27.07.2020

PriceHubble übernimmt Proptech Checkmyplace zu 100 Prozent

Das Wiener PropTech Checkmyplace wird zu 100 Prozent von PriceHubble aus der Schweiz übernommen.
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PriceHubble-CEO Julien Schillewaert. (c) zvg

PriceHubble, ein 2016 in der Schweiz von Markus Stadler und Stefan Heitmann gegründetes Proptech, übernimmt 100 Prozent der Anteile der Checkmyplace GmbH in Wien. Checkmyplace ist ein Anbieter für datenbasierte Standortanalysen und datengetriebene Digitalisierungsprodukte in Österreich.

Checkmyplace wird zu PriceHubble Österreich

Checkmyplace wurde im Jahr 2014 von Jörg Buss gegründet und begleitet die österreichische Immobilienwirtschaft seitdem bei der Digitalisierung ihrer Unternehmen und Prozesse. Laut eigener Website können so zum Beispiel auf Knopfruck Reports zu den jeweiligen Immobilien-Standorten erstellt werden. Auch die etwaige Bestimmung von Immobilienpreisen für den Verkauf des Obkjekts soll auf diese Art erleichtert werden. Außerdem liefert das Tool Informationen zu potenziellen Mietern – dank der Integration von Informationen von KSV Riskindicator, über Haushaltseinkommen, bis hin zu Wohnumfeldanalyse aktueller und früherer Wohnadressen.

“Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit PriceHubble im österreichischen Markt und sehe darüber hinaus enormes Wachstumspotenzial für den gemeinsamen Unternehmensweg”, kommentiert Jörg Buss die Transaktion.

Buss bringt sein gesamtes Team in die neu als PriceHubble Österreich firmierende Gesellschaft ein und leitet die Geschäfte weiter als Geschäftsführer. Zusätzlich wird er Teil des PriceHubble Group Management Teams.

PriceHubble expandiert in Europa

PriceHubble ist wiederum laut Eigenangabe „Spezialist für datenbasierte Digitalprodukte“ und bietet Unternehmen in der Immobilienwirtschaft Tools für die Digitalisierung ihrer Customer Experience. “PriceHubble ist europaweit eines, wenn nicht sogar das am schnellsten wachsende Proptech-Unternehmen und stärkt mit der Transaktion signifikant seine Position im deutschsprachigen Raum. Wir können neu auch im DACH-Raum multinational tätigen Unternehmen der Immobilienwirtschaft zusätzlichen Mehrwert bieten”, ergänzt Markus Stadler, Mitgründer und COO von PriceHubble.

PriceHubble unterhält in Europa Standorte in Paris, Zürich, Berlin und jetzt neu auch in Wien. Durch die Übernahme sind nun über 70 zumeist auf Data Science und Product Engineering spezialisierte Mitarbeiter für das Unternehmen tätig, heißt es abschließend in einer Presseaussendung. 

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Die Gründer von versa: Jakob Logar, Maximilian Brehm und Elija Dentler (v. l.) | (c) webformance.agency

Ein schwieriges Kundengespräch, eine heikle Preisverhandlung oder eine verärgerte Kundin: Solche Situationen gehören in vielen Berufen zum Alltag. Doch wie bereitet man Mitarbeitende darauf vor? Klassische Kommunikationstrainings sind oft zeitaufwendig und bieten nur begrenzte Möglichkeiten, das Gelernte praktisch anzuwenden.

Genau hier setzt das Grazer Startup versa an. Das im Jänner 2026 gegründete Unternehmen hat eine KI-basierte Plattform entwickelt, mit der Mitarbeitende realistische Gesprächssituationen simulieren und anschließend individuelles Feedback erhalten können.

Gegründet wurde das Unternehmen von Jakob Logar, Elija Dentler und Maximilian Brehm. Die Idee entstand aus den beruflichen Erfahrungen der Gründer. Co-CEO Logar war rund 20 Jahre im Vertrieb tätig und absolvierte selbst zahlreiche Kommunikationstrainings. Diese seien zwar hilfreich gewesen, hätten aber meist nur wenig Raum für praktische Übungen geboten. „Da haben wir jetzt einfach gesehen, das was KI da möglich macht, ist eben diesen Flaschenhals der Rollenspiele aufzuheben“, erklärt Logar. Mitarbeitende könnten dadurch unabhängig von Trainer:innen oder Vorgesetzten Gespräche üben.

