13.01.2026
EXPANSION

Power2market: Energate steigt als größter Eigentümer ein, Oekostrom reduziert Beteiligung

Beim Wiener Energie-Datenunternehmen Power2Market kommt es zu einer Verschiebung der Eigentumsverhältnisse. Die Oekostrom AG hat 40 Prozent ihrer Anteile an die deutsche Energate GmbH verkauft, wie aus einer Presseaussendung hervorgeht.
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v.l.n.r. Ulrich Streibl (CEO oekostrom AG), Thomas Berner (GF Deutscher Fachverlag GmbH),Marc Huether (GF energate GmbH), Andreas Forster (oekostrom AG und Mitgesellschafter power2market GmbH), Andreas Stock (Leiter Rechtsabteilung Deutscher Fachverlag GmbH), Arno Senoner (nea new reality KG und Mitgesellschafter power2market GmbH), Max Klöss (oekostrom AG und Mitgesellschafter power2market GmbH) (c)Power2market

Mit dem Einstieg von Energate soll insbesondere der deutsche Markt adressiert werden. Energate wird damit größter Anteilseigner des Unternehmens. Oekostrom bleibt mit elf Prozent weiterhin beteiligt.

Power2Market wurde 2024 von Andreas Forster, Maximilian Kloess und Arno Senoner gegründet. Bereits kurz nach der Gründung übernahm Oekostrom 51 Prozent der Anteile. Mit dem nun erfolgten Verkauf eines Großteils dieser Beteiligung zieht sich Oekostrom aus der Mehrheitsrolle zurück. Energate hält nach der Transaktion den größten Einzelanteil (40%).

Das Unternehmen verkauft selbst keinen Strom und tritt auch nicht als Händler auf. Stattdessen stellt es Informationen bereit, die für Akteur:innen relevant sind, die Strom kaufen, verkaufen oder vermarkten müssen.

Orientierung in einem dynamischen Strommarkt

Strompreise entstehen in Europa an Börsen und verändern sich laufend. Wetterlagen, Nachfrage, Netzeingriffe oder kurzfristige Ausfälle wirken sich teils innerhalb weniger Stunden auf den Markt aus. Für Stadtwerke, Industriebetriebe oder Betreiber:innen von Wind- und Solaranlagen bedeutet das, dass Entscheidungen oft unter Zeitdruck getroffen werden müssen.

Nach Angaben des Unternehmens bündelt Power2market dafür Marktdaten aus unterschiedlichen Quellen und stellt sie in aufbereiteter Form zur Verfügung. Nutzer:innen können aktuelle Preisentwicklungen verfolgen und erhalten regelmäßig Berichte, die Marktbewegungen einordnen.

Automatisierte Beobachtung

Ein zentrales Element des Angebots ist eine automatisierte Marktbeobachtung. Dabei können Schwellenwerte definiert werden, bei deren Erreichen Nutzer:innen informiert werden, etwa bei starken Preisschwankungen oder auffälligen Marktbewegungen. Ziel sei es laut Unternehmen, relevante Veränderungen sichtbar zu machen, ohne dass der Markt ständig manuell beobachtet werden müsse.

Für größere Marktteilnehmer besteht zudem die Möglichkeit, die Daten über eine Schnittstelle direkt in eigene Systeme einzubinden, etwa für interne Analysen oder operative Entscheidungen.

Schrittweise Expansion

Mit dem Einstieg von Energate soll die Weiterentwicklung des Angebots und die Ausweitung auf den deutschsprachigen Raum unterstützt werden. Oekostrom erklärte, man verstehe sich neben der Rolle als Stromanbieterin auch als Umfeld für neue Projekte und wolle Power2market weiterhin begleiten.

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Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll eröffnete schon 2025 den Technology Impact Summit © TIS

Drei Monate vor der Veranstaltung präsentierten die Organisator:innen in Wien das Programm für den diesjährigen Technology Impact Summit. Die Think-Tank-Initiative, getragen von der Universität Graz, der TU Graz, Joanneum Research und der FH Joanneum, findet am 11. November 2026 in der Aula der Universität Graz statt. Den inhaltlichen Schwerpunkt bildet in diesem Jahr die europäische Positionierung im globalen KI-Wettbewerb, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller EU-Regulierungen.

Interdisziplinärer Austausch

Die Ausgestaltung der europäischen Technologiepolitik erfordert laut den Initiator:innen eine branchenübergreifende Herangehensweise. „Der Technology Impact Summit entstand aus der Überzeugung, dass sich die großen technologischen Fragen unserer Zeit nicht innerhalb einer einzelnen Disziplin beantworten lassen, und bietet eine Plattform, auf der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft auf Augenhöhe diskutieren“, erklärt Markus Fallenböck von der Universität Graz.

Co-Organisatorin Magdalena Hankus ergänzt: „Innovation entsteht dort, wo Menschen, Perspektiven und Disziplinen zusammenkommen. Der Technology Impact Summit hat sich als Dialogplattform bewährt, die Orientierung gibt und neue Impulse liefert.“

Programmvorschau

Eröffnet wird der Summit von Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll, gefolgt von einer Keynote durch Corporate Vice President Microsoft Deutschland & Österreich Agnes Heftberger. Im Anschluss stehen verschiedene Diskussionsformate auf der Agenda. Der Frage, wie Europa das Rennen machen kann, gehen in einer Keynote Debate unter anderem Philipp Amann (Europäische Zentralbank), Stefan Mangard (Technische Universität Graz) und Daniel Keinrath (fonio.ai) nach.

Bei einer Oxford-Style Debate diskutieren Philipp Töbich (SAP) und Christian Winkelhofer (Accenture) über die Perspektiven einer europäischen KI-Infrastruktur. Den Blick auf die Welt von morgen und den gesellschaftlichen Impact technologischer Entwicklungen wirft Zukunftsforscher Tristan Horx.

Ausgelassenes Networking am TIC 2025 © Technology Impact Summit

Praxisnahe Use Cases

Abgerundet wird das Programm durch sogenannte „Lightning Talks“, die konkrete Anwendungsbeispiele und den Technologietransfer in die Wirtschaft in den Fokus rücken. Ein zentrales Projekt ist hierbei die Plattform DaphoOS.ai, die bei der Programmpräsentation in Wien bereits von Martin Holler (Universität Graz) vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um ein KI-gestütztes System für Entscheidungsfindung, Operations und Ressourcenmanagement im Gesundheitsbereich.

Weitere praxisnahe Use Cases steuern unter anderem Unternehmen wie Cancom, Experts Inside, EY, Joanneum Research, Manz und Taceo bei. Moderiert wird die Veranstaltung von der Tech-Insiderin Katrin-Cécile Ziegler.

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