20.01.2026
MEDIZIN

Permedio: Niederösterreichisches Startup startet Kooperation mit ENML

Das Erste NÖ Medizinisches Laborinstitut (ENML) erweitert sein diagnostisches Angebot und geht eine Partnerschaft mit dem niederösterreichischen Genetik- und Epigenetik-Unternehmen Permedio ein. Ziel der Kooperation sei es, genetische und epigenetische Analysen stärker in die medizinische Praxis zu integrieren und personalisierte Präventions- sowie Therapiekonzepte zu ermöglichen.
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Permedio
Permedio Labor ©Christopher Tarkus

ENML ist seit 1985 am Markt tätig und arbeitet heute mit rund 700 zuweisenden Ärzt:innen zusammen. Durch die Kooperation mit Permedio wird das Portfolio nun um mehrere Genanalysen erweitert, darunter polygenetische Risikoanalysen, pharmakogenetische Tests sowie epigenetische Altersbestimmungen. Diese sollen es ermöglichen, Krankheitsrisiken früher zu erkennen und Therapien gezielter auf einzelne Patient:innen abzustimmen.

Personalisierten Datenbasis

„Mit der Kooperation mit Permedio erweitern wir unser diagnostisches Spektrum um innovative genetische und epigenetische Analysen“, wird ENML-Geschäftsführer Georg Eilenberger zitiert. Medizinische Entscheidungen könnten dadurch stärker auf einer personalisierten Datenbasis getroffen werden, von der Wahl der richtigen Therapie bis hin zu gezielten Präventionsmaßnahmen.

Konkret verweist ENML unter anderem auf einen sogenannten HealthRiskCheck, der individuelle Krankheitsrisiken sichtbar machen soll. Ein weiterer Schwerpunkt liege auf epigenetischen Analysen, mit denen sich laut Unternehmen Rückschlüsse auf das biologische Alter sowie auf den Einfluss von Lebensstil- und Umweltfaktoren ziehen lassen.

Aus der Forschung in den Versorgungsalltag

Permedio wurde 2015 in Neunkirchen von Stefan Wöhrer gegründet und ist auf personalisierte Medizin spezialisiert. Hinter dem Unternehmen steht ein Team aus Mediziner:innen, Genetiker:innen sowie IT- und KI-Expert:innen. Auch Wöhrers Schwester, Katharina Schneider, ist mit an Bord und seit 2024 Co-Geschäftsführerin. Ziel sei es, medizinische Innovationen schneller aus der Forschung in den Versorgungsalltag zu bringen. Anfang 2026 gab Hans Peter Haselsteiner seinen Einstieg als Investor bekannt (brutkasten berichtete).

„Oft dauert es zehn bis fünfzehn Jahre, bis neue wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse in der medizinischen Praxis ankommen“, erklärt Wöhrer, dessen Anspruch es ist, evidenzbasierte Medizin sofort verfügbar und leistbar zu machen. Die Zusammenarbeit mit ENML sei dabei ein wichtiger Schritt, um diese Ansätze breiter in die Versorgung zu bringen.

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iDWELL-Gründer und CEO Alexander Roth mit COO Anna-Katharina Matzenberger | Foto: iDWELL

Das 2017 gegründete Wiener PropTech iDWELL hat sich frisches Kapital gesichert: Der US-Kapitalgeber Riverside Acceleration Capital (RAC) stellt dem Unternehmen einen siebenstelligen Euro-Betrag zur Verfügung. Anders als bei der Finanzierungsrunde im November 2024 handelt es sich diesmal aber um kein Investment im klassischen Sinn.

„Es handelt sich um eine nicht verwässernde Wachstumsfinanzierung. Die Eigentümerstruktur von iDWELL wird dadurch nicht verändert“, bestätigt Gründer und CEO Alexander Roth auf Anfrage von brutkasten. Zu Laufzeit, exakter Höhe und Rückzahlungsmodell will sich das Unternehmen nicht äußern: Mit RAC sei Stillschweigen vereinbart worden.

RAC verfolgt nach eigener Darstellung zwei Strategien: Minderheitsbeteiligungen über RAC Growth Equity und nicht verwässernde Wachstumsdarlehen über RAC Growth Lending. Nach eigenen Angaben hat der Kapitalgeber seit seiner Gründung 2016 mehr als 100 B2B-Softwareunternehmen unterstützt. RAC ist Teil von The Riverside Company.

Bestandsinvestoren: Unterstützung ja, Beteiligung offen

Im November 2024 hatte iDWELL rund zehn Millionen Euro in einer klassischen Runde aufgenommen (brutkasten berichtete). Lead-Investor war die Amsterdamer Investmentgesellschaft Knight Capital, auch die bestehenden Investoren Flashpoint Venture aus London und Wecken & Cie aus Basel beteiligten sich.

Warum diesmal Fremd- statt Eigenkapital, beantwortet Roth allgemein: „In der aktuellen Unternehmensphase war eine nicht verwässernde Finanzierung die passende Lösung.“ Seit der letzten Runde habe man den Umsatz „signifikant“ gesteigert. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Die langjährigen Bestandsinvestoren würden den eingeschlagenen Wachstumskurs „weiterhin voll“ unterstützen. Ob sie sich an der aktuellen Finanzierung beteiligt haben, lässt die Antwort offen.

Auch auf die Frage, wie stark der wiederkehrende Jahresumsatz (ARR) zuletzt gewachsen ist und ob iDWELL heute cash-flow-positiv arbeitet, gibt es keine Zahlen. Man verfüge über eine „solide langfristige Basis“, heißt es dazu.

Kapital fließt in KI-Produkte

Das Geld soll in den Ausbau der KI-gestützten Produktwelt fließen. Ein Schwerpunkt liegt auf „iDWELL Finance“, einer Lösung für automatisiertes Rechnungsmanagement. Sie stammt vom Wiener Startup domonda, an dessen Finanzsoftware sich iDWELL im Dezember 2025 die exklusiven Rechte für die Immobilienbranche gesichert hatte (brutkasten berichtete). Domonda hatte im Juni 2023 Insolvenz angemeldet und wurde zwei Monate später saniert. Nach Angaben von iDWELL setzten Ende 2025 rund 100 Immobilienunternehmen die Lösung ein.

Zweiter Baustein ist die hauseigene KI „Greta-AI“, die Verwaltungs-, Dokumentations- und Rechnungsprozesse automatisieren soll. Christian Stein, Senior Partner bei RAC, verweist auf die Positionierung im deutschsprachigen Raum und das Ökosystem an ERP-Integrationen, mit dem iDWELL die Digitalisierung der professionellen Immobilienverwaltung vorantreiben könne.

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