07.07.2025
ORORATECH

20-Mio.-Euro-Vertrag: Startup rund um zwei Österreicher öffnet Griechenland-Standort

Das Anti-Waldbrand-SpaceTech-Startup OroraTech setzt seinen Expansionskurs mit einem neuen Standort in Griechenland fort.
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Das OroraTech-Führungsteam mit dem Kärntner Co-Founder Thomas Grübler (3.v.l.) | (c) OroraTech
Das OroraTech-Führungsteam mit dem Kärntner Co-Founder Thomas Grübler (3.v.l.) und CEO und CTO Martin Langer (m.) | (c) OroraTech.

Jetzt im Sommer vergeht kaum ein Tag ohne mediale Berichte über Waldbrände. In Europa ist ein Land besonders häufig betroffen: Griechenland. Entsprechend verwundert es nicht, dass der Mittelmeerstaat viel Anstrengung und auch Geld investiert, um das Problem besser zu bewältigen. Dabei setzt man nun auch auf die Lösung des Münchner Startups OroraTech rund um den österreichischen Co-Founder und nunmehrigen US-CEO Thomas Grübler und den ebenfalls österreichischen Gruppen-CEO und -CTO Martin Langer.

Mit seiner satellitenbasierten Lösung hat sich OroraTech ganz der Bekämpfung von Waldbränden verschrieben – brutkasten berichtete mehrmals, zuletzt über die Series-B-Finanzierungsrunde. Das stetig wachsende Satellitennetzwerk des Unternehmens liefert in kurzen Abständen und in hoher Auflösung Temperatur-Daten von der Erdoberfläche, durch die Brände frühzeitig erkannt und entsprechend schnell bekämpft werden können. Eingesetzt wird die Technologie etwa in Brasilien, den USA, Kanada und Australien.

OroraTech-Griechenland-Standort folgt 20-Millionen-Euro-Vertrag im Vorjahr

Auch in Griechenland ist OroraTech bereits länger aktiv. Nun wurde das Engagement mit der Eröffnung einen Standorts weiter verstärkt. Dem geht die Unterzeichnung eines 20-Millionen-Euro-Vertrags zum Aufbau eines Waldbrandüberwachsungssystems im Vorjahr voraus. Das System umfasst vier eigene Satelliten, deren Daten durch die KI-gestützte Software des Unternehmens verarbeitet werden.

Bild von der Eröffnung des OroraTech-Griechenland-Standorts | (c) OroraTech

Im Rahmen des Auftrags hat sich OroraTech auch dazu verpflichtet, Mitarbeiter:innen vor Ort einzustellen, auszubilden und eine ständige Betriebsstätte in Athen zu errichten. Man habe bereits Software Engineers, Data Scientists und Techniker:innen eingestellt und plane zukünftig Kooperationen mit Universitäten und Forschungseinrichtungen, heißt es vom Startup.

„Wird das Tor für unser Wachstum in der Region sein“

„Indem wir in die lokale Infrastruktur und in Talente investieren, unterstützen wir nicht nur unser Waldbrand-Konstellationsprogramm, sondern bauen auch eine langfristige Grundlage für Erdbeobachtungsinnovationen in Griechenland auf“, kommentiert Axel Roenneke, Chief Commercial Officer von OroraTech. Das Kompetenzzentrum in Griechenland werde „das Tor für unser Wachstum in der Region sein“.

