13.04.2021

Ozonos: Salzburger Startup bietet ersten ungefährlichen Ozonluftreiniger

Sogenannte Ozongeneratoren sind in der Entfernung von Gerüchen ausgesprochen wirksam, aber zugleich gefährlich für Menschen. Ozonos hat das Konzept weiterentwickelt.
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Optisch ist das Ozonos-Gerät relativ dezent
Optisch ist das Ozonos-Gerät relativ dezent (c) CIRVIS Consulting Inc

In der Erdatmosphäre spielt das Gas Ozon (O3) eine entscheidende Rolle in der Filterung gefährlicher UV-Strahlen der Sonne. Im bodennahen Bereich ist es hingegen wegen seiner hohen Reaktivität gefährlich für Menschen. Genau diese Reaktivität macht es aber auch zu einem hochwirksamen Luftreiniger, der nicht nur Gerüche entfernt, sondern auch desinfizierend wirkt. Genutzt wird dieses Prinzip mit sogenannten Ozongeneratoren. Das Salzburger Startup Ozonos hat das Prinzip weiterentwickelt. Sein mobiler Luftreiniger kann aufgrund einer deutlich geringeren Ozon-Konzentration ohne gesundheitliche Bedenken für Mensch und Tier eingesetzt werden.

Ozonos: Erstes Gerät seiner Art mit Haushaltsgerätezulassung

Schon ein Jahr nach der Gründung im Jahr 2017 erlangte Ozonos eine Zertifizierung vom TÜV Süd. „Als weltweit erster Ozonluftreiniger erhielt das Produkt damals eine Haushaltsgerätezulassung und Unbedenklichkeitsbescheinigung. Das war ein Meilenstein“, erzählt Gründer Fredy Scheucher. Nun gelang selbiges auch in Übersee. Als erster Ozonluftreiniger erhielt das Produkt die Zertifizierung UL Listed für den nordamerikanischen Markt. „Hinter der Zertifizierung steckt viel Arbeit und beeindruckendes Know-how. Nicht ohne Grund hat es vor uns niemand geschafft, diese Zulassung zu erhalten“, kommentiert Scheucher.

Um das neue Zertifikat zu erlangen, wurde das Produkt abermals weiterentwickelt, erklärt Klaus Seelenbacher, Projektleiter beim Ozonos-Produzenten Digital Elektronik: „Um die mobilen Aircleaner an die Anforderungen von UL anzupassen, wurde das aktuelle Gerät für den amerikanischen Markt optimiert“. Es sei nun noch mobiler und variabler. Der Marktstart über einen kanadischen Distributionspartner erfolgte bereits Anfang des Jahres.

„Steine im Weg“ im Kampf gegen Corona

Zum Einsatz kommen die Geräte etwa in Privathaushalten, in der Hotellerie und Gastronomie, in Kindergärten, Schulen, Reisebussen und bei Ärzten. Beworben wird etwa auch die „Küche ohne Dunstabzug“. Zu kaufen sind sie – je nach Ausführung – ab 1100 Euro. Da die Luftreiniger nachweislich auch Viren wie Covid-19 in der Luft zerstören, versuchte das Startup, die Coronakrise entsprechend zu nutzen. Weil ein Arbeitskreis des zuständigen Ministeriums jedoch in explizit von Ozonluftreinigern abriet, beklagte Gründer Scheucher kürzlich: „Man legt uns Steine in den Weg“. Es handle sich dabei um eine unzulässige Pauschalverurteilung.

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DiLT Analytics
© DiLT Analytics

DiLT Analytics hat eine siebenstellige Finanzierungsrunde abgeschlossen. Sie setzt sich aus einem Equity-Investment von Noctua Science Ventures und einer Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) im Rahmen des Programms Seedfinancing – Deep Tech zusammen. Mit dem Geld möchte das 2021 gegründete Spinoff der TU Graz sein Team ausbauen und FaciliMind, seine Software zur automatisierten Fehlerdiagnose in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, zu weiteren Betreibern großer Gebäudeportfolios bringen

DiLT Analytics: „Substanziell wachsen“

Noctua Science Ventures ist ein Wiener Deep-Tech-Fonds und ein Joint Venture von Speedinvest und den Technischen Universitäten Österreichs. Der Fonds investiert gezielt in Ausgründungen, deren Produkt auf langjähriger Forschung beruht.

