten: „Mit der neuen Marke brechen wir auf, um Vertrautes dort loszulassen, wo es uns bremst, und Raum für Neues zu schaffen“, so Reiter weiter. „Kommunikation muss heute schneller, vernetzter und relevanter sein. Darauf richten wir uns aus.“

Diese Neuausrichtung falle in eine Phase mit großem persönlichen Entwicklungsspielraum. 2025 werde Reiter mit einem Wachstum von 28 Prozent den höchsten Umsatz seit der Gründung erzielen. Möglich wurde dies durch mehr Kundengewinne – darunter die Plattform „Austria in Space“ des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, fonio.ai, involve.me, Sage und spusu – sowie durch den Ausbau des bestehenden Retainer-Geschäfts.

Auch personell ist Reiter dieses Jahr gewachsen: Mit Rita Korunka und Gabriel Hining konnte die Agentur zwei Kommunikationsfachleute gewinnen, die das Beratungsteam in den Bereichen Strategie, Medienarbeit, Reputation und Digital-Content verstärken sollen.

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kalkül
© kalkül - Michael Leister (links) und Lukas Weilguny (rechts) von kalkül.

Entstanden ist kalkül aus einem eigenen Problem. Lukas Weilguny und Michael Leister entwickeln als Selbstständige seit 2017 Software für Unternehmen. Als ihr damals genutztes Rechnungsprogramm nach einer Übernahme spürbar schlechter wurde, sahen sie sich nach Alternativen um und testeten mehr als zehn Buchhaltungsprogramme.

„Wir haben kein einziges gefunden, das wirklich einfach und gleichzeitig auf Österreich zugeschnitten war. Buchhaltung ist der langweiligste Teil im Alltag von Selbstständigen. Niemand will stundenlang eine Software lernen, nur um die erste Rechnung zu schreiben. Genau das ändern wir“, erinnert sich Leister.

kalkül: von 1.000 auf 10.000 Nutzer:innen

Also schufen sie 2023 eine eigene Lösung: Ihre Software, die von der we-dev e.U. betrieben wird, dient der Erstellung von Angeboten und Rechnungen, führt die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit und deckt Mahnwesen und Zahlungsabgleich ab. Laut Unternehmen ist sie auf die österreichischen Steuervorgaben abgestimmt.

Im November 2024 zählte kalkül 1.000 Nutzer:innen, im Februar 2026 waren es 5.000. Seither hat sich die Zahl innerhalb von sieben Monaten noch einmal verdoppelt. Treibende Kraft hinter dem organischen Wachstum waren den Gründern zufolge persönliche Empfehlungen und die Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Bezahlte Werbeanzeigen testen die Gründer erst seit Kurzem. Das Unternehmen ist eigenfinanziert und hat bis heute keine externe Finanzierung aufgenommen.

Allgemein wird der Markt für Rechnungssoftware im deutschsprachigen Raum von deutschen Anbietern dominiert. Österreich werde dort meist nur als kleines Nischenland mitgedacht. Besonderheiten wie Kleinunternehmerregelung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, BAO-Aufbewahrungspflichten oder Verzugszinsen nach österreichischem Recht werden oft nur oberflächlich abgedeckt, sagen die Founder. Kalkül sei hingegen exakt für diesen Markt gebaut, inklusive Rechnern für Einkommensteuer, SVS-Beiträge, Gewinnfreibetrag und Abschreibungen.

Freemium-Modell

Um Selbstständige gerade zu Beginn zu entlasten, setzt kalkül auf ein Freemium-Modell: Kernfunktionen wie Angebote, Rechnungen, Mahnwesen und die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind ohne Limits dauerhaft kostenlos. Ein Abo indes schaltet Zusatzfunktionen wie den automatischen Bankabgleich mit über 2.600 Banken frei. Der überwiegende Teil der 10.000 Nutzer:innen verwendet die Gratisversion, wie man mitteilt.

„Als wir das Abo eingeführt haben, gab es dafür wochenlang praktisch keine exklusiven Funktionen. Trotzdem haben Leute bezahlt, einfach um die Entwicklung zu unterstützen. Das war für uns das ehrlichste Feedback, das wir bekommen konnten“, sagt Weilguny.

Integrierte Registrierkassenlösung als nächster Schritt

Als nächsten großen Schritt kündigen die Gründer eine integrierte Registrierkassenlösung an. Parallel baut kalkül die Zusammenarbeit mit Steuerberatern aus: Enger Partner ist die Linzer Kanzlei Raml & Partner, die zwölffach als „Steuerberater des Jahres“ (in der Kategorie „Allrounder Oberösterreich“) ausgezeichnet wurde. Weitere Kooperationen sind geplant. Mittelfristig soll außerdem eine KI-gestützte Belegerkennung Ausgaben automatisch auslesen und kategorisieren.

Welche Funktionen zuerst kommen, entscheidet – laut Foundern – weitgehend die Community: Je häufiger ein Feature angefragt wird, desto weiter rückt es nach vorn. „Wir wollen das einfachste Rechnungsprogramm für Selbstständige in Österreich sein“, sagt Leister. „Mit 10.000 Nutzern sind wir ein gutes Stück weiter, aber bei 376.112 Ein-Personen-Unternehmen im Land haben wir noch viel vor uns.“

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