01.12.2025
BOBSLA

Pitch-Panne: Löwe beschädigt Garagentor mit Schneemobil von Tiroler Startup

Wie Bobsla-Gründer Sergey Ignatyev bestätigt, ist dem Gerät bei dem Vorfall nichts passiert.
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Bobsla
©RTL/Bernd-Michael Maurer - Investor Frank Thelen macht mit dem Elektro-Schneemobil Bobsla vor dem DHDL-Studio eine Probefahrt.

Sergey Ignatyev und Werner Kirchner-Höfer mussten bei den Aufnahmen der deutschen Startup-Show „Die Höhle der Löwen“ einen Schreckmoment durchstehen. Wo so etwas normalerweise auf einen Aufruhr unter den Investor:innen (genannt Löwen und Löwinnen) aufgrund einer zu hohen Bewertung oder auf einen schlechten Pitch zurückzuführen ist, war es bei Bobsla, einem Startup aus dem Tiroler Wattens, etwas anders.

Bobsla: „wendig und nahezu unkippbar“

Die beiden Gründer präsentierten den deutschen Investor:innen ihr elektrisch betriebenes Schneemobil, ein emissionsfreies Sportgerät, das dank zweier 48-Volt-Motoren und einer tiefen Sitzposition „besonders wendig und nahezu unkippbar“ sein soll.

Investor Frank Thelen testete danach vor dem DHDL-Studio das Gerät der Tiroler und rauschte ungebremst in ein Tor.

„Mit dem Gerät gab es überhaupt keine Probleme. Bremsen, Rückwärtsgang – alles hat funktioniert. Stark beschädigt wurde allerdings das Garagentor, mehrere Lamellen mussten ersetzt werden. Aber vielleicht zeigt das gerade, dass unsere Maschinen ziemlich robust gebaut sind“, erklärt Gründer Ignatyev auf Nachfrage. Den genauen Ausgang dieses Pitches kann man am 8. Dezember auf Vox sehen.

Anfänglich nur Entwicklung

Bobsla gibt es eigentlich seit fünf Jahren, aber die ersten drei Jahre waren hauptsächlich von der Entwicklung geprägt, wie der Founder erzählt: „Und während Corona konnte man in Skigebiete kaum verkaufen.“

„In dieser Saison haben wir bereits die Kinder-Bobsla fertiggestellt und liefern sie zusammen mit der normalen Bobsla an unseren ersten Kunden in Finnland. Der Kunde hatte letzten Winter zwei Maschinen getestet, war zufrieden und hat dieses Jahr fünf weitere bestellt. Die Lieferung soll diese Woche rausgehen“, erklärt Ignatyev. „Außerdem entwickeln wir unseren Schneescooter weiter. Das Chassis ist bereits fertig, im Januar planen wir, zwei Pilotfahrzeuge zu bauen. Wenn wir eine kleine Finanzierung dafür schnell erhalten, würden wir die Pilotserie gerne auf zwölf bis 15 Stück erweitern, um im nächsten Winter schon richtig in den Markt zu gehen.“

Bobsla: Umsatzverdoppelung als Ziel

2024 konnte das Startup nach eigenen Angaben fast den Break-Even erreichen und erzielte heuer „einen kleinen, aber positiven Gewinn“.

„In dieser Saison werden wir mindestens 18 Bobslas ausliefern – also fast so viele wie in der gesamten bisherigen Firmengeschichte. Nächste Saison möchten wir den Umsatz – der aktuell bei 200.000 Euro liegt, wir sind noch ein kleines Unternehmen – nochmals verdoppeln – vor allem mit Bobsla, aber auch dank des neuen Schneescooters.“

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Gruppenfoto von Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTECH und Eddie Myers, CEO TTTech Systems SE / (c) Nicky Webb
Gruppenfoto von Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTECH und Eddie Myers, CEO TTTech Systems SE / (c) Nicky Webb

Die Wiener High-Tech-Gruppe TTTech stellt sich neu auf. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 gründet das Unternehmen die TTTech Systems SE, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft, in der die Geschäftsfelder Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastruktur gebündelt werden. Zur kritischen Infrastruktur zählt TTTech etwa Anwendungen in der Energieerzeugung. Laut Aussendung wachsen diese Märkte gerade in Nordamerika und Europa stark.

Das Portfolio der neuen Gesellschaft umfasst Komponenten, Produkte und komplette Plattformlösungen für sicherheitsrelevante Anwendungen. Zum Einsatz kommen sie nach Unternehmensangaben in Kommunikations- und Avionikarchitekturen von Verkehrsflugzeugen, militärischen Luftfahrzeugen, Advanced-Air-Mobility-Plattformen, Satelliten, Raumfahrzeugen und Trägerraketen. Technologien und Produkte von TTTech kommen unter anderem in der europäischen Trägerrakete Ariane 6 und bei der NASA-Mondmission Artemis II zum Einsatz.

Nächster Schritt nach NXP-Deal und Invest-AG-Einstieg

TTTech ordnet die Gründung als weiteren Schritt seiner langfristigen Wachstumsstrategie ein. Anfang 2025 hatte die Gruppe ihre Anteile an der von ihr mitbegründeten TTTech Auto an NXP verkauft und sich danach stärker auf ihre Kerngeschäfte konzentriert. Erst im August stieg zudem die Linzer Invest AG mit 11 Prozent bei TTTech ein (brutkasten berichtete).

Das Unternehmen verweist auf die weltweit steigende Nachfrage nach sicheren, resilienten und zunehmend autonomen Technologien. Gleichzeitig würden technologische Souveränität, Versorgungssicherheit und digitale Resilienz an Bedeutung gewinnen.

„Europa braucht in Bereichen wie Raumfahrt, Verteidigung, kritischer Infrastruktur und industrieller Automatisierung starke Technologieunternehmen mit langfristiger Perspektive. Mit der TTTech Systems SE schaffen wir die Voraussetzungen, unsere Stärken gezielter einzusetzen und neue Wachstumschancen in internationalen Märkten zu nutzen“, wird Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTech, in der Aussendung zitiert.

Eddie Myers wird CEO

An der Spitze der TTTech Systems SE steht Eddie Myers. Er ist am 15. Juli zu TTTech gekommen und derzeit als CEO von TTTech North America tätig. Die Leitung der neuen Gesellschaft übernimmt er mit 1. Oktober zusätzlich. Myers soll laut Aussendung Branchenkenntnisse und Verbindungen in Nordamerika, einen Kernmarkt von TTTech, einbringen und die weltweite Marktpositionierung der Tochter vorantreiben.

Hauptsitz bleibt Wien

Sowohl TTTech als auch die TTTech Systems SE haben ihren Hauptsitz in Wien. Die Stadt soll auch künftig das Zentrum der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Gruppe bleiben, ergänzt durch Engineering-Teams in Deutschland, Finnland, Serbien und Rumänien.

Für Kunden, Partner und Lieferanten ändert sich mit dem Übergang der Geschäftsbereiche laut TTTech nichts. Produkte, Dienstleistungen, laufende Projekte und Supportleistungen würden in gewohnter Form fortgeführt. Bestehende Verträge, Zertifizierungen und Geschäftsbeziehungen bleiben demnach gültig, ebenso die bisherigen Ansprechpartner und Prozesse.

„Gleichzeitig steht dieser Schritt für Kontinuität. Unsere Kunden und Partner können weiterhin auf die technologische Exzellenz und Verlässlichkeit vertrauen, für die TTTech seit Jahrzehnten steht“, so Kopetz.

Die TTTech Group beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1.200 Mitarbeitende an zwölf Standorten in elf Ländern.

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