05.01.2021

Ohne Social CEO keine Corporate Influencer und Multiplikatoren

Soziale Netzwerke bieten uns seit Langem eine gute Möglichkeit, Unternehmensinhalte in der jeweilige Zielgruppe, sowohl B2C als auch B2B, zu platzieren. Hierfür gibt es in den meisten Networks Unternehmens-Kanäle. Aber reicht das 2021 noch aus um die jeweilige Zielgruppe, Kunden, Partner, Stakeholder und natürlich auch zukünftige High Potentials anzusprechen oder braucht es andere Wege der Kommunikation in den Social Medias?
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Social CEO: Ist die Chefin nicht selbst auf Social Media aktiv für das Unternehmen, werden es auch die Mitstreiter nicht sein
Social CEO: Ist die Chefin nicht selbst auf Social Media aktiv für das Unternehmen, werden es auch die Mitstreiter nicht sein | (c) Adobe Stock - golubovy

Welchen Vorteil haben größere Unternehmen im Vergleich zu Startups? Marketing- und Kommunikations- sowie HR- und Recruiting-Budget. Was auf den ersten Blick vielleicht ein Nachteil ist, macht gerade Startups erfinderisch und kreativ. Alle Kanäle müssen bedient werden, um Reichweite für die eigene Dienstleistung, das neue Produkt oder die aktuelle Job-Ausschreibung zu schaffen. Hier wird aus der „Not“ eine Tugend gemacht.

Vor allem in den sozialen Netzwerken geht es um Kommunikation und Sichtbarkeit. Die sogenannte Awareness ist ein wichtiger Teil für die Erreichung der (im Vorfeld) definierten Ziele. Nicht immer ist ein Unternehmenskanal auf den Social Medias wie LinkedIn, Instagram oder Facebook hier der Weisheit letzter Schluss. Im Trend liegt nach wie vor die Rückbesinnung auf das „Social“ in Social Media. Die Formel für diese Entwicklung könnte „weniger Company – mehr Mensch – höherer Trust – nachhaltiger Impact“ lauten. Ein Unternehmen ist kein Firmenlogo. Ein Unternehmen besteht aus den vielen Menschen und Gesichtern die hinter dem Logo und dem Namen stehen. Der CEO ist hier in den meisten Fällen eines der sichtbarsten Gesichter des Unternehmens – online, aber genauso offline.

Was macht nun einen CEO zu einem Social CEO?

Der Social CEO multipliziert wertvolle und ausgesuchte Unternehmensinhalte- und Updates mit seinem Netzwerk. Er ist mit Geschäftspartnern, Kollegen und Kunden vernetzt und baut sein Netzwerk stetig und nachhaltig aus. Er verfolgt eine klare Positionierung, pflegt die persönliche Ansprache und gibt Stakeholdern einen Einblick in sein Tun und Schaffen. Hierbei bleibt er immer authentisch. Aktivität und laufende Updates sowohl auf den eigenen Channels als auch in Gruppen oder Social Media Seiten sind unabdingbar. Posten, liken & sharen, natürlich mit Impact für das eigene Netzwerk, ist seine Awareness-Strategie. Überdies sucht er den Diskurs und den Austausch sowie das ehrliche und konstruktive Feedback. Was hier, wie auch in anderen Bereichen der Kommunikation, gilt: Qualität vor Quantität. Und zwar bei Postings und auch beim Netzwerkaufbau beispielsweise bei LinkedIn, XING oder Twitter.

Corporate Influencer und Multiplikatoren

Jedes Unternehmen verfügt über Experten und Spezialisten im jeweiligen Bereich. Es sind die Mitarbeiter, welche ein Unternehmen nach Außen hin sichtbar machen und repräsentieren. Sie stehen mit Leidenschaft und Authentizität hinter der Marke, dem Produkt oder der Dienstleistung. Sie sind es, die laufend ein Ohr an der Community haben und somit das so wertvolle Feedback, die Inputs und die Stimmung von außerhalb des Tellerrandes ins Unternehmen bringen können. Als Multiplikatoren von Brand- und Unternehmens-Botschaften werden Mitarbeiter zu Influencern auf den diversen sozialen Netzwerken und Plattformen, wie Reddit oder GitHub. So kommunizieren sie erreichte Milestones genauso wie Benefits, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, welche das Unternehmen zur Verfügung stellt und zahlen so beispielsweise authentisch und ohne Filter auf das „Employer Branding Konto“ ein.

