19.04.2018

Oracle-Vize Bradford über den „Startup Cloud Accelerator“

Reggie Bradford, Senior Vice President von Oracle, spricht im Interview über die cloud-basierte Gründerförderung des Unternehmens.
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Startup Cloud Accelerator
(c) Bernhard Madlener: Vizepräsident Reggie Bradford fördert mit Oracle jetzt auch österreichische Startups.

IT-Riese Oracle hat 2016 ein Startup-Förderprogramm ausgerufen, das nach dem erfolgreichen Start auf Basis seiner Cloud Services in Indien nach und nach auf die ganze Welt ausgeweitet wurde. Nun sind auch österreichische Gründerinnen und Gründer eingeladen, sich um einen Platz im „Oracle Startup Cloud Accelerator“ zu bewerben.

+++ Martin Winkler von Oracle: “Jeder hat eine zweite Chance verdient” +++


Wie hat sich das Startup Accelerator-Programm entwickelt, und wer kann sich dafür bewerben?

Ich bin selbst Gründer von drei Startups und habe Erfahrung darin, Produkte zu entwickeln, die fehlen und die ich selbst nutzen will. Über mein Unternehmen Vitrue, das 2012 von Oracle übernommen wurde, bin ich in die aktuelle Position gekommen. Alle meine drei Startups wurden in Atlanta gegründet, womit auch belegt ist, dass der Erfolg nicht nur im Silicon Valley liegt. Wichtig ist, dass die richtigen Leute zusammen finden, die den Biss haben, eine gute Idee umzusetzen. Wir haben für den Startup Cloud Accelerator vorerst sieben Niederlassungen außerhalb der USA etabliert – u.a. in Bristol, Mumbai, Sao Paulo und Tel Aviv. Aber grundsätzlich kann ein Business überall entstehen, wenn es die passende Infrastruktur gibt. Die stellen wir auf Basis unserer Cloud Services zur Verfügung. Ob jemand in Buenos Aires, Wien oder auch in Nairobi sitzt, um den afrikanischen Kontinent nicht zu vergessen, wird immer weniger wichtig. Das Startup-Programm umfasst aber mehr als die Herstellung von Chancengleichheit. Es geht auch um Mentoring durch Oracle-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, um den Zugang zu Investoren und vieles mehr.

Was ist aus Ihrer eigenen Sicht als Gründer der wichtigste Punkt dieses Angebots?

Den größten Wert hat sicherlich der Zugang zu unserem Kundenstamm. Zum einen ist es für junge Unternehmen schwierig, als Anbieter in einen Markt einzutreten. Zum anderen bekommen Sie durch Oracle bei den Kunden vor allem einen Vertrauensvorschuss. Wenn wir den Leuten, die uns schätzen, neue Produkte oder Dienstleistungen empfehlen, dann öffnen wir diesen Startups eine wichtige Tür. Denn im Business geht es immer um Vertrauen.

„Mit der Blockchain allein lässt sich kein Business aufziehen.“

Gibt es Branchen, in denen Sie sich mehr Startup-Geist wünschen würden? Und umgekehrt Bereiche, wo Sie sagen: Bitte nicht zum x-ten Mal dieselbe Geschäftsidee?

Ganz grundsätzlich gibt es da keinerlei Einschränkungen: Jedes Startup, dessen Gründer zumindest sechs Monate zusammen arbeiten, und deren Business einen disruptiven Charakter hat, kann sich um Aufnahme in den Startup Cloud Accelerator bewerben. Aus der Disruption ergibt sich schon eine gewisse kommerzielle Attraktivität, eine Markt-Chance. Aber natürlich ist es kein Geheimnis, dass der Gesundheitsbereich gute Chancen für Erfolge durch Innovation bietet. Was wir vielleicht weniger brauchen, ist ein weiteres Startup, das sich mit dem Beweis von Albert Einsteins Theorien beschäftigt und die Erkundung des Weltalls anstrebt. Das ist natürlich wichtig und auch wahnsinnig interessant, aber hier sind wir bei den nötigen Investitionen in einem finanziellen Bereich, den unser Programm nicht abdecken kann.

Kann man Sie mit dem Stichwort „Blockchain“ ködern?

Der Hype um die Blockchain ist ähnlich wie bei allen neuen Technologien oder Kanälen, man denke etwa an die Etablierung von Social Media und Cloud Services. Was nachhaltig ist, was bleibt, wird sich zeigen – genauer gesagt, wird das der Markt zeigen. Persönlich glaube ich sehr an die Zukunft von Blockchain-Services, v.a. im Supply Chain-Bereich. Es braucht nur alles noch Zeit. Mit der Blockchain allein lässt sich aber natürlich kein Business aufziehen.

Mit Cloud Services hat sich auch Amazon ein starkes weiteres Standbein aufgebaut. Ist der „Startup Cloud Accelerator“ auch eine Kampfansage?

Ich denke, dass der Markt groß genug ist für mehrere starke Anbieter – und da fällt mir nicht einzig und allein Amazon ein. Mit unseren Cloud Services wollen wir dezidiert Startups ansprechen, die auf internationaler Basis skalieren wollen. Dafür bieten wir virtuelle, aber eben auch weitere Unterstützung – wie z.B. das schon genannte Mentoring-Programm.

