Horak, Binder und Mack: Fahrradservice so einfach wie eine Pizzabestellung
Mit ihrem Online-Angebot möchte das junge Wiener Startup Radish den Fahrrad-Service demokratisieren. Das Gründertrio setzt dabei auf Digitalisierung und ein gutes Händler:innen-Netzwerk.
Auf die Idee für ihr Startup Radish kamen die drei Co-Founder Daniel Horak, Florian Binder und Michael Mack im Sommer 2021. Bei einer gemeinsamen Fahrradtour an der Donau erkannten sie die Notwendigkeit für einen leicht anwendbaren und umfassenden Online-Radservice. Kund:innen soll damit die Suche nach einer Werkstätte und eine schnelle Terminfindung abgenommen werden. Ein erstes Händler:innen-Netzwerk hätten sie sich bereits aufgebaut, bis Ende April 2022 wollen sie mit ihrem Angebot online gehen. Damit will Radish auch das Nutzungsverhalten von Fahrradfahrer:innen in Österreich verändern.
Die Online-Präsenz auf dem Markt ist ausbaufähig
“Der gesamte Werkstätten- und Dienstleistungsmarkt im Bereich Fahrräder ist gefühlt im letzten Jahrhundert stehen geblieben“, meint Co-Founder und CEO Florian Binder. Da dieser Markt noch sehr klein strukturiert sei, hätten nach wie vor nur wenige Fahrradhändler:innen eine gute Onlinepräsenz. Dementsprechend sei es für viele Händler:innen schwierig, ihre Kompetenz in diesem Bereich aufzubauen.
An dieser Stelle soll Radish andocken: Das Startup will den Fahrradmarkt digitalisieren und Kund:innen die Möglichkeit geben, einen Fahrradservice schnell und einfach buchen zu können. „Zu einem Fahrradservice zu kommen, soll so einfach sein, wie heutzutage eine Pizza zu bestellen“, so Binder.
Ziele und Herausforderungen
Mittelfristig soll das Angebot aber noch weiter ausgebaut werden. Abholservice und Drop-Off-Boxen sind bereits für die nächste Stufe geplant. Das große Ziel ist und bleibt dabei, den Prozess für die Kund:innen so angenehm wie möglich zu machen. Die Arbeit der drei Gründer konzentriere sich hierbei auf den Dienstleistungsbereich. Zukünftig wären zudem nicht mehr nur B2C-Kund:innen relevant sein.
Das Gründer-Trio sehe auch im B2B-Geschäft großes Potential und möchte die Zusammenarbeit mit beispielsweise Leihfahrrad-Firmen oder anderen Fahrrad-Händler:innen mittelfristig ausbauen. Langfristig sei außerdem die Expansion in den DACH-Raum und der Ausbau eigener Werkstätten geplant.
Nachdem Radish im ersten Schritt selbstfinanziert ist, habe das Unternehmen bereits die Zusage für eine FFG-Förderung erhalten. Bis Ende des Jahres möchten sie zudem in eine Finanzierungsrunde gehen und Investor:innen suchen.
Gegen Ineffizienz im Glasfaserausbau: Die „Zero-Touch“-Lösung des OÖ-Startups fluctus
Der weltweite Glasfaserausbau floriert – doch auf lokaler Ebene bleiben oft Lücken und ineffiziente Systeme bestehen. Das österreichische Startup fluctus von Anna Kurpierz und Christian Sattlecker hat eine „Zero-Touch"-Lösung entwickelt, die offene Netze zentralisiert managen und den Markt für neue Anbieter öffnen soll.
Gegen Ineffizienz im Glasfaserausbau: Die „Zero-Touch“-Lösung des OÖ-Startups fluctus
Der weltweite Glasfaserausbau floriert – doch auf lokaler Ebene bleiben oft Lücken und ineffiziente Systeme bestehen. Das österreichische Startup fluctus von Anna Kurpierz und Christian Sattlecker hat eine „Zero-Touch"-Lösung entwickelt, die offene Netze zentralisiert managen und den Markt für neue Anbieter öffnen soll.
Der Bedarf an Bandbreite und enormen Datenvolumina steigt rasant. Doch während der globale Ausbau der physischen Infrastruktur voranschreitet, hinkt die digitale Verwaltung oft hinterher. Gerade kleine Regionen und lokale Netzerrichter stünden vor großen Herausforderungen. Zudem arbeiten mittelständische und große Unternehmen häufig mit starren, unzureichenden Systemen, denen es an Flexibilität fehlt, so die Erfahrung des fluctus-Gründerduos Anna Kurpierz und Christian Sattlecker.
fluctus mit End-to-End
„Wir haben bei unseren Projekten festgestellt, dass der österreichische Ausbau oft große Lücken hinterlässt – kleinen Regionen und Netzbetreibern fehlt der Zugang zu zukunftsträchtigen Technologien“, sagt Kurpierz. Um diese Lücken zu schließen, hat das oberösterreichische Startup ein von Grund auf neues Management-System für „Open-Access-Netze“ entwickelt.