Ohne Social CEO keine Influencer und Multiplikatoren

Die Unternehmenskultur („Corporate Culture“) wird immer vom CEO, der Geschäfts- und Teamführung vorgelebt. Ein „Nicht-Social-CEO“ kann auch nicht von seinen Mitarbeitern und Mitstreitern erwarten, dass diese Unternehmensinhalte multiplizieren, wenn er/sie es nicht selbst vorlebt oder gar für nicht nötig hält. Hier muss ein eindeutiges Commitment von allen Seiten bestehen. Ist ein solches gefunden, gilt es ein paar Punkte zu beachten: Kommunikation von Corporate Identity sowie Do’s and Don’ts eindeutig definieren und festlegen. Erstellung von Guidelines, proaktiver Support sowie Einschulung von motivierten Mitarbeitern durch Social Media erfahrene Kollegen. Und wichtig: Zeit und Raum schaffen für Corporate Influencer und Multiplikatoren, um Kreativität beispielsweise in der Content Creation zu fördern.

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Die Aitiologic-Gründer (vlnr.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic
Die Aitiologic-Gründer (v.l.n.r.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic

Im Oktober 2024 verließ das Wiener Startup Aitiologic den „Stealth Mode“. Damals hatte es 2,5 Millionen Euro an Investments und Förderungen eingesammelt. Jetzt folgt eine Seed-Finanzierung über 6,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab.

Angeführt wird die Runde von den Healthcare-Investoren Heal Capital und Ananda Impact Ventures. Die bisherigen Investoren Push VC und Lana Ventures sind wieder dabei. Dazu kommen laut Startup mehrere Biotech-Gründer, die bereits Börsengänge und Exits hinter sich haben.

Ein Bluttest, der zeigt, was im Gewebe passiert

Aitiologic entwickelt die Plattform „Aitios“. Sie untersucht zellfreie DNA im Blut und wertet die Daten mit KI aus. Das Ziel: Aus einer normalen Blutprobe soll sich ablesen lassen, aus welchem Gewebe die DNA stammt und was dort gerade passiert. Die Technologie geht auf Forschung von Gründer und CEO Andreas Posch bei Siemens Healthineers zurück. Aitiologic hat sie exklusiv lizenziert.

2024 sprach das Startup noch allgemein von Krebs- und Pränataldiagnostik. Nun ist die erste Anwendung klar: die Risikoabschätzung für Präeklampsie im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Bluthochdruck-Erkrankung betrifft laut Aussendung geschätzt drei bis acht Prozent aller Schwangerschaften. Sie ist eine der wichtigsten Ursachen für Todesfälle von Müttern und Föten weltweit. Aitiologic will dafür dieselbe Blutprobe nutzen, die ohnehin für den nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) abgenommen wird. Eine zusätzliche Blutabnahme wäre also nicht nötig.

Eine erste Studie mit Kypros Nicolaides und dem Fetal Medicine Research Institute habe gezeigt, dass sich damit das Präeklampsie-Risiko einschätzen lässt, so das Startup. Jetzt läuft eine größere Studie mit der Fetal Medicine Foundation, an der mehr als 1.000 Schwangere teilnehmen. „Wir sind von einer Technologie-Hypothese zu publizierten klinischen Daten gekommen“, sagt Posch. Das frische Kapital soll in diese Studie und in die Produktentwicklung fließen.

Oxford-Nanopore-Mitgründer im Beirat, neue Chief Medical Officer

Mit der Finanzierung holt Aitiologic zwei bekannte Namen an Bord. Gordon Sanghera hat Oxford Nanopore Technologies mitgegründet, ein britisches Unternehmen für DNA-Sequenzierung. Er führte es 21 Jahre lang als CEO, vom Spinoff der Universität Oxford bis zum Börsengang in London. In der Aussendung wird er als „Pionier der Molekulardiagnostik“ bezeichnet. Für Aitiologic ist das relevant, weil die eigene Plattform auf der Sequenzierung von DNA aus dem Blut aufbaut: Sanghera bringt also Erfahrung mit dem Aufbau, der Finanzierung und der Skalierung genau dieser Art von Technologie mit. Er investiert in die Runde und wird Mitglied des Beirats. Die ersten klinischen Daten von Aitiologic seien „sehr ermutigend“, sagt Sanghera.

Neue Chief Medical Officer ist Rebecca Ertl. Sie ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und hat ein nach eigenen Angaben führendes Zentrum für Pränataldiagnostik in Österreich gegründet. Bei Aitiologic verantwortet sie die medizinische Strategie, zunächst für das Präeklampsie-Programm. Ertl nennt bereits ein mögliches nächstes Thema: Man prüfe, ob der Bluttest auch bei Schwangerschaftsdiabetes früher Hinweise liefern könne.

Neben dem Risikokapital erhält Aitiologic Förderungen von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Wirtschaftsagentur Wien. Dazu kommt Unterstützung über den Europäischen Investitionsfonds (EIF) im Rahmen von InvestEU. Zugelassen ist die Plattform noch nicht, sie befindet sich weiterhin in der Entwicklung.

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