Business war nie ein Fremdwort im HipHop-Milieu. Dieses wird nicht nur mit Musik betrieben, sondern mit Produkten aller Art. Das Sortiment, das im Namen von Rapper:innen diverse Märkte besiedelt, reicht von typischen Gütern wie Kleidung bis hin zu Süßigkeiten, Soft-Drinks und NFTs.
Die deutsche Rap-Legende Sido begibt sich mit dem Startup „KEjF“ nun in eine sich anbahnende Branche, zumindest im deutschsprachigen Raum. Zusammen mit dem Pharmaunternehmen CNBS möchte man medizinisches Cannabis anbieten. Die Arzneimittel auf Cannabinoidbasis, wie unter anderem Craft-Cannabisblüten und verschiedene Extrakte, sollen ab August verfügbar sein.
Das neu gegründete Cannabis-Startup gehört laut Gründerszene zur Hälfte dem Unternehmen des Berliner Rappers Goldzweig Berlin sowie CNBS, das sich seit 2019 auf die gesamte Wertschöpfungskette solcher Arzneimittel spezialisiert hat.
Warten auf die Legalisierung
Die Produkte des Jungunternehmens werden vorerst nur rezeptpflichtig erhältlich sein. Dies betrifft unter anderem Personen, die unter Migräne, Tourette oder Multipler Sklerose leiden. Bis man sie der breiten Masse anbieten kann, muss man auf die rechtlichen Rahmenbedingungen warten. Seit dem Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung in Deutschland besteht die Möglichkeit auf ein neues Geschäftsfeld. Darin wird nämlich die „kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken“ noch für diese Legislaturperiode in Aussicht gestellt.
Im ersten Schritt soll die Abgabe und der Konsum in sogenannten Cannabis-Clubs gestattet sein. Danach sollen temporäre und regionale Modellprojekte hinzukommen, die wissenschaftlich begleitet werden. In den USA erzeugte die juristische Veränderung in einigen Staaten einen gigantischen Boom. Dies nutzte unter anderem der Rapper Wiz Khalifa aus, der unter dem Namen „Khalifa Kush“ seine eigengezüchteten Sorten vertreibt.
Austausch gegen Halbwissen
„KEjF“ möchte sich eigener Angabe nach aber nicht nur dem Handel sondern vor allem der Aufklärung rund um das Thema Cannabis widmen. Die Informationslage in Deutschland bezeichnet Sido alias Paul Würdig als „gefährliches Halbwissen“. Mit dem Startup möchte der 42-jährige Patient:innen, Konsument:innen, Fachärzt:innen, Psycholog:innen, Suchtberater:innen und Erzieher:innen Gehör verschaffen, heißt es auf der Webseite. Ziel sei es eine Community zu bilden, die den Diskurs fördert und Vorurteile beseitigt. Der Suchtprävention und einem aktiven Jugendschutz solle besondere Bedeutung zukommen.
Sido ist aber nicht der einzige Deutschrapper, der sich dem Cannabis-Markt annimmt. Allerdings bieten Kollegen wie SSIO oder Massiv bis dato ausschließlich CBD-Produkte an.
Zyglox: Grazer Startup holt Sensortechnik aus dem All auf die Schiene
Das Grazer Startup Zyglox misst Belastungen an Radsätzen von Zügen berührungslos mit Sensorik aus der Raumfahrt. Gefördert wird es von der Austria Wirtschaftsservice (aws). Wir haben mit Gründer Jakob Moder gesprochen.
Zyglox: Grazer Startup holt Sensortechnik aus dem All auf die Schiene
Das Grazer Startup Zyglox misst Belastungen an Radsätzen von Zügen berührungslos mit Sensorik aus der Raumfahrt. Gefördert wird es von der Austria Wirtschaftsservice (aws). Wir haben mit Gründer Jakob Moder gesprochen.
Rund die Hälfte der Lifecycle-Kosten eines Zuges entfällt auf die Wartung, und davon wiederum mehr als die Hälfte auf Räder, Achsen und Fahrwerk, sagt Jakob Moder. Wie stark diese Bauteile im Betrieb tatsächlich belastet werden, wird bisher aber kaum gemessen. Der Grund ist simpel: Es fehlt an präziser Messtechnik, die im Dauerbetrieb einsetzbar ist. Das Grazer Startup Zyglox will das ändern.
„Die Eisenbahn ist nicht ins 21. Jahrhundert gekommen“
Der Name ist ein Wortspiel: Zyglox, gesprochen „Zügloks“, steht für Messtechnik für Züge und Loks. Dahinter stehen Jakob Moder und Erik Gerstl, die zuvor gemeinsam in der Messtechnik gearbeitet haben. Moder wechselte später in den Eisenbahnbereich und erlebte die Lücke dort aus der Praxis. Was es brauche, sei eine Lösung, „die das einerseits zuverlässig erkennt und gleichzeitig gut applizierbar ist“. Sein Urteil: „Bei der Usability ist die Eisenbahn nicht ins 21. Jahrhundert gekommen.“ Ende 2023 gründeten die beiden Techniker Zyglox in Graz.