Dabei setzt fluctus auf ein „New-Generation Open-Access-Tool“, das den Datenaustausch zentralisiert abwickelt. Das System funktioniert als reine „Zero-Touch“-Anwendung.
„Wir sind derzeit die Einzigen, die am europäischen Open-Access-Markt eine komplett zentralisiert managebare End-to-End-Lösung (E2E) anbieten“, erklärt die Gründerin weiter. „Da sämtliche Marktbegleiter von den Kunden eine Implementierung der Logiken in deren Netz voraussetzen.“
Der entscheidende Vorteil für Kunden sei hierbei, dass im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten Netzbetreiber keine komplexen Logiken mehr selbst in ihr eigenes Netz implementieren müssten.
Wettbewerb steigern
„Ziel unseres Systems ist der Zugang zu einem offenen Netz für alle Breitbandteilnehmer“, so die Founderin weiter. „Einerseits wird damit der Wettbewerb unter den ‚Internet Service Providern‘ gesteigert und verbraucherseitig entsteht zudem ein Nutzen aus qualitativ hochwertigen Produkten, ein großer Pool aus Anbietern und Produkten sowie niedrigere Preise. Durch die Entstehung eines Polypols auf der Angebotsseite und den daraus entstehenden größeren Markt ergeben sich intensivere Preis- und Qualitätswettbewerbe.“
Zudem würden offene Netze einen fairen Zugang für alle Anbieter ermöglichen und an jedem Anschluss einheitliche Prozesse sowie technische Mindeststandards garantieren.
„Unser Produkt ist im Wesentlichen ein System für den Glasfaserausbau und -betrieb, welches als zero-touch Anwendung realisiert wird. Durch das ‚New-Generation Open Access Tool‘, welches den Datenaustausch zentralisiert abwickelt, kann eine vergleichbare Angebotslandschaft wie im Mobilfunk geschaffen werden – neben bestehenden Internet-Providern werden auch neue Anbieter im selben Netz entstehen“, erklärt Kurpierz. „Dies führt zu größerer Angebotsvielfalt, wettbewerbsfähigen Preisen und einer höheren Anschlussquote. Es entstehen somit auch neue Möglichkeiten für Discounter, Energy-Drink-Giganten bis hin zur kleinen IT-Firma, im Netz anzubieten.“
Zielgruppen von fluctus
Die Kernzielgruppe von fluctus umfasst Netzbesitzer (wie regionale Infrastrukturbetreiber) sowie große Technologieunternehmen. Ein typischer Use-Case ist der Zusammenschluss bislang getrennt strukturierter Regionen. Durch die Zentralisierung von Netz- und Betriebsprozessen sollen bestehende Infrastrukturen effizienter genutzt und neue Internet-Service-Provider nahtlos integriert werden.
Monetarisiert wird die Technologie über Dienstleistungs- und Wartungsverträge. Nach dem Prinzip „Grow with your business“ bietet fluctus drei flexible Modelle an, die ein E2E-Deployment und den laufenden Betrieb über das hauseigene OSS/BSS-Management-System umfassen. Die Preisgestaltung ist nach Unternehmensgröße gestaffelt. Zusätzlich wird pro Projekt beziehungsweise pro „Point of Presence“ (POP) eine Projektpauschale verrechnet, die sich nach der Größe des Projekts richtet.
Hürden überwunden
Die Entwicklung einer derart tiefgreifenden Technologie ist kapital- und ressourcenintensiv. Das Gründerteam stand beim Aufbau vor massiven Hürden, wie Kurpierz erklärt: „Die Entwicklung und Herstellung unseres Produktes hat hohe Investitionen, sogenannte CAPEX, erzeugt und unzählige Tests erfordert. Erschwerend kommt hinzu, dass es am Markt wenig ausgebildetes Personal in diesem Bereich gibt – die interne Weiterbildung in dieser Nische ist enorm zeitintensiv und führt daher zu höheren Kosten.“
Einen entscheidenden Durchbruch hierbei brachte aws Seedfinancing – Deep Tech. Die Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) trug maßgeblich zur Marktreife der Technologie bei, wie die Gründerin erklärt. Zudem konnte das Startup das aws-Netzwerk nutzen, um strategisch wertvolle Kontakte zu knüpfen.
Mit einer fertigen Technologie im Rücken sind die nächsten Meilensteine klar definiert. In den kommenden Jahren möchte sich fluctus als etablierte Größe im DACH-Raum positionieren. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Erschließung weiterer internationaler Märkte voran.
Disclaimer: Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt
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