28.02.2020

Bodyhacker Patrick Kramer: „Wir werden allmählich zu einem FinTech.“

Patrick Kramer ist ein Bodyhacker, der selbst mehrere Implantate im Körper trägt. Im Gespräch mit dem brutkasten erklärt er das Potenzial für Biohacking-Startups.
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Patrick Kramer von Digiwell
Patrick Kramer, Chief Cyborg Officer von Digiwell. (c) Digiwell

Auf dem A1 Business Summit in Wien setzte Patrick Kramer, „Chief Cyborg Officer“ beim deutschen Unternehmen Digiwell, diversen Konferenzteilnehmern Implantate in die Hand ein. Mit den implantierten NFC-Chips können sie nun zum Beispiel smarte Türschlösser öffnen oder digitale Visitenkarten austauschen.

+++Vor Ort am A1 Business Summit: Markus Schreiber, Marketingleiter A1+++

Im Gespräch mit dem brutkasten spricht Kramer über aktuelle Trends im Biohacking, Marktpotenziale für Startups und ethische Fragestellungen rund um Gen-Editierung mit der CRISPR-Technologie.

Was ist der Anreiz für die Menschen, sich Implantate zu machen?

Patrick Kramer: Es gibt ganze Familien – Mutter, Vater und Kinder -, die zu mir kommen, weil sie zuhause ein Smart Home haben und keine Hausschlüssel mehr verwenden wollen. Oder Rechtsanwälte und Ärzte, die für ihre Kanzleien und Arztpraxen einen sicheren Zugang mit digitalen Schlüsseln wollen. Andere Menschen wollen Digitalisierung auf einem neuen Level erfahren und wissen, wie es ist, eine digitale Schnittstelle im eigenen Körper zu haben.

Wie viele Menschen haben bereits Implantate und wie viele hast du bereits eingesetzt?

Weltweit sind es 350-400.000 Menschen, wobei die meisten mehrere Implantate haben. Ich selber habe bisher rund 2500 Implantate eingesetzt.

Was können die unterschiedlichen Implantate?

Wir haben mittlerweile über 20 verschiedene Implantate. Von der Messung der Körpertemperatur für die Familienplanung bis zu Magnet-Implantaten, um elektromagnetische Felder zu spüren. Damit kann man zum Beispiel hinter einer Wand die stromführenden Kabel ertasten oder einen Induktionsherd ohne Zuhilfenahme eines Magneten einschalten. Man kann Elektromagnetismus also auf einen ganz neue Weise erleben. Und dann gibt es Implantate für Zutrittskontrollen und kryptobionische Implantate. Sie sichern meine digitale Identität ab und sind verschlüsselt. Wiederum andere Implantate leuchten unter der Haut – das kommt aus der Tattoo-Szene und sorgt zum Beispiel dafür, dass die Augen eines Drachen-Tattoos leuchten, wenn sie mit einem Handy in Kontakt kommen.

Das klingt schon sehr nach Cyberpunk.

Ja, das geht sehr in diese Richtung. Ich kenne auch jemand, dessen Ohren durch entsprechende Implantate beim Telefonieren leuchten. Ein anderes Gebiet ist wiederum der Rechtsanwalt, der mit dem Implantat sicheren Zugang zu seiner Kanzlei haben will. Das hat mit Cyberpunk nichts zu tun, sondern ist ein Sicherheitsthema.

(c) Digiwell

Wie viele Implantate hast du selbst?

Ich habe derzeit fünf Implantate. Das wechselt aber ständig, weil ich immer wieder alte Implantate raus und neue rein gebe, um zu testen, welche Möglichkeiten es gibt.

Sind Implantate für dich überhaupt noch etwas ausgefallenes, oder ist das Alltag?

Es ist Alltag. Die Dinge, die ich damit tue, sind für mich nichts Besonderes mehr. Ich möchte aber auch nie wieder zum vorherigen Status zurück. Kein Alltag sind wiederum die vielen tollen Gespräche, die man darauf basierend über das Thema Digitalisierung führen kann. Die Frage dabei lautet oft: Wie weit darf Digitalisierung gehen? Ist es nicht irgendwann zu viel? Für manche liegt die Grenze an der Hauptoberfläche, anderen wiederum kann es nicht weit genug gehen. Jede Meinung ist in dieser Hinsicht okay – es sollte aber jede Meinung fundiert sein und auf Fakten basieren. Angst und Unwissen sind auch in Bezug auf Implantate schlechte Ratgeber.

Warum hast du dich dafür entschieden, in diesem Feld aktiv zu werden?

