20.11.2025
"VENATOR"

Opos: Burgenländisches Startup von 26-Jährigem bringt „Hightech-Pistole“

Mit seiner Pistole "Venator" will Florian Tripaum zunächst im Sportschützensegment Fuß fassen. Großes Ziel seines Startups Opos ist jedoch der Defense-Markt.
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Opos-Gründer Florian Tripaum mit
Opos-Gründer Florian Tripaum mit "Venator" | (c) Opos

Über lange Zeit war es in Österreich gewiss keine Branche, in der man großen öffentlichen Zuspruch erwarten konnte, doch die geopolitische Situation änderte den Blick drauf zuletzt stark: Defense-Tech. Entsprechend gewinnt auch der Beruf, den Florian Tripaum erlernt hat hierzulande wieder an Bedeutung. Der 26-jährige maturierte in Waffen- und Sicherheitstechnik an der HTL Ferlach in Kärnten und legte später die Meisterprüfung als Büchsenmacher ab. Nach einem TU-Graz-Studium zum Maschinenbauingenieur arbeitete er beim deutschen Schusswaffen-Riesen Walther, bevor er Produkt-Entwickler für den koreanischen Tech-Giganten Samsung wurde.

Erste Prototypen 2020 in „Kategorie Vollkatastrophe“

Parallel arbeitet Tripaum jedoch seit 2020 an seinem eigenen Unternehmen: Opos mit Sitz im burgenländischen Oberwart (brutkasten berichtete erstmals 2021). Und mit diesem will er seine Waffen-Expertise mit der Pistole „Venator“ in ein erfolgreiches Geschäftsmodell gießen. Dabei sei der Start vor fünf Jahren noch nicht nach Plan verlaufen, erzählt der Gründer heute. Banken hätten Gespräche über Investitionen gar nicht erst führen wollen und die ersten Prototypen der „Hightech-Pistole“ seien in der „Kategorie Vollkatastrophe“ gelegen.

„Wir treffen den Nerv der Zeit“

Doch inzwischen habe man „ausgeklügelte Kleinserien“ und Banken würden sich selbst als Geldgeber ins Spiel bringen. Denn, so Tripaum: „Wir treffen den Nerv der Zeit.“ Dabei steht der Defense-Markt für Opos nicht als erster Punkt auf der Agenda. Zunächst will man mit „Venator“ im Sportschützensegment Fuß fassen – als „Sprungbrett“, wie der Gründer sagt. Dennoch: Auch in Sachen Defense führe man bereits Gespräche mit möglichen strategischen Investoren in Saudi-Arabien, Dubai und Deutschland.

„Venator“ soll u.a. mit Digitalfunktionen punkten

Doch was unterscheidet „Venator“ von gängigen Pistolen? „Schon früh ist mir aufgefallen, dass die Branche kaum bis wenig Innovationen vorantreibt. Die Konzepte sind meist rein mechanisch ausgelegt, digitale Elemente fehlen gänzlich“, so Tripaum. Seine Pistole soll geringe Rückstoßkräfte mit – zunächst optionalen – Digitalfunktionen verbinden und damit viele präzise Schüsse in kürzester Zeit ermöglichen. „Unsere Pistole ist in ihrer Basisversion eine rein mechanische Lösung – mit besonders tiefer Laufachse und einer Drehlaufverriegelung. Aber schon jetzt bieten wir ein Vision-Modul mit Live-Statusanzeige für Munitionsstand, Sicherheitsstatus, Batterieladung oder Waffentemperatur“, erklärt der Gründer.

„Keine Spielereien“

Als „Spielereien“ will Tripaum diese Features nicht verstanden wissen – dem widerspreche er „vehement“. „Zuverlässigkeit ist das entscheidendste Kriterium einer Pistole. Diese Funktionen tragen maßgeblich dazu bei“, meint er. Dabei stellt der Opos-Gründer klar: Elektronik und Mechanik seien strikt getrennt, wodurch es „niemals zu einer wechselseitigen Beeinträchtigung kommen kann“.