Von einem Forschungsprojekt zur KI-Plattform

Den Anstoß lieferte ein Forschungsprojekt am Grazer Know-Center. Dort wurde auf Anfrage der Medizinischen Universität Innsbruck untersucht, ob sich Arzt-Patienten-Gespräche mit KI simulieren lassen. Ein erster ChatGPT-Prototyp zeigte Potenzial, aber auch technische Grenzen.

Heute kombiniert versa verschiedene KI-Modelle für die Szenarioerstellung, Sprachinteraktion und Auswertung. Unternehmen können eigene Unterlagen und Kundenprofile einbinden, um möglichst praxisnahe Trainingssituationen zu schaffen.

Doch warum braucht es dafür eine eigene Plattform statt ChatGPT? „Die Magie liegt eigentlich in der KI-Architektur und in der Agent-Orchestrierung“, sagt Logar. Anders als bei der Nutzung eines einzelnen Sprachmodells sollen die KI-Personas konsistent bleiben und die Auswertungen vergleichbar sein.

Eigene KI-Basismodelle entwickelt das Startup nicht. Stattdessen setzt es auf eine flexibel aufgebaute Architektur. „Wir verwenden immer das beste Modell“, so Logar. Neue Technologien könnten dadurch einzelne Komponenten ersetzen, ohne die gesamte Plattform verändern zu müssen.

Eingesetzt wird versa derzeit vor allem beim Onboarding neuer Mitarbeitender. Diese können vom ersten Kundentelefonat bis zur Preisverhandlung unterschiedliche Gesprächssituationen trainieren.

Das KI-Trainingsgespräch selbst erfolgt dann im Look eines Video-Calls. (c) versa Training GmbH

14 zahlende Kunden und bereits profitabel

Nur wenige Monate nach der Gründung zählt versa laut Logar rund 14 zahlende Unternehmenskunden. Darunter befinden sich eine große Bank und einer der größten deutschen Versicherer. Als Zielgruppe sieht versa nicht ausschließlich Großkonzerne. Interessant sei die Plattform grundsätzlich für Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitenden in kundenorientierten Rollen, etwa im Vertrieb oder Kundenservice.

Der Weg vom ersten Interesse zum Vertragsabschluss sei allerdings nicht immer kurz. Besonders bei größeren Unternehmen würden rechtliche Prüfungen rund um den Einsatz von KI den Verkaufsprozess verlängern.

Finanziert wurde das Startup bislang ausschließlich aus Eigenmitteln. Das Stammkapital von 10.000 Euro brachten die drei Gründer selbst auf. Auf die Frage, wann das Unternehmen profitabel werden wolle, antwortet Logar: „Wir sind schon profitabel.“

Förderabsage als Wendepunkt

Ursprünglich hatte das Gründerteam auf eine aws-Seedförderung gehofft. Nach einem Pitch im Frühjahr 2026 folgte jedoch die Absage. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gründer ihre bisherigen Jobs bereits gekündigt. Trotz des Rückschlags beschlossen sie weiterzumachen. „Wir haben dann aber den Entschluss gefasst, weiterzumachen, weil die Idee so gut ist“, erzählt Logar. Die Absage habe das Team letztlich stärker auf den Markt fokussiert.

Aktuell ist versa in der Science Park Graz Academy und arbeitet im Grazer Unicorn. Zunächst will das Startup aus eigener Kraft weiterwachsen und einen mittleren sechsstelligen Umsatzbetrag erreichen. Für die spätere Skalierung werden Partner gesucht.

Dabei denkt das Team von Beginn an international. „Wir haben ja keine sprachlichen Restriktionen“, erklärt Logar. Erste Kunden aus Deutschland hat versa bereits gewonnen. Langfristig will das Unternehmen vor allem dort wachsen, wo der Bedarf an skalierbaren Kommunikationstrainings besonders groß ist.

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