Die bisherige Methode mit Dehnmessstreifen sei „einfach zu teuer“, erklärt Moder. Der Zug müsse dafür ein bis zwei Wochen zerlegt und instrumentiert werden, deshalb passiere das nur bei der Zulassung. „Das dauert ein Jahr, diese Technik reinzubringen, die Zulassung durchzuführen, und dann wird es wieder rausgenommen.“ Im laufenden Betrieb bleiben nur Beschleunigungssensoren, wie sie auch in jedem Smartphone stecken. „Das ist von der Datenqualität her ganz was anderes. Unser Sensor ist wie 4K, der Beschleunigungssensor liefert ein verpixeltes Foto von den Zuständen.“
Ein Sensor für Zulassung und Dauerbetrieb
Die Lösung von Zyglox lässt sich ohne größere Änderungen am Bauteil anbringen. „Wir haben eine Plug-and-Play-Lösung, die kann man einfach aufstecken“, sagt Moder. Ein Techniker braucht dafür laut Zyglox 30 Minuten. Der Sensor messe Dehnungen an Achsen, Wellen oder Schienen und liefere „gleiche oder bessere Daten als die Lösungen bisher“. Das Ziel ist ein Universalwerkzeug: genau genug für die Zulassung, aber so ausgelegt, dass es danach auf dem Fahrzeug bleibt und die Kräfte im Rad-Schiene-Kontakt dauerhaft erfasst. „Da gibt es ein großes Anwendungsfeld, denn damit wird auch die Infrastruktur überwacht“, so Moder.
Technisch nutzt Zyglox hochsensitive Magnetfeldsensoren aus der Raumfahrt, das Startup ist Teil eines Downstream-Programms der ESA. Das Prinzip erklärt Moder am Transformator: Der brummt, weil das Magnetfeld des Wechselstroms den Stahl minimal dehnt. „Und wir machen das Umgekehrte: Wenn sich der Stahl dehnt, ändert sich sein Magnetfeld in der Umgebung.“ Ein aktives Messverfahren berücksichtigt dabei den linearen Zusammenhang zwischen Belastung und Sensorsignal. Die Technologie ist patentiert, entwickelt und montiert wird in Graz.
Betreiber als Kunden, Wartung als Hebel
Als primäre Kunden sieht Zyglox die Bahnbetreiber, bei denen die Wartungskosten anfallen. Dazu kommt die Sicherheit: „Es gibt viele Vorfälle, die vielleicht nicht zu einem Unfall führen, wo man aber trotzdem sicherer und zuverlässiger unterwegs wäre, wenn man gutes Condition Monitoring hat.“
Ein kleines Pilotprojekt ist bereits abgeschlossen. Für 2027 ist der Einbau des Systems in Fahrzeuge im regulären Streckenbetrieb geplant, zunächst als Prototyp für einige Wochen Messung. Danach folgt die Zulassung. Ende 2027 soll daraus ein fertiges Produkt werden, erst dann könne die Skalierung beginnen, sagt Moder. An Interesse mangelt es nicht: „Wir können gar nicht alle Pilotprojekte machen“, weil Sensorentwicklung samt Software personalintensiv sei. Ende September zeigt das Team den Prototyp auf der InnoTrans in Berlin, der größten Messe für Schienenfahrzeuge.
Mit aws Preseed und aws Seed vom Effekt zum Produkt
Finanziert hat sich Zyglox bisher aus eigenen Mitteln und über die Austria Wirtschaftsservice (aws). Mit aws Preseed, konkret im Programm „aws Preseed | Seedfinacing – Deep Tech“, hat das Startup die ersten eineinhalb Jahre an der Sensortechnologie getüftelt. „Es hat uns die Möglichkeit gegeben, eine Idee, die bereits validiert war, einfach zu erproben. Einfach Zeit zu haben, weil Hardware dauert ein bisschen, etwa Prototypen zu iterieren“, sagt Moder. Es sei vor allem darum gegangen, „sicherzustellen, dass das dann ein Produkt werden kann“. Seit Mitte 2025 ist Zyglox im Seed-Programm der aws, das voraussichtlich bis Anfang 2028 läuft. Das Team ist inzwischen auf rund sieben Personen gewachsen. Für die Skalierungsphase im kommenden Jahr will sich das Startup nach Investoren umsehen: „Wenn eine Bestellung eintritt oder größer wird, werden wir das mit den aktuellen Mitteln wahrscheinlich nicht mehr stemmen können.“
Standortvorteil Graz
Den Standort Graz sieht Moder als klaren Vorteil: Siemens fertigt hier Fahrwerke, dazu kommen Messdienstleister, Prüfstandbauer und Nextsense. Zyglox sitzt direkt am Campus der TU Graz, mit Zugang zu Prüfständen der Universität und Maschinen der voestalpine. „Die gesamte Infrastruktur ist einzigartig“, sagt Moder. „Im Silicon Valley könnten wir das Produkt wahrscheinlich nicht entwickeln, in Österreich geht es besser. Das ist eigentlich ein bisschen verrückt, aber wir haben hier die optimalen Bedingungen.“
Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienkooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.
