30.09.2020

Kaffeetschi aus Wien startet Crowdfunding zum Tag des Kaffees

Das Kaffee-Startup Kaffeetschi hat viel erlebt in letzter Zeit. Darunter ein Investment von Ophelie Guillermand, ein holpriger Deutschland-Start und eine Expansion in das Land der Teetrinker. Am Tag des Kaffees startet außerdem ein Crowdfunding.
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Die Kaffeetschi-Founder starten ein Crowdfunding zum Tag des Kaffees am 1. Oktober
Die Kaffeetschi-Founder starten ein Crowdfunding zum Tag des Kaffees am 1. Oktober. (c) Kaffeetschi

Die jüngsten Ereignisse rund um das Wiener Cold-Bew-Startup Kaffeetschi sind – pun intended – alles andere als kalter Kaffee. Das Team rund um Gründer Amar Cavic hat eine turbulente Reise hinter sich und plant ebenso spannende kommende Wochen. Dabei geht es um mehrmalige Anläufe bis zum finalen Deutschland-Start, neue Produkte, ein Crowdfunding (welches am 1.10., dem Internationalen Tag des Kaffees, startet) und ein Investment, an dem unter anderem das französische Supermodel Ophelie Guillermand beteiligt ist.

Ophelie Guillermand investiert in Kaffeetschi

(c) Thiemo Sander/ Magazine Madame Figaro

Aber eins nach dem anderen. Im Gespräch mit dem brutkasten bestätigt Amar Cavic ein Investment in Höhe von insgesamt 450.000 Euro, an dem neben einer mit dem Team befreundeten Immobilien-Unternehmerin auch das französische Supermodel Ophelie Guillermand beteiligt ist. Auch im Fall von Ophelie Guillermand handelt es sich um die Bekannte eines Gesellschafters von Kaffeetschi. „Außerdem ist sie Fan unseres Produkts“, sagt Cavic.

Das trifft sich auch insofern gut, weil Kaffetschi für kommendes Jahr eine Expansion nach Frankreich plant. Und in ihrem Heimatland hat Ophelie Guillermand einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad als in Österreich. Zwar gibt es gewisse Einschränkungen bezüglich der Möglichkeiten, wie Kaffeetschi das Model in das eigene Marketing integrieren kann, da Ophelie Guillermand bei einer Modelagentur unter Vertrag steht – doch an PR-Aktionen, Events und Social Media-Aktionen von Kaffeetschi kann sie sich beteiligen.

Deutschland, Land der Dosen

Überhaupt: Mit Restriktionen hat das Kaffeetschi-Team inzwischen ausreichend Erfahrungen gemacht. Nämlich bei der Expansion nach Deutschland. Denn im Gegensatz zum Kaffeetschi-System arbeiten in Deutschland nur wenige Retailer mit Einwegflaschen, die meisten setzen auf Mehrwegflaschen oder auf Dosen. Und jetzt wird die Geschichte ein wenig technisch.

Cavic testete, ob die Kaffeetschi-Flaschen von den Pfandflaschen-Rücknahme-Scannern der Supermärkte überhaupt erkannt werden – und stellte leider fest, dass dem nicht so ist. Dies könnte man zwar einprogrammieren lassen. „Das kostet aber eine halbe Million Euro“, sagt Cavic. Also doch lieber nicht. Plan B: Andere Flaschen auswählen, die den Scannner-Test der Supermärkte bestehen. Doch auch hier gab es Probleme, es kam zu Engpässen in der Produktion, die Bestellung der Kaffeetschi-Flaschen wurde immer weiter nach hinten gereiht.

Anfang 2020 fiel schließlich die Entscheidung: Kaffeetschi kommt in die Dose. Denn diese ist in Deutschland akzeptiert und die Verwendung gut geregelt, durch den Dosenpfand ist die Recycling-Quote recht hoch. In Österreich soll Kaffetschi dann neben der Flasche ebenfalls in der Dose verfügbar sein. Der Marktstart in Deutschland soll, so wie in Frankreich, im kommenden Jahr erfolgen.

Engländer trinken Tee? Das ist ein Klischee.

Somit ist Kaffeetschi ab 2021 neben dem Heimatmarkt Österreich auch in Frankreich, Deutschland und Großbritannien verfügbar, wo Kaffetschi im Corona-Jahr 2020 den Marktstart wagte. Moment mal… Großbritannien? Wo nicht Kaffee, sondern Tee das Nationalgetränk ist?

„Im Vereinigten Königreich ist der Konsum von Eiskaffee im Jahresvergleich um 25 Prozent gewachsen, sie haben Österreich mittlerweile überholt“, sagt Cavic: „Die Kategorie explodiert dort förmlich, da wollten wir mitmischen.“

Derzeit ist Kaffeetschi in 30 bis 40 Läden innerhalb des Vereinigten Königreichs erhältlich, davon die meisten in London – eine Stadt, in der knapp neun Millionen Menschen leben, also mehr als in ganz Österreich. Treiber des Eiskaffee-Booms dürften derzeit vor allem die Londoner Hipster sein, nächstes Jahr will Cavic das Thema aber auch im Mainstream positionieren.

Crowdfunding am Tag des Kaffees

Doch bevor das passiert, sollten wir abschließend nochmal über das Thema Dosen sprechen. Denn um selbige zu produzieren, hat das Kaffeetschi-Team ein Crowdfunding ins Leben gerufen. Start ist am 1. Oktober, zum Internationalen Tag des Kaffees. „Wir brauchen eine gewisse Mindestbestellmenge, um die erste Charge zu produzieren“, sagt Cavic. Das Crowdfunding dient somit unter anderem auch dem Vorverkauf der ersten Produkte. Außerdem gibt es einige nette Giveaways für Kaffeeliebhaber zu ergattern – wie etwa ein Probetag in einer Kaffeerösterei.

Das Projekt kann bei Startnext unter diesem Link unterstützt werden. Einen erfrischenden Einblick in das Projekt bietet schließlich das nachfolgende Video, welches die Kampagne, das Produkt und das Team näher beleuchtet.

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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AI Summaries

Kaffeetschi aus Wien startet Crowdfunding zum Tag des Kaffees

  • Das Team rund um Gründer Amar Cavic hat eine turbulente Reise hinter sich und plant ebenso spannende kommende Wochen.
  • Dabei geht es um mehrmalige Anläufe bis zum finalen Deutschland-Start, neue Produkte, ein Crowdfunding und ein Investment, an dem unter anderem das französische Supermodel Ophelie Guillermand beteiligt ist.
  • Der Marktstart in Deutschland soll, so wie in Frankreich, im kommenden Jahr erfolgen.
  • In Großbritannien ist Kaffeetschi dieses Jahr gestartet.

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