30.08.2023

Radish: Fahrradpflege für Concierge-Service-Kund:innen

Radish baut sein B2B-Netzwerk aus. Kund:innen des Concierge-Service-Anbieters GCS können das Angebot nun per App von zuhause in Anspruch nehmen.
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Radish-Co-Founder Florian Binder & CSG-CEO Martin Frischmann - Foto: Radish

Das Wiener Startup Radish hat sich der Pflege und Reparatur von Fahrrädern verschrieben und will dies digital zugänglicher machen. Nun hat das Unternehmen sein B2B-Netzwerk in Wien ausgebaut. Kunden von Grand Concierge Service (GCS) können ab sofort in der App auch Fahrradservices von Radish buchen. Unter Concierge Service versteht man die Betreuung von Gäst:innen und Mieter:innen in Hotels oder Wohnanlagen und den damit einhergehende Service-Leistungen.

Die Kooperation umfasst fünf Standorte in der Hauptstadt: Die TrIIIple Towers im dritten Gemeindebezirk, das Palais Schottenring, die Residenz Josefstadt, N10 Renngasse sowie Kayser. Somit können die Bewohner:innen von knapp 1.000 Wohneinheiten den Service nutzen.

Radish-Service vor der Haustür

Je nachdem, wie viele Fahrräder in Schuss gebracht werden sollen, wird der Service vor Ort durchgeführt oder die Räder abgeholt. Zu festgelegten Terminen können die Fahrräder beim Concierge oder an der Rezeption abgegeben werden. Einmal in der Woche werden diese dann gepflegt bzw. gewartet. Der Preis richtet sich je nach Service und beträgt aktuell gleichviel wie für andere Kund:innen.

TrIIIple Towers im 3. Bezirk – Foto: Radish

Laut Radish-CEO Florian Binder möchte das Startup weitere Kooperationen dieser Art verwirklichen. „Es gibt Hausverwaltungen oder andere Immobilienprojekte, wo es natürlich spannend ist, wenn man den Bewohner:innen solche Services anbieten kann.“ Das Radish-Netzwerk soll grundsätzlich ausgebaut werden. Aktuell sei man nur in Wien im B2C-Bereich unterwegs, während der B2B-Bereich sich über alle Landeshauptstädte erstreckt.

Fahrrad-Boom hält an

Der Bedarf für Pflege und Reparatur dürfte vorhanden sein. Wie orf.at im Juli berichtete, hat der Verkehrsclub Österreich im ersten Halbjahr 2023 einen neuen Rekord ermittelt: Bei Radverkehrszählstellen wurden in Summe 5,62 Millionen Radkontakte gezählt. Das spielt laut Binder auch Radish in die Hände. „Wir sehen, dass dieser Boom, der durch Corona gestartet wurde, anhält – einerseits aus Nachhaltigkeitsgründen und andererseits haben viele Menschen erkannt, dass man in der Stadt einfach schneller vorankommt.“

Einige Radfahrer:innen, aber auch der VCÖ bemängeln den Platz für den Radverkehr in der Hauptstadt. „Ich bin selbst begeisterter aber trotzdem leidgeplagter Stadtradler“, sagt Binder. In den letzten Jahren habe sich seiner Ansicht nach „einiges getan“, aber es gebe „definitiv noch Luft nach oben“. „Wenn man die Mobilitätswende erreich möchte, muss man den Fahrrad-Fahrer:innen, aber auch den Fußgänger:innen in der Stadt mehr Platz geben“, meint Binder.

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(c) x-tention / syndena

In den Kliniken liegt medizinisches Wissen aus Jahrzehnten überwiegend als Freitext vor. Für systematische Auswertungen und Forschung ist es damit nur mit erheblichem manuellem Aufwand nutzbar. Genau hier setzt syndena an: Das Unternehmen wandelt gewachsene klinische Dokumentation über einen KI- und NLP-gestützten Prozess mit menschlicher Qualitätssicherung in eine konsistente, interoperable Datenbasis um. Die so entstehenden Real World Data sollen laut Aussendung klinische Forschung und Versorgungsanalysen unterstützen, ohne die klinische Beurteilung zu ersetzen. Möglich werden sollen dadurch ein besseres Verständnis der Wirksamkeit von Therapien in der Versorgung sowie eine breitere Patientenrepräsentation.

Health-IT-Gruppe mit rund 850 Beschäftigten

Mit der nun verkündeten Mehrheitsübernahme erweitert x-tention sein Lösungsportfolio im Umfeld klinischer Daten. Die 2001 von Herbert Stöger gegründete Gruppe ist tief im Bereich Gesundheits-IT verankert: Sie deckt unter anderem Datenmanagement, ELGA, Konnektivität und Managed Services ab und betreut nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Kunden im Gesundheitswesen. Heute beschäftigt x-tention rund 850 Mitarbeiter:innen in Österreich, der Schweiz, Deutschland und England sowie in einem Office im Silicon Valley. Erst im Mai berichtete brutkasten über das von x-tention mitgegründete Cybersecurity-Startup SecurITe, das eine Seed-Runde im niedrigen zweistelligen Millionenbereich abschloss (brutkasten berichtete).

syndena bleibt in Innsbruck verankert

Der Hauptsitz von syndena bleibt laut Aussendung in Innsbruck, auch Forschung und Entwicklung sollen weiterhin von Tirol aus vorangetrieben werden. Zugleich soll die Partnerschaft dem Unternehmen die überregionale und internationale Skalierung der Technologie ermöglichen. Zu Kaufpreis und genauer Beteiligungshöhe machen die Unternehmen keine Angaben.

Vorbereitung auf den European Health Data Space

Hintergrund der Beteiligung ist der European Health Data Space (EHDS): Ab 2029 gelten erste zentrale Bestimmungen, darunter Regeln für die Sekundärnutzung der meisten Kategorien elektronischer Gesundheitsdaten. x-tention will österreichische Gesundheitseinrichtungen nach eigenen Angaben frühzeitig anschlussfähig an den Europäischen Gesundheitsdatenraum machen.

„Gesundheitsdaten sind das wertvollste und sensibelste Gut im System. Mit dem European Health Data Space rückt der verantwortungsvolle Umgang damit jetzt europaweit in den Fokus, und genau dafür holen wir syndena an Bord“, sagt Herbert Stöger, Geschäftsführer von x-tention.

Datenhoheit bleibt bei den Einrichtungen

Die Datenverarbeitung erfolgt laut den Unternehmen pseudonymisiert, die Datenhoheit verbleibt demnach bei der jeweiligen Einrichtung: Für Forschung und multizentrische Auswertungen werden Daten nur nach deren Freigabe bereitgestellt. Auf dieser Grundlage sollen auch Kooperationen mit Forschungs- und Life-Science-Partnern stattfinden. x-tention positioniert die Beteiligung zudem ausdrücklich als Gegenmodell zur Abhängigkeit von außereuropäischen Datenplattformen: europäisch, DSGVO-nativ und auf souveräner IT-Infrastruktur basierend.

„In den Krankenhäusern liegt ein jahrzehntelanger Wissensschatz, der bisher nur mit erheblichem Aufwand nutzbar ist. Wir machen ihn für Versorgung und Forschung systematisch nutzbar, ohne dass die Einrichtungen die Kontrolle über ihre Daten verlieren“, sagt Roman Weger, CEO von syndena.

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