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Liebe Investor:innen,
ich möchte Ihnen ein aufregendes Investitionsmöglichkeit vorstellen, das enorme Potenzial in sich birgt. Rapper Sido, eine deutsche HipHop-Legende, hat in Zusammenarbeit mit dem renommierten Pharmaunternehmen CNBS ein Cannabis-Startup namens „KEjF“ gegründet.
Mit dieser aufstrebenden Marke möchten wir uns nicht nur dem Verkauf von medizinischem Cannabis widmen, sondern vor allem eine Community aufbauen, die den Diskurs rund um das Thema fördert und Vorurteile beseitigt. Unser Ziel ist es, Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen wie Patient:innen, Konsument:innen, Fachärzt:innen, Psycholog:innen, Suchtberater:innen und Erzieher:innen zusammenzubringen und ihnen eine Plattform für den Austausch und die Aufklärung zu bieten.
Derzeit werden unsere Produkte ausschließlich rezeptpflichtig angeboten, insbesondere für Personen, die unter Migräne, Tourette oder Multipler Sklerose leiden. Allerdings wird die Möglichkeit einer „kontrollierten Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken“ im aktuellen deutschen Koalitionsvertrag diskutiert, was ein enormes Wachstumspotenzial für unseren Markt bedeutet.
Unser Team besteht aus einer einzigartigen Kombination von Expertise aus der Musik- und Pharma-Branche und gibt uns einen starken Wettbewerbsvorteil. Zudem ist Sido als prominente Persönlichkeit in der deutschen Musikszene bekannt und hat eine große Fangemeinde, was unsere Marke zusätzlich stärkt.
Wir laden Sie ein, Teil unserer Erfolgsgeschichte zu werden, indem Sie in KEjF investieren. Gemeinsam können wir den aufstrebenden deutschen Cannabismarkt revolutionieren und gleichzeitig eine verantwortungsbewusste Suchtprävention und einen aktiven Jugendschutz gewährleisten.
Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, um weitere Informationen zu erhalten und Ihre Investitionsmöglichkeiten zu besprechen.
Mit freundlichen Grüßen,
[Ihr Name]
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🎤🌿 Sido gründet Cannabis-Startup
📦🏭 Produkte von Rapper:innen in verschiedenen Märkten
💼🌱 „KEjF“ Startup mit medizinischem Cannabis
🔬🍃 Craft-Cannabisblüten und Extrakte ab August
⚖️ Rezeptpflichtige Produkte für Krankheiten
📜 Legalisierung von Cannabis in Deutschland in Aussicht
🏭🔬 Temporäre Modellprojekte geplant
📚 Aufklärung und Communitybildung wichtig für „KEjF“
🎶 Andere Rapper bieten CBD-Produkte an
Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Das Gründen eines Cannabis-Startups durch Rapper Sido in Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen CNBS könnte potenziell bedeutende wirtschaftliche Auswirkungen haben. Wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen für die kontrollierte Abgabe von Cannabis zu Genusszwecken in Deutschland geändert werden, könnte dies zu einem boomenden Markt für medizinisches Cannabis führen. Das Startup KEjF könnte eine bedeutende Rolle in diesem Markt einnehmen und von der steigenden Nachfrage nach medizinischem Cannabis profitieren. Darüber hinaus könnte die Aufklärungsarbeit des Startups zu einem besseren Verständnis und zur Entfernung von Vorurteilen rund um das Thema Cannabis beitragen, was wiederum das Wachstum des Marktes unterstützen könnte.
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?
Als Innovationsmanager:in könnte der Inhalt dieses Artikels Relevanz haben, da er über die Gründung eines Cannabis-Startups im deutschsprachigen Raum durch den bekannten Rapper Sido berichtet. Dies könnte ein Zeichen für eine wachsende Nachfrage und Akzeptanz von medizinischem Cannabis sein. Die mögliche Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken in Deutschland, wie im Artikel erwähnt, könnte auch Potenzial für neue Geschäftsfelder und Innovationen im Zusammenhang mit Cannabis schaffen. Darüber hinaus betont das Startup „KEjF“ die Bedeutung von Aufklärung, Suchtprävention und Jugendschutz, was auch für die Entwicklung und Umsetzung innovativer Lösungen im Bereich Cannabis von Interesse sein könnte.