02.12.2025
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QUS: Steirisches Startup holt Ex-Mastercard-Manager als neuen CEO

Mit Felix Marx als neuen CEO soll das Unternehmen künftig noch stärker international ausgerichtet werden. Die bisherigen Geschäftsführer bleiben im Führungsteam.
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Felix Marx | (c) QUS

QUS aus Lebring in der Steiermark entwickelt smarte Textilien, die Vitalparameter wie Herzfrequenz, Atmung, Temperatur oder Bewegungsmuster direkt auf der Haut erfassen. Die zugrunde liegende „Body Data Platform“ kombiniert textile Sensoren, eine On-Board-Unit und Datenanalyse, um Vitaldaten in Echtzeit auszuwerten und für Sport, Gesundheit, Arbeitssicherheit und Defence nutzbar zu machen. Besonders im Militärbereich sorgt QUS für Aufmerksamkeit: Unter anderem kooperiert das steirische Unternehmen hierfür mit deutschen Rüstungkonzern Rheinmetall (brutkasten berichtete).

Neuer CEO für QUS

Seit 1. Dezember 2025 steht nun Felix Marx an der Spitze von QUS, wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab. Der international erfahrene Manager bringt laut QUS jahrzehntelange Expertise in Technologie, Datensicherheit, Mobile Services und skalierbaren Plattformmodellen mit – und soll das Unternehmen in die nächste Wachstumsphase führen.

Marx war bis März 2025 Executive Vice President und CEO des Datenspezialisten Trūata und zuvor viele Jahre in globalen Führungsrollen bei Mastercard tätig, unter anderem als Executive Vice President Services im asiatisch-pazifischen Raum. Seine Führungserfahrung umfasst Identitätsmanagement, sichere mobile Transaktionen, Smart-Card-Technologien, Halbleiter, Datenanalyse und internationale Markteinführung komplexer Services.

„Ich sehe ein enormes Potenzial in QUS und freue mich darauf, die Technologien und Märkte gemeinsam mit dem Team weiterzuentwickeln“, so Marx. Sein Anspruch ist klar formuliert: „Mein Ziel ist es, die Innovationskraft und internationale Ausrichtung von QUS zu stärken und eine führende Rolle im Body-Data-Technologiesektor zu festigen.“

Die bisherigen Geschäftsführer bleiben im Führungsteam. Christoph Kauer übernimmt künftig verstärkt die Rolle des COO, während Hannes Steiner weiterhin Teil der Geschäftsführung bleibt.

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Die Atira-Co-Founder Florian Diegruber und August DuMont Schütte | (c) Atira
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Vertriebsprozesse von Industrieunternehmen sind komplex: Zwischen CRM (Customer-Relationship-Management) und ERP (Enterprise-Resource-Planning) müssen Sales Engineers, Rechtsabteilungen, technisches Fachpersonal und das Commercial Team zusammenarbeiten, zahlreiche Seiten an Spezifikationen sichten und individuelle Unterlagen erstellen, bevor ein Angebot eingereicht werden kann. Die übliche manuelle Angebotslegung dauert daher oft Wochen bis Monate. Eine Automatisierung durch KI liegt also auf der Hand, ist aber alles andere als trivial.

Einzelnes System reicht nicht

„Das Sales-Engineering ist einer der umfangreichsten Workflows in der industriellen Fertigung, der mit Software bisher nie wirklich automatisiert wurde. Derzeit ist betriebskritisches Fachwissen auf Mitarbeiter:innen, Dokumente und nicht miteinander vernetzte Systeme verteilt“, sagt Florian Diegruber, CEO und Co-Founder des Münchner KI-Unternehmens Atira, das das Problem mit seiner Plattform lösen will. Diegruber war zuvor bei Palantir, sein Co-Founder August DuMont Schütte bei Google.

„Die gängige Annahme ist, dass ein einzelnes System diese Herausforderung lösen kann – mit echtem Umsatzeffekt für alle Kunden. Doch das Wissen, das tatsächlich zum Erfolg eines Deals führt, stammt aus der eigenen Angebotshistorie des Unternehmens, einem Gedächtnis, das mit jedem Projekt wächst“, erklärt Benjamin Erhart, General Partner in das Münchner VC UVC Partners. Dieser investierte nun zum wiederholten Mal beim Münchner KI-Unternehmen.

Orchestriertes Multi-KI-Agentensystem als Lösung

Das Unternehmen setzt dabei auf ein Multi-KI-Agentensystem, das Industrieunternehmen End-to-End vom Screening eingehender Anfragen über die Lösungskonfiguration bis zur Erstellung technischer und kommerzieller Angebotsinhalte unterstützen soll. 2025 am Markt gestartet, betreut man aktuell 15 Kunden, darunter nach eigenen Angaben „globale Konzerne mit mehr als einer Milliarde US-Dollar Jahresumsatz“. In ersten Projekten sei die Zeit für den Gesamtprozess um 80 Prozent reduziert worden, heißt es von Atira.

Nun schloss das Unternehmen seine Seed-Finanzierungsrunde über 15 Millionen US-Dollar ab. Den Lead übernahm dabei der US-VC Accel. Auch der Münchner Risikokapitalgeber UVC Partners, der sich in der Pre-Seed-Runde über 2,5 Millionen US-Dollar bereits beteiligt hatte, war wieder dabei. Hinzu kamen die Beteiligungsgesellschaften Fortino und Booom sowie die Einzelinvestor:innen Ann-Kristin Achleitner, Whirlpool-CEO Marc Bitzer, Markus Flik und Celonis-Co-Founder und Co-CEO Bastian Nominacher.

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