23.07.2025
PERSONALIE

Christian Ohswald wird neuer Geschäftsführer von GoStudent-Tochter LernQuadrat

LernQuadrat – ein Nachhilfeinstitut mit über 80 Standorten in Österreich und seit 2022 Teil der GoStudent GmbH – hat seit 1. Juli 2025 einen neuen Geschäftsführer: Christian Ohswald übernimmt diese Position.
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Christian Ohswald wird neuer Geschäftsführer von LernQuadrat. (c) Lernquadrat

Am 22. Juli veröffentlicht Christian Ohswald ein LinkedIn-Posting, in dem er seine neue Stelle bekannt gibt. Er folgt damit Natalia Eimer nach. „Mein erster Job war als Nachhilfelehrer in Mathematik“, schreibt er. Sein Anliegen, das volle Potenzial von Kindern zu entfalten, sei ihm damals schon wichtig gewesen – mit dem neuen Posten bei LernQuadrat schließe sich dieser Kreis. LernQuadrat ist seit 2022 Teil der GoStudent GmbH – brutkasten berichtete damals über die Übernahme.

Erfolgreiches Vater-Sohn-Duo

Christian Ohswald war zuvor Banker – Österreich-Chef der Deutschen Bank, um genau zu sein – und leitete auch das Privatkundengeschäft bei der deutschen Privatbank Quirin. Danach führte er sein eigenes Unternehmen, die Ohswald GmbH, bevor er nun die Stelle des LernQuadrat-Geschäftsführers übernimmt.

Christian Ohswald ist übrigens der Vater des GoStudent-Gründers Felix Ohswald. GoStudent erreichte 2021 den Unicorn-Status und gilt damit – neben Bitpanda – als das zweite Unicorn Österreichs. Über das erfolgreiche Vater-Sohn-Duo hat brutkasten bereits im brutkasten-Magazin #13 „Generations“ berichtet.

Auf Nachfrage sagt der neue Geschäftsführer: „Ich finde es unglaublich spannend, generationenübergreifend an einer zentralen Stellschraube für gesellschaftliche Entwicklung mitzuwirken.“ Nach vielen Jahren an der Schnittstelle von Transformation und Strategie fühle er sich gut vorbereitet, die neue Aufgabe mit Lebenserfahrung, Gelassenheit und Neugierde zu bewältigen.

Kapitalaufnahme nicht um des Wachstums willen

Eine Kapitalaufnahme ist vorerst nicht geplant, betont Ohswald. „Die gute Nachricht ist: Als Teil der GoStudent-Gruppe sind wir finanziell sehr solide aufgestellt.“ Die Skalierung erfolge vor allem über Struktur, Systematik und Partnerschaften – nicht über Kapitalbedarf. Sollte sich in nächster Zeit dennoch herausstellen, dass Wachstumspotenzial vorhanden ist und Investitionen erforderlich sind, werde man sich dem nicht verschließen. „Wichtig ist uns aber: Wir wachsen nicht um des Wachstums willen, sondern mit Wirkung und Substanz“, so Ohswald. Das brutkasten-Gespräch schließt Ohswald mit den Worten: „Bildung ist kein Excel-Modell. Es geht um Vertrauen, Beziehung und Haltung“. Bildung sei für ihn nicht nur ein Job, sondern eine sinnstiftende Aufgabe, betont er.

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Das fonio.ai Team © fonio.ai

fonio.ai, die Wiener Plattform für KI-gestützte Kundenkommunikation, hat nach eigenen Angaben binnen zwölf Monaten die Marke von 10 Millionen Dollar an jährlich wiederkehrendem Umsatz (ARR) überschritten. Damit zählt das 2024 von Daniel Keinrath und Matthias Gruber gegründete Unternehmen laut eigenen Angaben zu den am schnellsten wachsenden KI-Startups Europas. Der Meilenstein folgt auf eine Seed-Runde über 17 Millionen Dollar, die fonio.ai im Juni 2026 unter Führung von 20VC bei einer Bewertung von 140 Millionen Dollar abschloss.

Eine „Fully Loaded CAC Payback Time“ als Geheimrezept

CEO und Mitgründer Daniel Keinrath begründet das Tempo im Gespräch mit brutkasten unter anderem mit einer internen Grundregel: „Wir machen extrem viel Zeugs manuell und repetitiv, bis wir merken, das können wir automatisieren und dann automatisieren wir es richtig“, so Keinrath. Neue Produkte würden zudem gemeinsam mit Kund:innen entwickelt, statt sie fertig zu bauen und erst danach zu verkaufen.

Ausschlaggebend für die aktuelle Investitionsstrategie sei eine Kennzahl: Die „Fully Loaded CAC (Customer Acquisition Cost) Payback Time“. Also die Zeit, bis sich die Kosten für die Kund:innen-Akquise amortisieren, wobei neben den reinen Werbekosten auch Activation-Kosten, Churn und Marge eingerechnet werden, liege laut dem Gründer bei fonio.ai konstant unter zwölf Monaten. Solange das der Fall sei, wolle man das frische Kapital so schnell wie möglich in Produkt, Marketing und Sales stecken: „Ich versuche tatsächlich im Moment so viel Geld auszugeben wie möglich, weil alles andere wäre im Moment irrational“, so Keinrath.

Neue Standorte in Europa und den USA

Nach zehn Märkten, in denen fonio.ai bereits aktiv ist, sollen im September physische Büros in Barcelona und Warschau folgen. Noch heuer sollen laut Keinrath London und München dazukommen, abhängig von der Entwicklung des US-Geschäfts womöglich auch ein Standort an der US-Ostküste, etwa in New York.

„Irgendwann wird es uns fett auf die Schnauze hauen“

Auf die Frage, ob das Wachstum so weitergehen könne, entgegnet Keinrath, man hätte die Risiken auf alle Fälle am Schirm. Intern rät Keinrath zu Vorsicht: „Irgendwann wird es uns fett auf die Schnauze hauen“, sagt er lachend. Man wolle daher innerhalb des Wachstums Risiken minimieren und keine Firma mit unkontrolliertem Kund:innen-Verlust aufbauen. Langfristig rechnet Keinrath mit einer Marktkonsolidierung, vergleichbar mit der Entwicklung im Telekommarkt Anfang der 2000er-Jahre. Man müsse schnell genug wachsen, um kleinere Konkurrenten zu übernehmen, bevor man am Ende womöglich selbst zum Übernahmeziel werde, meint er.

Kein Kompromiss beim Hiring

fonio.ai wuchs von der ersten Einstellung im Juni 2025 auf mittlerweile 81 Mitarbeiter:innen, aktuell sind laut Unternehmen 52 weitere Positionen offen. Bei knapp 10.000 Bewerbungen pro Monat liege die Annahmequote bei etwa 0,2 Prozent, so Keinrath: „Es tut so weh innerlich“, trotzdem Absagen zu erteilen, die Unternehmenskultur habe aber Priorität.

Zusätzlich sucht fonio.ai laut Keinrath aktuell intensiv nach einer Head of Growth-Person mit entsprechender Skalierungserfahrung, dotiert mit bis zu 250.000 Jahresgehalt plus „Significant Equity“, betont Keinrath. Man nehme hier viel Geld in die Hand, weil es sich um ein sehr spezielles Profil handle, nach dem man suche. „Dafür kommen nur eine Handvoll Personen in Europa in Frage“, meint der Gründer. Das nächste Ziel sei ein ARR von 100 Millionen Dollar innerhalb von 18 bis 24 Monaten.

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