25.08.2017

Drei AI-Startups pitchen im Railjet zur Ars Electronica vor dem ÖBB-Management

Drei AI-Startups bekommen von der ÖBB in Kooperation mit dem Brutkasten die Chance, am 7. September vor dem Top-Management der ÖBB zu pitchen. Und zwar im Railjet auf dem Weg zur Ars Electronica in Linz.
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Der Elevator-Pitch ist in der Startup-Welt weit verbreitet. Dabei wird die Idee, das Konzept oder das bereits gegründete eigene Startup in wenigen Sätzen präsentiert. Zeitrahmen ist die (gedachte) Dauer einer Aufzug-Fahrt. Anders ist es beim Railjet-Pitch: Er hat am Morgen des 7. September auf der Strecke von Wien Hauptbahnhof nach Linz Hauptbahnhof seine Premiere. Genau eine Stunde und 16 Minuten dauert die Fahrt mit dem ÖBB-Schnellzug planmäßig. Doch keine Sorge – so lange muss nicht gepitcht werden.

Hochkarätig besetzter Eisenbahnwagon

Drei AI-Startups bekommen über den Brutkasten die Chance, im Railjet ihr Konzept vor dem Management der ÖBB, darunter CIO Marcus Frantz, zu präsentieren. Der Grund für die hochkarätige Besetzung des Eisenbahnwagons ist das gemeinsame Ziel: Es geht zur Ars Electronica nach Linz. Um 7:30 Uhr geht es am Wiener Hauptbahnhof los. Die drei Startups können auf der Fahrt das ÖBB-Management von ihrer Idee überzeugen. Der Mobility-Konzern ist auf der Suche nach langfristigen Partnerschaften mit AI-Startups. Auch das Zugticket und die Festival-Pässe für die Ars Electronica, die dieses Jahr unter dem Motto „Artificial Intelligence – das andere ich“ steht, werden natürlich von der ÖBB zur Verfügung gestellt.

AI für die Mobilität der Zukunft

Die ÖBB sucht mit dem Railjet-Pitch nach AI-Konzepten für die Mobilität der Zukunft. Die Startups, die die drei Pitching-Tickets bekommen, sollten sich bereits mit dem Thema Future Mobility beschäftigen. Konkret interessieren die ÖBB etwa Logistik-Konzepte, Algorithmen zur Mobilitätsverbesserung und Technologien in den Bereichen automatisiertes Fahren und Drohnen, aber auch stark Fahrgast-zentrierte Konzepte, wie etwa ein Messenger-Chatbot für Reisen.

Interessierte Startups können sich unter diesem Link mit einer Beschreibung ihres Konzepts bewerben. Eine interne Jury der ÖBB wählt dann jene drei Startups aus, die bei der Zugfahrt dabei sind. Die Bewerbungsfrist endet am 1. September 2017 um 24:00Uhr.

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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
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Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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