Ich war früher Unternehmensberater, landete dann aber ab 2012 im Burnout. Ärzte konnten mir nicht mehr richtig helfen. Somit begann ich, mich mit Ernährung, Sport und Fitness und somit auch unbewusst mit dem Thema Biohacking zu beschäftigen. Zeitgleich kamen die ersten Fitnesstracker auf. Dann gab es die ersten Lösungen, die nicht auf, sondern unter der Haut lagen – mit diesem Thema habe ich dann 2014 angefangen. Das war damals sehr polarisierend, auch in der Medieneberichterstattung. Seitdem beschäftige ich mich beruflich damit.

(c) Digiwell

Und was genau machst du beruflich, wenn du nicht gerade auf Konferenzen anderen Menschen Implantate einsetzt?

Ich habe einen Webshop zu dem Thema und coache Unternehmen im Bereich Biohacking – etwa, wie man produktiver ist, seine Ernährung bei der Arbeit umstellt oder seinen Arbeitsplatz hacken kann. Wie man also gesünder und leistungsfähiger durch’s Arbeitsleben kommt. Außerdem halte ich mittlerweile weltweit Vorträge zu diesem Thema.

Wie kann man also im Arbeitsleben – auf legale Weise – produktiver werden?

Ein Klassiker ist, dass man den Kaffee mit Milch und Zucker durch einen Kaffee mit Butter und Öl ersetzt. Andere Ansätze sind, dass man einen Handstand oder Kopfstand während der Arbeitszeit macht, dass man über spezielle Pflanzen die Arbeitsplatzumgebung hacked oder sich bestimmte Schlafroutinen angewöhnt.

Aber das sind jetzt ehrlich gesagt nicht mehr als softe Fitness- und Lifestyle-Tipps.

Auch das ist Biohacking. Biohacking besteht aus vier Bereichen: Das eine ist das Fitness- und Mind-Thema. Dann gibt es das Thema des 3D-Bioprinting, also organische Materie zu drucken. Das ermöglicht in Zukunft, die äußere Form nach dem aktuellen Geschmack zu verändern. Das macht man heute schon zum Beispiel über Brustimplantate, künftig wird da aber noch viel mehr möglich sein. Das dritte Thema ist DNA-Hacking, etwa über CRISPR. In dieser Hinsicht passiert in manchen Ländern schon viel, in Europa sind wir verhaltener. Der vierte Bereich ist Bodyhacking: hier gibt man über Technologie unter der Haut dem Körper digitale Schnittstellen.

„Man kann auch mit einer Atemmaske trainieren, um bewusst die Sauerstoffzufuhr zu minimieren.“

Und manche dieser Bereiche sind also kontroverser als andere…

Auch das erste Feld, das Body- und Mind-Hacking, kann man krasser betreiben – zum Beispiel, dass man beim Training mit einer Atemmaske die Sauerstoffzufuhr minimiert. Das Bodyhacking wiederum wird von vielen Menschen viel skeptischer gesehen. Dabei bietet es mir im Alltag viele Vorteile: Dank des Implantats muss ich mich nicht mehr um Passwörter scheren und kann meine Schlüssel nicht mehr vergessen (Anm.: Weil man mit einem NFC-Implantat dazu passende Türschlösser öffnen kann.). Dinge, die ich eh mit mir mitführen muss, kann ich ohne Nachteile unsichtbar unter die Haut bringen – und somit mein Leben erleichtern.

Würdest du dein Unternehmen als Startup bezeichnen?

Wir machen das schon seit fünf bis sechs Jahren. Trotzdem fühlen wir uns als Startup, weil es sich so schnell ändert. Am Anfang ging es bloß um Zutrittskontrollen. Nun arbeiten wir daran, dass man auch ein Payment-Implantat nutzen kann. Somit gehen wir immer mehr in Richtung FinTech.

Ihr werdet ein FinTech?

Ja, und wir müssen uns mit Finanztransaktionen beschäftigen und mit der Frage, wie Bezahlen im Internet eigentlich funktioniert. Wir unterhalten uns mit Banken und Finanzdienstleistern. Das ist plötzlich eine völlig neue Dimension für uns.

Und das Ziel ist, dass man mit den Implantaten bezahlen kann?

Genau. Rund 80 Prozent unserer Gesprächspartner sagen, dass sie gerne mit einem Implantat bezahlen würden oder ihre Bankomatkarte gerne auf dem Implantat speichern würden. Das ist aber noch ein langer Weg, weil ein Implantat kein aktives Device ist, wie zum Beispiel ein iPhone mit einer Batterie, das Daten heraus sendet. Zudem muss ein solcher Service immer über die Prozesse und Applikationen der Banken und Payment-Anbieter laufen. Die müssen mitspielen, das muss freigeschaltet und personifiziert sein. Und man möchte ja auch kein Implantat haben, das (Anm.: Wie eine Bankomatkarte) ein Ablaufdatum hat.

