06.05.2026
FINANZIERUNG

Waterdrop: Wiener Scaleup holt sich 100 Millionen Euro

Das Wiener Scaleup waterdrop gibt seine bislang größte Kapitalrunde bekannt und will damit seine Position als Marktführer im Bereich geschmacksbasierter, funktionaler Hydration ausbauen.
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waterdrop
v.l.n.r.: Henry Murray, Martin Murray, Christoph Hermann | (c) waterdrop

Gestern berichteten die ersten Medien über ein Investment von 11 Millionen Euro durch die kroatische Atlantic Grupa – auch brutkasten griff das Thema auf. Co-Founder Martin Murray deutete da bereits eine größere Runde an. Heute vermeldet waterdrop den Abschluss einer Finanzierungsrunde in Höhe von über 100 Millionen Euro. Es ist – gemeinsam mit einer ebenfalls 100 Millionen umfassenden Kapitalrunde für Gropyus (brutkasten berichtete) – das bislang höchste Scaleup-Investment in Österreich in diesem Jahr. Die Unternehmensbewertung wurde dabei nicht kommuniziert (wenn eine diesbezügliche brutkasten-Anfrage beantwortet wird, wird die Information hier ergänzt).

waterdrop wird 10

Die Kapitalaufnahme erfolgt in einem besonderen Jahr: 2026 markiert zehn Jahre waterdrop. Zu den Investoren der aktuellen Runde zählen Aspeya, Atlantic Grupa und der alpine Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde. Die drei Partner schließen sich damit einer renommierten Gesellschafterbasis an, zu der Temasek, Döhler und Bitburger sowie eine Reihe weltweit führender Athlet:innen gehören.

Gleichzeitig bestehe weiterhin die uneingeschränkte Unterstützung des bestehenden waterdrop-Boards unter dem Vorsitz von Hikmet Ersek, heißt es vom Scaleup.

2016 gegründet

waterdrop wurde 2016 in Wien mit der Mission gegründet, Menschen dabei zu helfen, mehr Wasser auf gesündere und nachhaltigere Art und Weise zu trinken. Heute betreut das Scaleup weltweit mehr als fünf Millionen Online-Kund:innen, erzielt Umsätze von rund 150 Millionen Euro, arbeitet profitabel und ist in über 20.000 Verkaufsstellen sowie rund 50 eigenen Stores in Europa, den USA, Japan und Australien vertreten. waterdrop ist zudem offizieller Bottle Partner der Australian Open, Gold Partner der ATP Tour und während der gesamten Saison auf den prestigeträchtigsten Tennisbühnen der Welt präsent.

„Dieses Engagement im Spitzensport ist nicht nur eine Sponsoringstrategie. waterdrop zählt Weltklasse-Athlet:innen sowohl zu seiner Community als auch zu seinen Gesellschafter:innen. Menschen, die auf höchstem Niveau performen und waterdrop als festen Bestandteil ihres Trainings, ihrer Wettkämpfe und ihrer Regeneration nutzen“, heißt es in der Aussendung.

Aleksander Aamodt Kilde etwa, einer der erfolgreichsten alpinen Skifahrer seiner Generation, beteiligt sich in dieser Runde als Markenbotschafter und Investor und ergänzt damit ein wachsendes Netzwerk von waterdrop-Athlet:innen.

waterdrop und seine Wasser-Mission

„Wir haben zehn Jahre lang etwas aufgebaut, von dem wir wirklich überzeugt sind: eine Marke, die es Menschen einfacher und angenehmer macht, mehr Wasser zu trinken, und ein Unternehmen, das sich sein Wachstum verdient hat“, sagt Gründer und CEO Martin Murray. „Aspeya und Atlantic Grupa bringen die strategische Tiefe, die Vertriebskraft und die langfristige Überzeugung mit, die dieses nächste Kapitel erfordert. Wir sind profitabel, wir wachsen, und mit diesen Partnern an unserer Seite sind wir bereit, schneller voranzugehen. Und weiter zu kommen, als je zuvor.“

Aspeya, das eine Pipeline von Wellness-Produkten und -Marken entwickelt und vermarktet, erwirbt eine Minderheitsbeteiligung im Rahmen seiner Strategie, Unternehmen zu unterstützen, die die Zukunft des Consumer-Wellness-Bereichs gestalten sollen.