„Die aws-Förderung ergänzt das Investment und ist auf genau diese Phase zugeschnitten: den Schritt von einer erprobten Technologie zu einem Produkt, das sich über viele Standorte hinweg ausrollen lässt“, heißt es per Aussendung. Um im Sinne des Programms aws Seedfinancing – Deep Tech als Deep Tech zu gelten, muss das Vorhaben auf einer „anspruchsvollen technologischen und wissenschaftlichen Herausforderung“ basieren und einen klaren Technologiesprung gegenüber bestehenden Lösungen oder rein inkrementellen Weiterentwicklungen ermöglichen.

„Mit Noctua Science Ventures haben wir einen Partner gefunden, der beides kennt: die technischen Herausforderungen eines Deep-Tech-Produkts und den Weg in die Kommerzialisierung. Für ein junges Spinoff ist das der Best Case. Dass parallel auch die aws-Förderung zugesagt wurde, bestätigt uns, dass FaciliMind und unser Team auf dem richtigen Weg sind. Jetzt geht es darum, substanziell zu wachsen“, sagt Theresa Kohl, CEO von DiLT Analytics.

Philipp Stangl, Managing Director von Noctua Science Ventures, ergänzt: „Von unseren vielen Gesprächspartnern erhielten wir ein sehr einheitliches Bild zu DiLT: ein glaubwürdiger, technisch differenzierter Ansatz, umgesetzt von einem Team, mit dem Immobilienprofis gerne zusammenarbeiten. Genau diese Kombination aus Forschungsvorsprung und starker Kundenorientierung ist es, wonach wir in der Pre-Seed-Phase suchen.“

2021 gegründet

DiLT Analytics wurde Ende 2021 von Franz Wotawa und Gerald Schweiger als Spinoff des Instituts für Softwaretechnologie der TU Graz gegründet und ging aus der Forschungsgruppe „Intelligent Systems“ hervor. Erstes größeres Projekt war „Inframonitor“, eine herstellerunabhängige IoT-Datenplattform für den Campus Inffeldgasse der TU Graz.

Seither ist DiLT an mehr als 20 Forschungsprojekten mit über 15 Partnern beteiligt, einige davon FFG-gefördert und gemeinsam mit österreichischen und europäischen Universitäten. Die Ergebnisse fließen über den Forschungszweig DiLT Research direkt in die Produktentwicklung. Geführt wird das Unternehmen heute von Theresa Kohl (CEO), Christopher Gray (Business Development & Strategy), Thomas Hirsch (CTO), Reinhard Pertschy (CPO) und Thomas Schwengler (Head of Software).

Die entwickelte Software FaciliMind analysiert Betriebsdaten von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, erkennt dabei versteckte Fehler und Optimierungspotenziale und liefert Technikteams eine nach Dringlichkeit sortierte Maßnahmenliste, so der Claim. Die Software von DiLT Analytics arbeitet herstellerunabhängig und lässt sich über ein einzelnes Gerät an die bestehende Gebäudeleittechnik anbinden. Dank eines knowledgegraphbasierten Softwarestacks soll sie das digitale Abbild komplexer Anlagen weitgehend automatisiert innerhalb weniger Tage statt monatelanger Handarbeit erstellen können. Zielgruppe sind Betreiber großer Gebäudeportfolios, etwa in der öffentlichen Hand, an Flughäfen sowie in Industrie und Gesundheitswesen.

DiLT Analytics erhielt Preise

Zu den Kunden zählen u.a. die Technischen Universitäten Graz und Wien, Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), IG Immobilien Management GmbH und Industriekunden. 2025 wurde DiLT Analytics mit dem DREA Award und dem ÖGUT Umweltpreis ausgezeichnet. Und ist seit September 2026 nach ISO 27001 zertifiziert.

„Wissen über Anlagenbetrieb soll im Unternehmen bleiben“

Neben der Verstärkung des Teams und dem geplanten Rollout möchte DiLT Analytics künftig ein Übersetzungswerkzeug für den BACtwin-Standard als Open Source veröffentlichen und die Diagnose künftig auf weitere Technologien wie Wärmepumpen, Photovoltaik und Batteriespeicher ausweiten

„Ein Gebäudeportfolio überdauert seine Dienstleister und oft auch seine erfahrensten Mitarbeitenden“, sagt Kohl. „Unser Ziel ist, dass das Wissen über den Anlagenbetrieb im Unternehmen bleibt und dass Entscheidungen auf verifizierter Datengrundlage statt auf Bauchgefühl und Erinnerung beruhen.“

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