28.04.2025
SERIES B

Pliant holt 40 Mio. Dollar: Speedinvest als Lead-Investor

Das Berliner Fintech Pliant konnte in einer aktuellen Finanzierungsrunde 40 Millionen US-Dollar Kapital einsammeln. Speedinvest als einer der Lead-Investoren sticht dabei besonders hervor.
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Die Pliant-Gründer Fabian Terner und Malte Rau können sich über mehrere Investoren freuen - unter anderem Speedinvest
Die Pliant-Gründer Fabian Terner und Malte Rau können sich über mehrere Investoren freuen - unter anderem Speedinvest | Foto: Pliant

Gerade erst hat das Berliner Fintech Pliant das österreichische Startup Hi.health übernommen. Nun verkündet Pliant den erfolgreichen Abschluss seiner Series-B-Finanzierungsrunde. Insgesamt 40 Millionen US-Dollar konnte das Startup sammeln. Lead-Investoren waren Illuminate Financial und Speedinvest. Die Finanzierungsrunde stellt damit eine der größten Growth-Runden dar, die Speedinvest je angeführt hat. Auch bestehende Investoren wie PayPal Ventures und Motive Ventures beteiligten sich. Insgesamt hat Pliant damit über 100 Millionen US-Dollar an Kapital bekommen.

Pliant auf Wachstumskurs

Seit der Gründung im Jahr 2020 unterstützt Pliant Unternehmen dabei, ihre Kreditkartenausgaben besser zu steuern und einfacher abzurechnen. Laut eigenen Angaben erzielte das Fintech mehrere Jahre in Folge ein dreistelliges Umsatzwachstum.

Das Unternehmen rund um die Gründer Malte Rau und Fabian Terner hat sich in verschiedenen Branchen wie Travel, Cards-as-a-Service und Banking etabliert. Mit der Übernahme des Wiener Insurtechs Hi.health erweitert Pliant zuletzt seine Technologie gezielt auf den Versicherungsmarkt. Die Strategie: weiter wachsen und gezielt expandieren.

Speedinvest: „Teil europäischer Fintech-Erfolgsgeschichte“

„Pliant entwickelt nicht nur ein zehnmal besseres Kreditkartenprodukt – sie schaffen die Infrastruktur für die Zukunft von B2B-Zahlungen. Wir verfolgen Malte, Fabian und ihr Team schon seit einiger Zeit, und ich kenne kein anderes Team, das seine ambitionierten Pläne Jahr für Jahr so konstant übertroffen hat. Wir sind stolz, diese Series B gemeinsam anzuführen und Teil dieser europäischen Fintech-Erfolgsgeschichte zu sein“, sagt Tom Filip Lesche, Partner bei Speedinvest.

Pliant plant Expansion in die USA

Mit der Series-B-Finanzierung will Pliant in die USA expandieren. „Wir sind stolz auf diesen Meilenstein und danken unseren Investoren für ihre anhaltende Unterstützung. Unsere Plattform hat sich als skalierbare Lösung mit echtem Mehrwert bewiesen. Mit einer starken Position in Europa sind wir bereit, unsere Lösung auf dem US-Markt einzuführen“, sagt CEO und Co-Founder Rau.

In Zukunft will das Fintech weiter weltweit wachsen, indem es in Talente, Infrastruktur und Partnerschaften investiert. Pliant hat aktuell über 3.500 Firmenkund:innen und mehr als 20 Partner auf der ganzen Welt.

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Matteo Rosoli, CEO von eustella © eustella

„In den USA wird gerade die Ära der Superintelligenz ausgerufen. Europa darf dabei nicht zuschauen“, sagt Matteo Rosoli, CEO von eustella. Das Wiener Startup hat am 20. Oktober die Version 1.5 seiner Plattform für KI-Agenten veröffentlicht. Sie läuft nach eigenen Angaben auf rein europäischer Cloud-Infrastruktur.

Nachtraining statt Neuentwicklung

Eustella entwickelt kein Sprachmodell von Grund auf. Stattdessen setzt das Team auf offene Modelle, deren Gewichte frei verfügbar sind, und entwickelt sie mit eigenen Daten und Verfahren weiter. Ausgangspunkt ist laut Aussendung „das chinesische Basismodell Qwen 3.8 27B”. Die leistungsstärksten offenen Modelle stammten demnach „derzeit überwiegend aus China”. Das Nachtraining soll auch deren Voreingenommenheit reduzieren.

Ergebnisse aus eigener Messung

Wie viel das Nachtraining bringt, hat eustella selbst gemessen, mit 14 gängigen Leistungstests für KI-Modelle (Benchmarks). Laut Unternehmen schneidet v1.5 in allen 14 besser ab als das Basismodell, im Schnitt um fünf Punkte. Am deutlichsten fällt der Zuwachs beim Programmieren (LiveCodeBench, plus 17,1 Punkte), beim Befolgen komplexer Anweisungen (IFBench, plus 10,9) und in mehrstufigen Gesprächen (MultiChallenge, plus 10,8) aus.

Im Vergleich mit US-Modellen zieht eustella folgende Bilanz: v1.5 erreicht mit 27 Milliarden Parametern bei LiveCodeBench 89,1 Prozent, fast identisch mit Claude Opus 5 (89,0). GPT-5.6 Sol kommt auf 82,6. Bei GPQA Diamond, einem Test mit naturwissenschaftlichen Expertenfragen, liegt eustella mit 92,6 Prozent hinter Claude Opus 5 (93,9). Beim Verstehen langer Dokumente (AA-LCR) führt v1.5 laut eigenen Angaben mit 87,5 Prozent vor Claude Opus 5 (79,0) und GPT-5.6 Sol (84,0).

Auch gegenüber dem französischen Anbieter Mistral liegt v1.5 laut eustella in allen sieben vergleichbaren Benchmarks vorn, obwohl Mistral Medium 3.5 rund fünfmal so viele Parameter habe.

Die im Sommer verglichenen Modelle sind allerdings nicht mehr die aktuellsten ihrer Anbieter. Anthropic hat mit Fable 5.1 (seit 1. September) und Opus 5.5 (seit 22. September) zwei jüngere Modelle veröffentlicht. Auch OpenAI und Mistral haben mittlerweile neue Modelle vorgestellt.

Vom Launch zur Unternehmensplattform

Vorgestellt hat eustella seine App am 24. Juni. Beim Start im Juni waren es knapp 5.000 Nutzer:innen, jetzt mehr als 22.000. Die KI-Agenten unterstützen mehrstufige Aufgaben wie Recherchen, Präsentationen oder Reiseplanung. Ende August folgte laut eustella eine Optimierung, die das Achtfache an Nutzung zum gleichen Preis ermöglicht. Mit v1.5 kommen Team- und Enterprise-Pläne: „Orbit” kostet 20 Euro pro Nutzer:in und Monat, „Constellation” mit vierfachem Nutzungsvolumen 80 Euro. Die ersten 25 Partner:innen haben bereits API-Zugriff.

Eigene Technologie in Planung

„Wir haben diesen Sommer gezeigt, dass ein europäisches Team mit offenen Modellen und eigener Forschung an die Weltspitze heranrücken kann”, sagt Rosoli. v1.5 sei „erst der Anfang”. Weitere Forschung ist in Vorbereitung, eigene KI-Technologie will eustella Schritt für Schritt entwickeln.

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