28.07.2023

Wiener Saft-Startup Pona rutscht in die Insolvenz

Der Markt für hochwertige Bio-Produkte hat heuer einen Dämpfer bekommen. Das spürte auch der Safthersteller Pona, der nun Insolvenz anmelden muss. Ein Sanierungsverfahren soll folgen.
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Das Wiener Getränke-Startup PONA ist insolvent. Bild: (c) Wonderful Drinks
Das Wiener Getränke-Startup PONA ist insolvent. Bild: (c) Wonderful Drinks

Erfrischende Bio-Getränke ohne Zucker und Zusatzstoffe – das ist die Idee hinter Pona. Seine Produkte vertreibt die in Wien ansässige Pona sonst nix GmbH über einen Webshop, über Endverbrauchermärkte und in Lokalen. Zuletzt häuften sich aber die Probleme.

Aufgrund der zugespitzten wirtschaftlichen Lage im Frühjahr 2023 und die Auswirkungen der sinkenden Kaufkraft auf den Bio-Handel musste Pona nun Insolvenz anmelden, heißt es in einer Aussendung des Kreditschutzverbandes (KSV). „Dieses Jahr war für uns schwierig. Wir haben schon seit dem Frühjahr einen stetigen Umsatzrückgang gespürt“, erläutert die Unternehmensgründerin Anna Abermann im brutkasten-Gespräch. Die Exporte seien eingebrochen, der Bio-Fachhandel leide. „Wir sind ein Premiumprodukt und die Leute sparen. Diese Effekte haben in unserer Situation eine negative Gesamtsituation geschaffen“, meint Abermann.

Pona fehlten die Puffer

Erst im Frühjahr hatten die Gesellschafter noch einmal 150.000 Euro an Finanzmitteln nachgeschossen. „Leider haben sich die weiteren Monate derartig verschlechtert, dass das nicht ausgereicht hat“ sagt Abermann. Gespräche mit Investoren scheiterten indessen, erzählt Abermann: „Es hat eigentlich sehr gut ausgesehen, sich dann aber leider nicht verwirklicht“. Es blieb dann keine andere Lösung mehr. Nun soll ein Sanierungsplan den Fortbestand des Unternehmens ermöglichen.

„Wir haben im Frühjahr leider auch eine Listung bei einem größeren Händler verloren“, erklärt Abermann. Allgemein sehe sich das Unternehmen derzeit mit vielen Hürden konfrontiert: „Ich habe das Unternehmen mit dem Traum gestartet, den Menschen etwas in einer Flasche zu bringen, das so echt und so natürlich ist, wie man es sonst am Markt nicht bekommt“, sagt die Gründerin. Sie sieht sich von der derzeitigen wirtschaftlichen Situation besonders hart getroffen: „Wir sind ein kleines Unternehmen, haben nicht die nötigen Puffer. Die privaten Mittel sind irgendwann erschöpft“, erklärt Abermann.

Auch Crowd-Investor:innen betroffen

Insgesamt betragen die Passiva rund 1,2 Mio. Euro. Darunter fallen Bankverbindlichkeiten von 226.300 Euro, der Gebietskrankenkasse schuldet Pona 22.500 Euro. Bei den Lieferanten sind noch 367.400 Euro offen. Der trendige Fruchtsafthersteller konnte auch zahlreiche Crowd-Investor:innen für sich und seine Produkte begeistern, 574.000 Euro sind hier offen – auch sie werden Geld verlieren.

Als Pona-Gesellschafter:innen sind laut Firmenbuch Roland Haslehner (21,75%), die Elysis GmbH (44,56%), die Papst Beteiligungen GmbH & Co KG (6,37%), Uta Martin (17,94%), Helmut Schweighofer (7,65%) und Josef Schenk (1,73%) von der Insolvenz betroffen.

Hoffen auf Sanierungsverfahren

Nun hofft Pona, dass es weitergeht und hat beim Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Es ist davon auszugehen, dass das Insolvenzgericht rasch zu einer Entscheidung kommt, ob das Verfahren eingeleitet wird.

Pona strebt eine Entschuldung an, d.h. in einem Zeitraum von zwei Jahren soll das Unternehmen mit einem Sanierungsplan gerettet werden. Eine 20-Prozent-Quote soll durch das Weiterbestehen von Pona und seinen Produkten erfüllt werden. Auch die aufgrund der Wirtschaftslage erschwerte Investorensuche will das Unternehmen weiter forcieren.

Ans Aufgeben will Abermann in der aktuellen Situation aber nicht denken: „Ich werde definitiv weiterkämpfen. Ich glaube an eine positive Lösung. Ich sehe, dass unsere Marken ankommen“.

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Loxone
© Loxone - Florian Wöss, President der Loxone Electronics GmbH.

Das oberösterreichische Tech-Unternehmen Loxone sah sich am Wochenende einer Cyberattacke gegenüber. Am Sonntag, dem 18. Oktober wurde der Angriff auf interne Unternehmenssysteme festgestellt und eigenen Angaben zufolge schnell reagiert und Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet.

Loxone: „Systeme uneingeschränkt verwendbar“

„Wir haben umfassende Untersuchungen vorgenommen: Kundeninstallationen und die für deren Betrieb relevanten Online-Dienste sind nicht betroffen. Nutzerinnen und Nutzer der Loxone-Technologie können ihre Systeme weiterhin uneingeschränkt verwenden“, heißt es laut Aussendung.

Ein wesentlicher Sicherheitsfaktor von Loxone sei das Cloud-free-Prinzip: Die Miniserver, die zentralen Steuerungseinheiten der Gebäudeautomation, arbeiten lokal und eigenständig im jeweiligen Gebäude. Für ihren Betrieb benötigen sie weder eine Verbindung zu Servern von Loxone noch zum Internet. In der aktuellen Situation habe sich das als großer Vorteil erwiesen, denn ein Angriff auf Unternehmenssysteme von Loxone erreicht die Steuerung in den Gebäuden nicht, heißt es.

Aufklärung des Vorfalls im Gange

„Allein in Österreich werden laut Bundeskriminalamt durchschnittlich mehr als 1.200 Fälle pro Woche angezeigt. Unser Anspruch an Qualität und Zuverlässigkeit endet nicht bei unseren Produkten. Er zeigt sich gerade in Momenten wie diesen, in denen unser gesamtes Team verantwortungsvoll, konsequent und transparent mit einer fordernden Situation umgeht“, hält Florian Wöss, President der Loxone Electronics GmbH, fest.

Mittels interner IT-Spezialisten sowie externer Cybersecurity-Experten und IT-Forensiker arbeitet Loxone an der vollständigen Aufklärung des Vorfalls und der Absicherung der Systeme. Die betroffenen Systeme wurden umgehend isoliert und die zuständigen Behörden informiert. Personen, deren Daten nachweislich betroffen sind, werden gemäß den gesetzlichen Vorgaben direkt verständigt.

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