„Es gibt Prognosen, laut denen die Branche pro Jahr um 20 Prozent wachsen wird.“

Welche Chancen siehst du insgesamt für Startups im Biohacking-Bereich?

Es gibt im Moment keinen Bereich, der so spannend ist wie die Biohacking -Themen. Es gibt wahnsinnig viele Startups in diesem Bereich – seien es welche mit Fokus auf Nahrungsergänzungsmittel, für Fitnessgeräte, für spezielle – legale! – Pilze, und so weiter. Wir haben in  dieser Hinsicht längst nicht die Spitze des Eisbergs erreicht. Es gibt Prognosen, laut denen die Branche jedes Jahr bis zu 20 Prozent wachsen wird. Es ist also ein spannendes Feld mit vielen Facetten, bei dem verschiedene Disziplinen zusammen kommen.

Und die wachsende Nachfrage wird wohl auch dafür sorgen, dass Ängste abgebaut werden.

Ja, und es gibt spezielle Förderprogramme, speziell für Startups im BioTech-Umfeld. Wir waren in diesem Kontext selbst 2018 in London unterwegs – mussten dort aber feststellen, dass wir mit unseren Implantaten gar nicht so BioTech sind. Andere züchten Algen, aus denen man Papier machen kann, während wir im Finance-Bereich unterwegs sind. Wir haben dort also mit Banken verhandelt, während die andere mit Biologen über Mutationen debattiert haben.

Welche anderen bekannten Biohacking-Startups kannst du nennen?

Ich persönlich finde Brain Effect super. Mit FlowGrade kooperieren wir viel. In den USA gibt es Bulletproof, sowie The Odin für das Thema CRISPR. Der Markt ist aber so riesig und wächst so stark, dass es genug Platz für alle gibt.

Stichwort CRISPR: Welche Länder preschen hier vor, und wie sieht die Zukunft aus?

China ist das Land, das die meisten Genomdaten speichert. Außerdem kreuzt China zum Beispiel DNA-Daten mit Social Media Profilen, um zu erforschen, welche DNA Menschen erfolgreich macht. Ansonsten wird in den USA viel im Heimbereich gemacht, unter anderem in der Tierzucht. Man kann – so wie früher der Chemie-Baukasten – über spezielle Websites CRISPR-Baukästen bestellen und selbst am Küchentisch DNA-Hacking betreiben.

Gibt es diese Baukästen auch in Europa auf legalem Weg?

Ja, man kann sich das bestellen. Es ist aber meines Wissens von Land zu Land unterschiedlich, ob es eingeführt werden darf. In Deutschland darf man es zum Beispiel kaufen, aber nicht in den eigenen vier Wänden betreiben, weil befürchtet wird, dass das daraus entstehende Abwasser genetisch modifiziertes Material enthält. In speziellen Labors oder in der Schule ist das aber durchaus möglich. Die Gesetzte sind in dieser Hinsicht jedoch nicht eindeutig, sie sind nicht auf den Do-It-Yourself-Trend ausgelegt: Man geht davon aus, dass Wissenschaft in den Laboren großer Konzerne stattfindet. Dass das nun auch am heimischen Küchentisch stattfindet, das ist der große Graubereich.

Verwendest du selber ebenfalls CRISPR?

Noch nicht. Ich würde es aber gerne selbst machen, weil ich es extrem spannend finde, mich mit diesen Zukunftsthemen zu beschäftigen. Daher gehört es zu den Themen, die ich bald angehen werde.

„Was wäre so schlimm daran, wenn wir uns alle unsere Wunsch-Augenfarbe aussuchen könnten?“

Es ist möglich, über genetische Modifikation Erbkrankheiten auszumerzen – das ist eine gute Sache. Der nächste Schritt wäre aber, dass man das Kind auch stärker oder intelligenter macht als andere. Entsteht dort nicht ein ethisch bedenklicher Wettbewerb?

Ich stelle die Frage mal anders herum: Was wäre, wenn wir alle schöner und intelligenter wären, besser sehen könnten und bessere Chancen hätten, über CRISPR unsere DNA zu modifizieren? Davon würden wir doch alle profitieren.

Das DNA-Hacking ist aber nicht gratis. Es würde also eine gesellschaftliche Kluft entstehen zwischen denen, die es sich leisten können und allen anderen.

