21.10.2020

Startup-Übernahme in Wien: Orderlion schluckt Grapevine

Das Wiener Gastro-Startup Orderlion übernimmt das Wiener Wein-Startup Grapevine. Nun soll die Deutschland-Expansion vorangetrieben werden.
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Grapevine-Mitgründerin Valerie Pretscher und Orderlion CEO Stefan Strohmer - © Orderlion
Grapevine-Mitgründerin Valerie Pretscher und Orderlion CEO Stefan Strohmer - © Orderlion

Das 2017 gegründete Wiener Startup Orderlion betreibt seit einigen Jahren ein Online-Bestellsystem für die Gastronomie. Die aktuelle Corona-bedingte „Umbruchphase“ in der Branche genutzt, um „die Strategie zu schärfen“, heißt es vom Startup nun in einer Aussendung. Konkret setzt man einen deutlichen Expansionsschritt. Orderlion übernimmt das auf Weinhandel spezialisierte, ebenfalls 2017 gegründete Wiener Startup Grapevine.

Grapevine-Mitgründerin Valerie Pretscher wird Teil des Orderlion-Teams

Zu den Modalitäten des Übernahme-Deals gibt es keine Details. Grapevine-Mitgründerin Valerie Pretscher wird Teil des neuen Teams des weXelerate-Alumnus und übernimmt die Hauptverantwortung für die Expansion nach Deutschland, die nun – mit Fokus auf den Getränkemarkt – forciert werden soll

Stefan Strohmer, CEO und Co-Founder von Orderlion, kommentiert: „Durch die Übernahme von Grapevine gewinnen wir einen wichtigen Know-how-Träger im Getränkegroßhandel. Damit stärken wir einerseits unsere Expertise am Getränkemarkt und freuen uns andererseits mit Valerie Pretscher, zuvor Co-Founder von Grapevine, einen erfahrenen Profi im Team willkommen zu heißen“.

150 Lieferanten + 200 Winzer

Orderlion und Grapevine würden eine ähnliche Digitalisierungsstrategie verfolgen, heißt es vom Startup. Mit Hilfe eines Online-Shopsystems erleichtern sie Gastro-Lieferanten (wie Wein-, oder auch Fleisch- und Gemüsehändlern) den direkten Vertrieb ihre Ware an Restaurantbetriebe. Mit 200 Winzern hat Grapevine einen breiten Kundenstock im spezifischen Weinsegment aufgebaut. Orderlion hat rund 150 Lieferanten – zuletzt kam etwa Murauer Bier dazu. Derzeit betreut das Startupm 2500 Gastronomen und Hotelbetriebe aus mehr als 30 Städten in vier Ländern. Von 2018 auf 2019 sei man um 300 Prozent gewachsen, heißt es vom Unternehmen.

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Die Aitiologic-Gründer (vlnr.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic
Die Aitiologic-Gründer (v.l.n.r.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic

Im Oktober 2024 verließ das Wiener Startup Aitiologic den „Stealth Mode“. Damals hatte es 2,5 Millionen Euro an Investments und Förderungen eingesammelt. Jetzt folgt eine Seed-Finanzierung über 6,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab.

Angeführt wird die Runde von den Healthcare-Investoren Heal Capital und Ananda Impact Ventures. Die bisherigen Investoren Push VC und Lana Ventures sind wieder dabei. Dazu kommen laut Startup mehrere Biotech-Gründer, die bereits Börsengänge und Exits hinter sich haben.

Ein Bluttest, der zeigt, was im Gewebe passiert

Aitiologic entwickelt die Plattform „Aitios“. Sie untersucht zellfreie DNA im Blut und wertet die Daten mit KI aus. Das Ziel: Aus einer normalen Blutprobe soll sich ablesen lassen, aus welchem Gewebe die DNA stammt und was dort gerade passiert. Die Technologie geht auf Forschung von Gründer und CEO Andreas Posch bei Siemens Healthineers zurück. Aitiologic hat sie exklusiv lizenziert.

