24.05.2019

FFG „Ideen Lab“: Salzburger Startup Polycular erhält halbe Million Euro Förderung

Das Salzburger EduTech Startup Polycular hat sich auf die Entwicklung von Mixed Reality Anwendungen spezialisiert. Gemeinsam mit Partnern sicherte sich das Startup beim diesjährigen FFG "Ideen Lab" zwei Forschungsprojekte im Bereich VR, Mixed Reality, AI und Robotik. Für die technische Umsetzung erhält das Startup über eine halbe Million Euro Förderung.
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Polycular
(c) andreas hauch / polycular: (v.l.n.r.) Gründer Thomas Layer-Wagner und Robert Praxmarer

Das Salzburger Mixed Reality EduTech Startup Polycular sicherte sich beim diesjährigen FFG „Ideen Lab“ gemeinsam mit Projektpartnern zwei große Forschungsprojekte im Bereich VR, Mixed Reality, AI und Robotik. In beiden Projekten sei das Startup laut eigenen Angaben federführend für die technische Umsetzung und Forschung zuständig. Durch die Teilnahme erhält Polycular über eine halbe Million Euro Förderung von der FFG für Innovation, Forschung und zukünftige Entwicklungen.

+++ FFG und aws: “Der Förderdschungel wird oftmals herbeigeredet” +++

Virtuelles Trainingslabor für soziale Kompetenz

Das erste Projekt nennt sich „Virtual Skills Lab“ und dreht sich um die Entwicklung eines virtuellen Trainingslabor für soziale Kompetenzen. Im Labor können Empathie, Konfliktfähigkeit und weitere für den Umgang mit Kollegen wichtige Kompetenzen geübt werden. Das Eintauchen mittels VR-Brille in interaktive Szenen aus dem beruflichen Alltag soll laut Polycular bewirken, dass beim Lernen nicht nur eine kognitive, sondern auch eine emotionale Form der Verarbeitung stattfindet. Das Projekt wurde von Polycular mit einem interdisziplinären Team mit Vertretern des Beratungs- und Forschungsinstituts 4dimensions, der Karl Landsteiner Universität, des Austrian Institute of Technology (AIT) und des Instituts für Höhere Studien (IHS) umgesetzt.

„CoBot Studio“: Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine

Beim zweiten Projekt geht es um den Einsatz von kollaborativen Robotern, sogenannte CoBots. Diese kommen zum Einsatz, um Mitarbeiter in schweren und monotonen Produktionsabläufen, wie Montage oder der Produktkontrolle, zu unterstützen. CoBots arbeiten dabei physisch sehr nahe mit Menschen zusammen. Damit Mensch und Maschine effizient zusammenarbeiten, müssen die Mitarbeiter nicht nur Verständnis, sondern auch Vertrauen mitbringen.

Mit Hilfe des Projekts „CoBot Studios“ sollte laut Polycular eine Simulationsumgebung geschaffen werden, um diese Zusammenarbeit besser trainieren zu können. Konkret erfolgt dies über interaktive Kollaborationspiele, die es den Teilnehmern erlauben, ein kontrolliertes Variieren von Robotersignalen, Arbeitsaufgaben und Umgebungsparametern zu üben. Die Umsetzung des Projektes erfolgte unter anderem mit der Ars Electronica Linz, dem JOANNEUM RESEARCH, der Universität Salzburg HCI, der Österreichische Studiengesellschaft für Kybernetik (OFAI) und der Blue Danube Robotics GmbH


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(c) Adobe Stock

Mit dem Marienkäfer-förmigen Sensor „Mary“, der an der Unterwäsche von Babys und Kleinkindern angebracht werden kann, und dort Vitalwerte wie Temperatur und Atmung misst, wollte das Klagenfurter Startup Sticklett durchstarten. 2016 gestartet, holte man sich 2017 ein sechsstelliges Investment, wie brutkasten berichtete. 2018 schloss man eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne ab, im Jahr danach gab es eine Investment-Zusage in der Show 2 Minuten 2 Millionen – samt Listung bei Bipa. Hinzu kam eine ganze Reihe von Awards in den Folgejahren.

„Geschäftsverlauf ist hinter den Erwartungen geblieben“

Doch der große Durchbruch gelang dem Startup seitdem nicht. Und wie die Kreditschutzverbände nun vermelden, musste das Unternehmen einen Konkursantrag einbringen.

Die Kosten für Produktentwicklung und Markteinführung seien in den ersten Jahren primär durch Eigenmittel und Förderungen gedeckt worden, wird beim AKV aus dem Konkursantrag zitiert. „Der Geschäftsverlauf ist jedoch trotz grundsätzlich guter Voraussetzungen (funktionierende Produkte; funktionierender Produktionsprozess) letztendlich leider hinter den Erwartungen geblieben, da es nicht gelungen ist, die Produktionskosten auf ein solches Maß zu senken, dass auch die Attraktivität und damit die Nachfrage am Markt eine entsprechende Steigerung erfahren hätte.“

Zuletzt geplatztes Millioneninvestment

Für Vertriebs- bzw. Marketingaktivitäten, die es ermöglicht hätten, einen weit größeren Bekanntheitsgrad zu erlangen und damit einen weit größeren Markt zu erschließen, habe das Geld nicht ausgereicht. Zuletzt habe man noch intensiv versucht, Investor:innen zu finden und dabei auch über ein Investment in Höhe von einer Million Euro verhandelt. „Bedauerlicherweise ist es – trotz zunächst auch positiv abgeschlossener Gespräche – dann zu keiner Umsetzung des Investments gekommen“, heißt es von Sticklett. Entsprechend könne man aktuell keine positive Fortbestandsprognose stellen.

Möglicher Sanierungsantrag steht noch im Raum

Insgesamt sind zwölf Gläubiger:innen betroffen. Dienstnehmer:innen hatte das Unternehmen hingegen zuletzt keine mehr. Die Passiva betragen 550.527 Euro. Diesen stehen laut Unternehmensangaben Aktiva von rund 124.000 Euro gegenüber. Es scheint aber noch einen Hoffnungsschimmer für das Startup zu geben: Noch stehe nicht fest, ob ein Sanierungsplan gestellt werden kann oder nicht, heißt es im Konkursantrag.

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