Aber haben wir diese Kluft nicht ohnehin in unserem ganzen Leben? Die einen können sich teure Klamotten leisten, die anderen nicht. Wenn wir alle die gleichen Zugangsmöglichkeiten zu diesen Technologien hätten, dann wäre das ein wesentlich fairerer Wettbewerb. Wir sollten in erster Linie schauen, welche Möglichkeiten wie dank CRISPR überhaupt haben. Ein Beispiel: Es gibt gewisse DNA-Medikamente, die bis zu zwei Millionen Dollar kosten. Wenn du ein Kind hast, dass an dieser Erbkrankheit leidet und daher dieses für dich unleistbare Medikament braucht, ist das schrecklich für dich. Biohacker haben wiederum im DIY-Verfahren in der Garage Alternativen entwickelt, die nur 50 Dollar kosten. Das muss der Weg sein: Dass solche Krankheiten keine Frage des Geldes sein müssen. Auch ich möchte nicht, dass irgendwelche Supermenschen gezüchtet werden. Aber ich frage mich auch: Was wäre so schlimm daran, wenn wir uns alle unsere Wunsch-Augenfarbe aussuchen könnten?

Aber auch wenn wir Beide keine Zucht von Supermenschen wollen – es wird vermutlich Menschen geben, die sich das wünschen.

Das kann es natürlich immer geben. Aber es ist noch Science Fiction. Ich glaube nicht, dass es das in naher Zukunft geben wird. Man muss auch unterscheiden zwischen dem Einsatz von CRISPR im embryonalen Stadium, bei einer Pflanze, einem Bakterium oder weil ich selber an einer Krankheit leide. Ich bin der Meinung, dass medizinische Hilfe keine Frage des Geldes sein darf, wenn sie technisch möglich ist. Daher würde ich mich freuen, wenn diese Technologie günstiger und einfacher zur Verfügung steht.

==> zur Website von Digiwell

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v.l. Matthias Schabetsberger, Managing Director Polestar Österreich, mit dem stellvertretenden schwedischen Botschafter Anders Lindgren. | © René Lueger

Der Ort war kein Zufall. „Wir sind eine schwedische Marke”, sagte Schabetsberger vor den Gästen in der schwedischen Botschaft, wo Polestar in Kooperation mit der schwedischen Handelskammer seit Jahren regelmäßig zu Gast ist. Neben Design, Performance und Nachhaltigkeit zahlten die Markenwerte stark auf gesellschaftliche Werte ein, die in Skandinavien hoch gelebt würden: Inklusion, Vielfalt, Gender Equality.

Wie schwedisch das Unternehmen ist, machte er an Zahlen fest: Von den etwas mehr als 2.000 Mitarbeitern arbeiten mehr als zwei Drittel in Schweden. Entwickelt, abgestimmt und designt wird in Schweden, wo die Verbindung zur Schwestermarke Volvo nach wie vor eng ist. Entstanden ist Polestar vor rund zehn Jahren aus einem schwedischen Rennteam, mit einem klaren Bekenntnis zum reinen Elektroantrieb. “So wollen wir als kleine schwedische reine Elektroauto-Marke der Challenger sein für die große Automobilindustrie”, so Schabetsberger.

Der stellvertretende schwedische Botschafter Anders Lindgren nannte Polestar ein gutes Beispiel dafür, wie Innovation den Übergang zur Elektromobilität in praktische Lösungen übersetzt. Die Erfahrung Schwedens zeige, dass Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit einander verstärken.

Fünf Jahre Polestar in Österreich: Jubiläumsempfang in der schwedischen Botschaft im 9. Wiener Bezirk. | © René Lueger

“Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup”

Im Gespräch mit brutkasten zog Schabetsberger eine Parallele zur Gründerszene. Polestar sei ein junges Unternehmen: “Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup.” Diese Dynamik habe man bewusst gewählt, ebenso den Anspruch, Dinge anders zu denken als klassische Mitbewerber. Einen typischen Polestar-Fahrer gebe es nicht, die Marke sei über alle Altersklassen hinweg beliebt, mit einem relativ ausgeglichenen Anteil männlicher und weiblicher Kunden. Was sie verbinde: die Einstellung zur Elektromobilität und zu gesellschaftlichen Werten. Als skandinavische Marke sei Polestar Europas einzige rein elektrische Automarke.