Und der griechische Digital-Minister Dimitris Papastergiou, der zur Standort-Eröffnung kam, meint: „Als ich in das Ministerium kam, habe ich die Initiative ergriffen, die gesamte Raumfahrtpolitik Griechenlands zu ändern. Wir haben beschlossen, mit Unterstützung der ESA etwas Neues zu machen, und heute sind wir dank OroraTech und anderen Unternehmen, die das nationale Raumfahrtprogramm umsetzen, endlich bereit, unsere Satelliten zu starten, die unseren Rettungsdiensten eine noch nie dagewesene Möglichkeit geben, Waldbrände in Echtzeit zu erkennen und darauf zu reagieren, um Leben, Wälder und Gemeinschaften in unserem Land zu schützen.“

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Die Quivo-Geschäftsführer Christoph Glatzl und Georg Weiß | (c) Quivo
Die Quivo-Geschäftsführer Christoph Glatzl und Georg Weiß | (c) Quivo

Mit rund 55 Millionen Euro Schulden war die Insolvenz des von Katharina Schneider aufgebauten Unternehmens MediaShop im Februar eine der aufsehenerregenderen in diesem Jahr. Zunächst war die Zukunft der Marke ungewiss. Mit dem Unternehmer Christoph Bauer mit One Spot fand sich ein Käufer, der die Marke seit Anfang Juni weiterführte und neu aufstellte. Im Zuge dessen wird nun auch die Logistik am deutschen Markt umgestellt. Dieser ist mit rund der Hälfte der Gesamtumsätze der wichtigste Einzelmarkt des Unternehmens. In den drei Monaten nach dem Neustart Anfang Juni wurden dort nach Unternehmensangaben mit rund 60.000 Bestellungen mehr als vier Millionen Euro Umsatz erzielt.

Neuer Partner im Fulfillment ist das vom österreichischen Gründer-Duo Christoph Glatzl und Georg Weiß geführte Scaleup Quivo, das stark auf Automatisierung setzt. Dieses war 2022 aus der Fusion des Wiener Startup Logsta mit der deutschen Ancla hervorgegangen und hat seinen formellen Hauptsitz in Deutschland, seinen operativen Sitz aber in Wien. Vor etwa einem Jahr machte es mit einer großen Finanzierungsrunde auf sich aufmerksam, wie brutkasten berichtete.

Logistische Herausforderungen durch kurzfristige Peaks

Mit der Logistik-Umstellung von MediaShop in Deutschland werden nun rund 10.000 Paletten Ware vom bisherigen Zentrallager in Augsburg nach Frankfurt verlagert. Das ist aber nur die erste von vielen zu erwartenden logistischen Herausforderungen, will das Teleshopping-Unternehmen seine Präsenz am deutschen Markt doch noch stärker ausbauen. So steigerte man die TV-Einschaltungen in Deutschland seit dem Neustart von zwischenzeitlich nur drei Sendern auf zwölf. International stieg die Zahl der Sender seit dem Neustart von 16 in zwei Ländern auf 50 in fünf Ländern.

Das Geschäftsmodell von MediaShop stelle enorme Anforderungen an Geschwindigkeit und Flexibilität, sagt Quivo-CEO Weiß: „Bei MediaShop zeigt sich besonders deutlich, dass modernes Fulfillment weit mehr ist als Lagerfläche und Paketversand. Wenn innerhalb kurzer Zeit große Bestellmengen eingehen, müssen Technologie, Prozesse und Personal nahtlos zusammenspielen.“ Die Plattform verbinde unterschiedliche Systeme und automatisiere große Teile der Bestellabwicklung. „Gleichzeitig haben wir die Infrastruktur und die personellen Ressourcen, um auch kurzfristige Nachfragespitzen abzufangen. Genau für solche Wachstumsszenarien haben wir Quivo aufgebaut“, so der Gründer.

„Wir haben MediaShop in sehr kurzer Zeit neu aufgestellt und sind wieder auf Kurs. Dafür brauchen wir eine Logistik, die nicht nur unser heutiges Bestellvolumen zuverlässig bewältigt, sondern auch mit uns wachsen kann“, kommentiert der neue MediaShop-Inhaber und -Chef Christoph Bauer. „Mit Quivo haben wir einen Partner gefunden, der Technologie, operative Erfahrung und die notwendige Skalierbarkeit verbindet. Das ist für uns insbesondere in einem Geschäft entscheidend, in dem Nachfrage sehr kurzfristig entstehen kann.“

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