2024 sprach das Startup noch allgemein von Krebs- und Pränataldiagnostik. Nun ist die erste Anwendung klar: die Risikoabschätzung für Präeklampsie im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Bluthochdruck-Erkrankung betrifft laut Aussendung geschätzt drei bis acht Prozent aller Schwangerschaften. Sie ist eine der wichtigsten Ursachen für Todesfälle von Müttern und Föten weltweit. Aitiologic will dafür dieselbe Blutprobe nutzen, die ohnehin für den nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) abgenommen wird. Eine zusätzliche Blutabnahme wäre also nicht nötig.

Eine erste Studie mit Kypros Nicolaides und dem Fetal Medicine Research Institute habe gezeigt, dass sich damit das Präeklampsie-Risiko einschätzen lässt, so das Startup. Jetzt läuft eine größere Studie mit der Fetal Medicine Foundation, an der mehr als 1.000 Schwangere teilnehmen. „Wir sind von einer Technologie-Hypothese zu publizierten klinischen Daten gekommen“, sagt Posch. Das frische Kapital soll in diese Studie und in die Produktentwicklung fließen.

Oxford-Nanopore-Mitgründer im Beirat, neue Chief Medical Officer

Mit der Finanzierung holt Aitiologic zwei bekannte Namen an Bord. Gordon Sanghera hat Oxford Nanopore Technologies mitgegründet, ein britisches Unternehmen für DNA-Sequenzierung. Er führte es 21 Jahre lang als CEO, vom Spinoff der Universität Oxford bis zum Börsengang in London. In der Aussendung wird er als „Pionier der Molekulardiagnostik“ bezeichnet. Für Aitiologic ist das relevant, weil die eigene Plattform auf der Sequenzierung von DNA aus dem Blut aufbaut: Sanghera bringt also Erfahrung mit dem Aufbau, der Finanzierung und der Skalierung genau dieser Art von Technologie mit. Er investiert in die Runde und wird Mitglied des Beirats. Die ersten klinischen Daten von Aitiologic seien „sehr ermutigend“, sagt Sanghera.

Neue Chief Medical Officer ist Rebecca Ertl. Sie ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und hat ein nach eigenen Angaben führendes Zentrum für Pränataldiagnostik in Österreich gegründet. Bei Aitiologic verantwortet sie die medizinische Strategie, zunächst für das Präeklampsie-Programm. Ertl nennt bereits ein mögliches nächstes Thema: Man prüfe, ob der Bluttest auch bei Schwangerschaftsdiabetes früher Hinweise liefern könne.

Neben dem Risikokapital erhält Aitiologic Förderungen von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Wirtschaftsagentur Wien. Dazu kommt Unterstützung über den Europäischen Investitionsfonds (EIF) im Rahmen von InvestEU. Zugelassen ist die Plattform noch nicht, sie befindet sich weiterhin in der Entwicklung.

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Startup-Übernahme in Wien: Orderlion schluckt Grapevine

  • Das 2017 gegründete Wiener Startup Orderlion betreibt seit einigen Jahren ein Online-Bestellsystem für die Gastronomie.
  • Die aktuelle Corona-bedingte „Umbruchphase“ in der Branche genutzt, um „die Strategie zu schärfen“, heißt es vom Startup nun in einer Aussendung.
  • Konkret übernimmt man das Winer Weinhandel-Startup Grapevine.
  • Grapevine-Mitgründerin Valerie Pretscher wird Teil des neuen Teams des weXelerate-Alumnus und übernimmt die Hauptverantwortung für die Expansion nach Deutschland, die nun – mit Fokus auf den Getränkemarkt – forciert werden soll.
  • Mit 200 Winzern hat Grapevine einen breiten Kundenstock im spezifischen Weinsegment aufgebaut.
  • Orderlion hat rund 150 Lieferanten – zuletzt kam etwa Murauer Bier dazu.

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  • Das 2017 gegründete Wiener Startup Orderlion betreibt seit einigen Jahren ein Online-Bestellsystem für die Gastronomie.
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