Polestar ist darüber hinaus eng mit dem schwedischen Innovationsökosystem verbunden. In Göteborg ist Polestar Partner von MobilityXlab, einem Innovationshub am Lindholmen Science Park, der Tech-Startups mit Unternehmen wie Ericsson, Volvo Group und Zenseact zusammenbringt. Ursprünglich auf Mobilität und Konnektivität fokussiert, öffnet sich die Plattform seit September 2026 auch für weitere Industrien. Ausgewählte Startups arbeiten eng mit Polestar an Proofs of Concept, etwa für digitale Customer Journeys und das Erlebnis im Fahrzeug.

Quiet Luxury statt noch mehr Touchscreens

Auf die Frage nach dem Design antwortete Schabetsberger mit einem Begriff aus der Mode: Quiet Luxury. Für Polestar heiße das: “wir brauchen aus unserer Sicht nicht mehr, sondern besser”. Während viele Premiumhersteller im Innenraum mit Holz, Alu, Leder, vielen Lichtvarianten und immer mehr Bildschirmen arbeiten, gehe Polestar einen anderen Weg: klare Linien, reduziertes, funktionales Design. “Wir finden immer mehr Kunden, die in einer aufgeregten Welt mit ständig neuen Produkten und ständiger Veränderung genau dieses reduzierte Design, diesen Quiet Luxury schätzen.” Das Prinzip gelte auch für den Auftritt der Marke: “Man muss jetzt nicht unbedingt immer laut schreien, um gehört zu werden.”

Der Polestar 5 vor der schwedischen Botschaft in Wien: Der vollelektrische Grand Tourer ist das neue Flaggschiff der schwedischen Marke und leistet in der Performance-Version bis zu 650 kW. | © René Lueger

Weniger Bildschirme heißt dabei nicht weniger Technologie. Beim neuen Polestar 4 SUV zieht mit Google built-in der KI-Assistent Google Gemini ins Auto ein. Dank der engen Partnerschaft mit Google ist dieser sukzessive auch in weiteren Modellen verfügbar. Funktionen wie Vehicle-to-Load und ein Camping Mode kommen per Software-Update. Die Transparenz, die Schabetsberger betont, hat eine Zahl: Für den Polestar 4 SUV weist Polestar den CO2-Fußabdruck bis zum Werkstor aus, 20,2 Tonnen CO2-Äquivalent bei der Rear-Motor-Variante. Bis 2030 will Polestar die Treibhausgasemissionen pro verkauftem Fahrzeug halbieren, bis 2040 in der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral sein. Und Polestar Charge bündelt mehr als 1,25 Millionen Ladepunkte in Europa über ein Konto, inklusive Tesla Supercharger.

Von drei auf 13 Standorte

Gestartet ist Polestar in Österreich mit einem Direct-to-Consumer-Modell und einem Polestar Space in der Wiener Herrengasse, später kamen Graz und Linz dazu. Im Vorjahr wurde das Modell erweitert: Online bestellen geht weiterhin, zusätzlich können Kunden bei regionalen Partnern in einem Agentursystem Probe fahren, kaufen und das Fahrzeug ausgeliefert bekommen. Die Zahl der Standorte wuchs von drei auf 13, von Dornbirn bis Wien.

Dahinter steht eine Marktbeobachtung: Traditionell seien Flottenkunden die Early Adopter gewesen, in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten komme das Wachstum aber vor allem von Privatkunden und Kleinunternehmen. Um sie in Vorarlberg, Tirol oder Salzburg zu erreichen, brauche es regionale Partner. Fünf Jahre nach dem ersten Polestar Space blickt Schabetsberger nach vorne, auf “weitere Jahrzehnte in enger Kooperation”.

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Bodyhacker Patrick Kramer: „Wir werden allmählich zu einem FinTech.“

  • Auf dem A1 Business Summit in Wien setzte Patrick Kramer, „Chief Cyborg Officer“ beim deutschen Unternehmen Digiwell, diversen Konferenzteilnehmern Implantate in die Hand ein.
  • Mit den implantierten NFC-Chips können sie nun zum Beispiel smarte Türschlösser öffnen oder digitale Visitenkarten austauschen.
  • Im Gespräch mit dem brutkasten spricht Kramer über aktuelle Trends im Biohacking, Marktpotenziale für Startups und ethische Fragestellungen rund um Gen-Editierung mit der CRISPR-Technologie.
  • Ich habe einen Webshop zu dem Thema und coache Unternehmen im Bereich Biohacking – etwa, wie man produktiver ist, seine Ernährung bei der Arbeit umstellt oder seinen Arbeitsplatz hacken kann.
  • Ja, und wir müssen uns mit Finanztransaktionen beschäftigen und mit der Frage, wie Bezahlen im Internet eigentlich funktioniert.
  • Ja, und es gibt spezielle Förderprogramme, speziell für Startups im BioTech-Umfeld.

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