Viele Teile aus dem 3D-Drucker

Punkten soll „Venator“ auch durch die Fertigungstechnik: Einige entscheidende Bauteile, etwa der Abzug, Griff, Visierschiene, Schlitten und Verschlussfanghebel, werden im 3D-Druck bei M&H im steirischen Ilz hergestellt. „Im 3D-Metalldruck sind wir nicht mehr an konventionelle Werkzeuglogik gebunden. Wir können Bauteile neu denken. Genau das ist im Waffenbau von Vorteil: Denn das schafft weniger Teile, weniger Bruchstellen und in der Folge eine höhere Lebensdauer“, erklärt M&H-Geschäftsführer Patrick Herzig. Man sei von Beginn an eng in die Entwicklung eingebunden gewesen. „Wir haben hier eine Produktidee von der Prototypenentwicklung bis zur Serienreife begleiten dürfen. In solchen Fällen spielen wir unser Know-how am stärksten aus.“

Metall-3D-Drucker bei M&H in Ilz | (c) M&H

Kommendes Jahr 1.000 Stück

„Ohne diese Expertise hätten wir das Projekt nicht in dieser Zeit realisieren können“, sagt Tripaum. Denn schon kommendes Jahr will man die Produktionskapazität auf 1.000 Stück erhöhen – alle weiteren Bauteile kommen dabei ebenfalls aus Mitteleuropa. Und das ist freilich nicht das einzige Ziel. In den kommenden Jahren will Opos auch technologisch noch weitere Features draufsetzen, etwa eine „Blockchain-Integration, um jede Waffe samt Munition in Echtzeit eindeutig nachverfolgbar zu machen“. Selbst Nachschub und Versorgung könnten so automatisiert angestoßen werden, meint der Gründer. Darüber hinaus seien auch KI-gestützte Rückmeldungen zu Schüssen sowie VR-Applikationen geplant.

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Das alqem-Gründungstrio © alqem

Ob Bronze, Eisen oder Silizium, die meisten Materialien, die wir heute kennen und nutzen, wurden vor Jahrzehnten entdeckt, heißt es auf der Website des Münchner DeepTech-Startups alqem. 99,9 % der möglichen Werkstoffe bleiben bislang unentdeckt, doch die nächste, bahnbrechende Entdeckung könnte nun näher sein, als wir dachten. Mithilfe von KI möchte alqem die „nächste Generation“ an Materialien finden.

UVC Partners und Union Square Ventures im Lead

Mit einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde über acht Millionen Euro kommt das Team seiner Mission nun womöglich ein Stückchen näher. Wie das im Jahr 2026 gegründete Unternehmen mitteilte, wurde die Runde gemeinsam von den Risikokapitalgebern UVC Partners und Union Square Ventures angeführt. Das frische Kapital soll in den Ausbau der KI-gestützten Plattform zur Entdeckung und Kommerzialisierung neuer Hochleistungsmaterialien fließen.

„Fortschrittliche Materialien stehen im Mittelpunkt der Technologien, die die nächsten Jahrzehnte prägen werden – von sauberer Energie über Mobilität bis hin zur Verteidigung. Alqem hat die einzigartige wissenschaftliche Grundlage und den unternehmerischen Antrieb, um in diesem Bereich zum prägenden Akteur zu werden“, meint Amanda Birkenholz, Principal bei UVC Partners.

Fokus auf Permanentmagnete und Lieferketten

Die Technologie von alqem basiert auf zwei hauseigenen Datenfundamenten: der Materialdatenbank „al-mine“ für kristalline Verbindungen und der Trainingsdatenbank „al-oracle“ für Materialeigenschaften. Zudem betreibt das Startup eigene Laborkapazitäten zur Synthese und Charakterisierung. Dadurch soll der Transfer von der wissenschaftlichen Vorhersage bis zur industriellen Nutzung der neuartigen Materialien von Jahrzehnten auf Jahre oder Monate verkürzt werden.

Als erstes kommerzielles Anwendungsfeld fokussiert sich alqem auf Permanentmagnete, die ohne seltene Erden auskommen. Aktuell werden laut dem Unternehmen rund 90 Prozent dieser Magnete in China produziert. Die Münchner haben eigenen Angaben zufolge bereits eine Pipeline potenzieller Materialien entwickelt und experimentell validiert.

Das Trio hinter alqem

Hinter alqem steht ein dreiköpfiges Gründerteam: Dr. Hanh Nguyen (CEO), die Erfahrung von McKinsey, OCI Global und Unilever mitbringt, Dr. Tiago Cerqueira (CTO), Mitentwickler der offenen Materialdatenbank Alexandria, sowie Prof. Milan Allan (CSO), Inhaber des Lehrstuhls für Experimentalphysik an der LMU München.

Das Startup ist Teil des UnternehmerTUM-Ökosystems und kooperiert mit wissenschaftlichen Partnern wie der LMU München, der TUM sowie Universitäten in Portugal. Arbeitsplätze möchte man demnach gezielt in München und im portugiesischen Coimbra aufbauen.

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