02.02.2026
INVESTMENT

RAF Camora steigt bei Wiener Influencer-Marketing-Agentur Follow ein

Mit dem Einstieg von RAF Camora bringt sich die Wiener Social- und Influencer-Agentur Follow GmbH für eine Expansion nach Deutschland in Stellung. Welche Überlegungen hinter dem Schritt stehen, hat uns Founder Ilja Jay Lawal im Gespräch erzählt.
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(c) Follow GmbH

Die Wiener Social- und Influencer-Marketing-Agentur Follow bekommt einen neuen Gesellschafter: Musiker und Unternehmer RAF Camora beteiligt sich laut Firmenbuch mit fünf Prozent am Unternehmen. Das Investment ist sechsstellig und strategisch motiviert. “RAF Camora ist mittlerweile ein guter Freund von uns, und wir haben in den letzten Jahren immer wieder gemeinsame Projekte umgesetzt“, sagt Lawal. Follow sei Camora daher schon länger bekannt gewesen.

Umsatzwachstum von 40 Prozent

Follow befindet sich aktuell in einer Wachstumsphase. Die Agentur beschäftigt derzeit 32 Mitarbeitende. Zu den Kunden zählen unter anderem Trade Republic, A1, Universal, Five Guys, Hervis oder Anker. „Im letzten Jahr haben wir sehr große Unternehmen als Kunden abgeschlossen“, sagt Lawal. Das Unternehmen sei von vorletztem auf letztes Jahr um über 40 Prozent gewachsen, aktuell liege das Wachstum weiterhin im zweistelligen Prozentbereich.

Zur Motivation hinter dem Einstieg sagt Lawal, dass sich die Beteiligung über einen längeren Zeitraum entwickelt habe. Man habe immer wieder darüber gesprochen, ohne den Schritt aktiv zu forcieren. „Wir kennen uns seit vielen Jahren, er vertraut uns und wir vertrauen ihm“, so Lawal. Zudem habe Camora als Künstler und Unternehmer einen Blick auf Marketing und Positionierung, der für die Agentur relevant sei.

Expansion nach Deutschland

Mit dem Einstieg rückt auch eine Expansion nach Deutschland näher. Konkrete Pläne gebe es derzeit noch nicht. „Berlin wäre naheliegend“, sagt Lawal. RAF Camora lebt seit vielen Jahren in der deutschen Hauptstadt und sei dort gut vernetzt. Im Laufe des Jahres wolle man einen konkreten Aktionsplan ausarbeiten und prüfen, wie ein Markteintritt aussehen könnte.

Bereits seit 2023 ist zudem der deutsche Marketing-Experte Kevin Reuss an Follow beteiligt. Er hält ebenfalls fünf Prozent der Anteile. (brutkasten berichtete). Reuss unterstütze die Agentur vor allem im Bereich Performance Marketing und Paid Advertising. Die restlichen Anteile liegen weiterhin bei den Gründern Ilja Jay Lawal und Pedram Parsaian.

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BodyWision
© zVg - Kasra Seirafi (l.) und André Seirafi.

„Niemand geht öfter zum Arzt als der Österreicher oder die Österreicherin.“ Auf diese Erkenntnisse kam die „Agenda Austria“ in einem im April 2026 veröffentlichten Bericht. Demnach verzeichnete Österreich im Jahr 2023 die meisten Arztkontakte pro Kopf im europäischen Vergleich (aktuellere vergleichbare Daten liegen noch nicht vor). Mit dreizehn Kontakten jährlich liegt Österreich damit vor der Slowakei und Deutschland.

Als Folge davon entstehen für jeden Menschen immer mehr Daten: Laborwerte, Befunde, Arztbriefe, Diagnosen, Medikamente, Spitalsberichte und vieles mehr. Das Problem dabei sei nicht der Mangel an Informationen, sondern ihre fehlende Verbindung, mein man beim Wiener Startup BodyWision. Gesundheitsdaten liegen verstreut in Arztpraxen, Spitalssystemen, E-Mails, Papierordnern und Portalen. Gleichzeitig sind Befunde für viele Menschen schwer verständlich und ohne Zusammenhang kaum einzuordnen. Das Unternehmen möchte dies mit seiner App-Plattform ändern.

BodyWision inklusive AI-Health-Coach

Die Anwendung soll Menschen dabei helfen, Befunde und medizinische Dokumente per Scan oder Upload sicher zu verwahren, besser zu verstehen und für Arztbesuche, Vorsorge und ein gesünderes Leben nutzbar zu machen. BodyWision verbindet dabei einen privaten digitalen Gesundheitssafe mit einem persönlichen AI Health Coach — mit Fokus auf Datenschutz, Datensouveränität und europäische Infrastruktur, wie es heißt.

„Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, wie AI und neue Technologien Menschen dabei unterstützen können, selbstbestimmt mit ihrer Gesundheit umzugehen“, sagt Kasra Seirafi, Co-Founder von BodyWision. „Wenn Menschen ihre verstreuten Gesundheitsdaten wirklich nutzen können, dann verändert das alles. Denn mit BodyWision verwahre und verstehe ich nicht nur meine Befunde. Ich bekomme individuelle Orientierung für Vorsorge und Health-Checkups, kann Fragen stellen und mich auf Arztgespräche vorbereiten. Im Gegensatz zu Google oder ChatGPT werden Antworten und Orientierungshilfen personalisiert auf Basis meiner aktuellen Gesundheitsdaten erstellt.“

Keinen Arzt ersetzen

Dabei ersetzt BodyWision keine Ärzte, vielmehr will die Plattform die Verbindung zwischen Patient:innen und Ärzt:innen stärken. Eine „Patient Summary“ kann auf Knopfdruck erstellt und mit Ärzt:innen geteilt werden. Diese strukturierte Zusammenfassung inklusive Vorbefunde wird eigenen Angaben zufolge dynamisch generiert und individuell auf den nächsten Arztbesuch zugeschnitten.

„Ärzt:innen haben oft sehr wenig Zeit, müssen aber komplexe Informationen schnell erfassen“, sagt André Seirafi, ebenfalls Co-Founder von BodyWision. „Wenn Patient:innen mit BodyWision besser vorbereitet sind, können wichtige Informationen schneller verfügbar sein. So kann sich die gemeinsame Behandlungszeit stärker auf das Wesentliche konzentrieren.“

BodyWision als europäische Alternative?

Allgemein versteht sich BodyWision als europäische Alternative zu gängigen US-Plattformen – sie soll Menschen ermöglichen, ihre Gesundheitsdaten sinnvoll zu nutzen, ohne die Kontrolle darüber zu verlieren: „Für uns war vom ersten Tag an klar, Gesundheitsdaten gehören den Menschen, nicht Plattformen oder Konzernen“, so André Seirafi weiter. „Unser Anspruch ist es, eine kompromisslos datensouveräne Sicherheitsarchitektur für die persönliche Nutzung von Gesundheitsdaten zu entwickeln.“

Bei BodyWision werden deshalb Befunde und Dokumente in einer persönlichen Health-Wallet verschlüsselt und lokal geschützt. Persönliche Gesundheitsdaten werden nicht verkauft, nicht zu Werbezwecken weitergegeben und nicht für das Training allgemeiner AI-Modelle verwendet, so der Claim.

Ab Juli beginnt die erste Early-Access-Phase. Registrierte Nutzer:innen können BodyWision als frühe Version testen. Perspektivisch ist ein Abo-Modell geplant.

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