Seit dieser Woche können sich auch österreichische Unternehmen bewerben. Wie viele Startups werden seit dem Start 2016 bei Oracle betreut?

Es sind bereits einige Hundert. Aber wir haben vor, bald schon einige Tausend zu unterstützen. Nachdem sich bekanntlich nur sechs bis neun von zehn Startups langfristig halten, müssen die eben ihre Hausaufgaben besonders gut machen. Und dabei hilft Oracle.

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Pröll, Länderbericht, Digital
© BKA/Regina Aigner - Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll.

Der kürzlich veröffentlichte 4. Länderbericht zur Digitalen Dekade der Europäischen Union zeigt Österreichs Fortschritte bei der digitalen Transformation. Besonders stark schneidet die Republik bei digitalen Verwaltungsservices ab: Im eGovernment Benchmark 2026 erreicht Österreich mit 85,5 Punkten Platz sechs unter den EU-Mitgliedstaaten und liegt damit über dem EU-Schnitt von 76,6 Punkten.

Ziel Top 3

Weitere Stärken zeigt der Bericht bei der mobilen Benutzerfreundlichkeit digitaler Services, den digitalen Grundkompetenzen, der Nutzung von Künstlicher Intelligenz durch Unternehmen sowie bei der Quantentechnologie.

„Wir nähern uns unserem Ziel, unter die Top 3 in der EU zu kommen. Der EU-Länderbericht zeigt klar: Österreichs digitale Transformation nimmt stetig an Tempo zu. Platz 6 im eGovernment Benchmark und Platz 1 bei der mobilen Benutzerfreundlichkeit digitaler Verwaltungsservices bestätigen den eingeschlagenen Weg. Unsere Anstrengungen rund um die ID Austria, digitale Kompetenzen und Public AI zeigen Wirkung. Das Motto lautet: digitale Verwaltung muss für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen einfacher, schneller und alltagstauglicher werden“, sagt Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll.

Verbesserung digitaler Grundkompetenzen

Österreich erreicht im europäischen Vergleich Platz 1 bei der Benutzerfreundlichkeit digitaler Verwaltungsleistungen auf Mobilgeräten – gemeinsam mit Luxemburg und Malta. Grundlage dafür sei ein starkes eID-Ökosystem. Die Weiterentwicklung und breitere Nutzung der ID Austria trügen dazu bei, digitale Amtswege einfacher und mobil besser nutzbar zu machen, heißt es.

Auch bei den digitalen Grundkompetenzen verbessert sich Österreich weiter und steigt von Platz 8 auf Platz 7 im europäischen Vergleich. 69,8 Prozent der Bevölkerung verfügen demnach über zumindest grundlegende digitale Fähigkeiten. Damit liegt Österreich über dem EU-Durchschnitt von 60,4 Prozent. Frauen liegen in Österreich mit 70,75 Prozent vor Männern mit 68,79 Prozent und damit entgegen dem EU-Trend.

KI-Nutzung steigt

Eine positive Entwicklung zeigt sich auch bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz durch Unternehmen. Zwischen 2023 und 2025 ist der Anteil der österreichischen Unternehmen, die KI einsetzen, von 10,79 Prozent auf 29,95 Prozent gestiegen. Österreich liegt damit im DESI 2026 (Anm.: Index für digitale Wirtschaft der EU) auf Platz 7 von 27 Mitgliedstaaten – der EU-Schnitt beträgt 19,95 Prozent. Bei Großunternehmen nutzen bereits 68,26 Prozent KI. Auch bei der erstmals erhobenen KI-Nutzung durch Bürgerinnen und Bürger liegt Österreich mit 39,42 Prozent über dem EU-Durchschnitt von 32,66 Prozent.

Der Bericht hebt auch Österreichs starke Position in der Quantentechnologie hervor. Österreich gilt insbesondere rund um Wien und Innsbruck als europäischer Vorreiter in der Quantenforschung. Die Initiative Quantum Austria wird mit 107 Millionen Euro aus der Recovery and Resilience Facility finanziert und stärke damit gezielt Forschung, Technologieentwicklung und Standortkompetenz.

Auch Aufholbedarf

Neben den Verbesserungen zeigt der Bericht gleichzeitig weiteren Aufholbedarf, insbesondere beim Ausbau der Glasfaserinfrastruktur, der Nutzung von Cloud- und Datenanalyse-Lösungen durch Unternehmen sowie der Digitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen.

„Der Bericht ist Rückenwind und Arbeitsauftrag zugleich. Österreich ist in vielen Bereichen stark unterwegs, aber wir dürfen uns darauf nicht ausruhen. Gerade bei Glasfaser, Cloud, Datenmanagement und KMU-Digitalisierung müssen wir schneller werden“, betont Pröll abschließend.


Hintergrund: Digitale Dekade der EU

Mit der Digitalen Dekade hat sich die Europäische Union ambitionierte Ziele bis 2030 gesetzt. Dazu zählt unter anderem der Ausbau digitaler Kompetenzen, moderne digitale Infrastrukturen, leistungsfähige digitale Verwaltungsservices, digitale Identitäten sowie die Stärkung der digitalen Transformation von Unternehmen. Der Länderbericht bewertet jährlich die Fortschritte der Mitgliedstaaten anhand definierter Ziele und Indikatoren.

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