„waterdrop hat etwas Seltenes geschafft: Es hat eine Kategorie geschaffen, einen loyalen globalen Kund:innenstamm aufgebaut und Profitabilität erreicht, ohne seine Mission zu kompromittieren“, sagt Michael Kunst, CEO von Aspeya. „Aspeya wurde gegründet, um Unternehmen zu unterstützen, die die Zukunft des Consumer-Wellness-Bereichs aktiv prägen. waterdrop gehört zu den überzeugendsten, die wir gesehen haben.“

Atlantic Grupa bringe indes eine Dimension mit, die genauso wertvoll sei wie das Kapital selbst, heißt es weiter. Als eine der etablierten Lebensmittel- und Getränkegruppen in Süd- und Osteuropa und bereits als Distributionspartner von waterdrop in Österreich, Kroatien, Serbien und Slowenien vertieft Atlantic Grupa nun sein Engagement mit einer zweistelligen Millionen-Euro-Investition und einem Sitz im Investitionsausschuss.

Weitere Expansion geplant

„Wir haben waterdrop aus nächster Nähe wachsen sehen. Die Marke trifft bei europäischen Verbraucher:innen einen Nerv und spiegelt gemeinsame Trends und Ziele wider: Premiumisierung, funktionale Hydration und ein kompromissloser Qualitätsanspruch beim Geschmack. Diese Investition ist Ausdruck unserer Überzeugung in das langfristige Potenzial von waterdrop und unseres Engagements, es gemeinsam in Europa und darüber hinaus weiterzuentwickeln“, sagt Lada Tedeschi Fiorio, Group Vice President Corporate Strategy and Investments bei Atlantic Grupa.

Die Investition wird gezielt eingesetzt. Im Fokus steht zunächst die Expansion in Europa: der Ausbau des Retail-Geschäfts, die Stärkung lokaler Teams und die Skalierung der Direct-to-Consumer-Aktivitäten in zentralen Märkten.

Parallel dazu wird die Produktentwicklung mit der nächsten Generation an Innovation vorangetrieben, etwa eine Partnerschaft mit Ricola zur gemeinsamen Entwicklung einer Kräuter-Hydration-Range.

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Das Gründerteam von refinq (l.n.r.): Lukas Fischer, Franziska Walde, Markus Berger | © refinq

Die Hitze hatte Europa in diesem Sommer fest im Griff. Die EU-Kommission möchte daher im Oktober einen Rahmen für Klimaresilienz vorlegen und 100 der am stärksten gefährdeten Gebiete Europas benennen. Das Wiener Unternehmen refinq ist bereits einen Schritt voraus und stellt seit heute eine Liste zur Verfügung, die alle 1.165 Regionen der 27 EU-Länder nach ihrer klimatischen Exposition reiht. Österreichische Gebiete sind ab Rang 294 zu finden.

„Wir veröffentlichen das vollständige Ranking und die Methode dahinter, nicht nur die Top 100. Jede und jeder kann nachsehen, wo die eigene Region steht und wie wir dorthin gekommen sind“ sagt refinq-Co-Founder und Co-CEO Lukas Fischer. Refinq bewertet dabei vier Gefahren: Hitze, Wasserknappheit, Waldbrand und Hochwasser. Diese Gefahren werden zu einem kombinierten Wert zusammengefasst, der durch einen einfachen Mittelwert auf einer Skala von 0 bis 100 dargestellt wird. Die Kennzahlen beschreiben den Zeitraum von 2066 bis 2085 in einem Hochemissionspfad.

Die Karte zeigt, „was physisch auf dem Spiel steht“

„Die Kommission wird sagen, welche Gebiete gefährdet sind. Unsere Karte zeigt, was dort physisch auf dem Spiel steht. Das sind zwei verschiedene Fragen, und Europa braucht auf beide eine Antwort“, erklärt Franziska Walde, Co-Founder und Managing Director. Dabei betont refinq, dass Exposition nicht dasselbe ist wie Vulnerabilität. Das refinq-Ranking misst, wie stark die vier Klimagefahren in einer Region ausgeprägt sind. Es misst nicht, wie gut diese Region darauf vorbereitet, finanziert oder geschützt ist. Die kommende Bewertung der Kommission bezieht die Vulnerabilität mit ein.

Italien am gefährdetsten

Italiens Region Ferrara belegt auf dieser Liste von refinq den unbeliebten ersten Platz. Die norditalienische Region kommt auf 97,4 von 100 möglichen Punkten, wobei die Hitze das führende Risiko ist. Insgesamt liegen 40 italienische Regionen in den Top 100. Mit Spanien und Griechenland stellen diese drei Länder fast drei Viertel der exponiertesten 100 Regionen dar. Österreich höchstplatzierte Region ist das Weinviertel. Bis 2080 steigt dort die Hitzeexposition um zwei Stufen auf der fünfstufigen Skala von refinq, die Wasserknappheit um eine Stufe auf die zweithöchste.

Die Karte zeigt die Top 100 exponiertesten Regionen Europas, wobei das größte Risiko der Region mit einer eigenen Farbe markiert ist (Orange: Hitze, Violett: Wasserknappheit, Rot: Waldbrände, Türkis: Hochwasser). | © refinq

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