25.10.2022

Auf Österreichs modernstem Supermarkt wächst Hopfen zum Bierbrauen

In Baden hat heute Österreichs modernster Billa Plus mit rund 3000 Quadratmetern Verkaufsfläche eröffnet. Die Dach- und Fassadenbegrünung sorgt künftig für einen energieeffizienten Betrieb und Bier.
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Billa Plus
© BILLA AG / Robert Harson

Bis zum Jahr 2040 möchte die Rewe Group auf Unternehmensebene klimaneutral werden. Damit dies gelingt, müssen künftig auch Supermarkt-Filialen neue Standards in Sachen Energieeffizienz & Nachhaltigkeit erfüllen. Mit der am Dienstag eröffneten Billa Plus Filiale in Baden präsentierte die Rewe Group ihr jüngstes Vorzeigeprojekt, das sich durch eine besonders nachhaltige Bauweise auszeichnet – angefangen von einer Photovoltaik-Anlage bis hin zur Dach- und Fassadenbegrünung.

Österreichs modernster Supermarkt setzt auf Grünstrom

Ein besonderes Highlight des Billa Plus Marktes ist die neue Dachbegrünung auf einer Fläche von 100 Quadratmeter. Bei der Begrünung der Fassade wurde ebenso an eine zusätzliche Nutzung und das leibliche Wohl gedacht, denn hier wurde Hopfen der Sorte Hallertaler Tradition gepflanzt. In Kooperation mit der Ottakringer Brauerei wird der Hopfen zur Herstellung eines lokalen Spezialbieres verwendet, das im Markt erhältlich sein wird.

© BILLA AG / Robert Harson

An Dach und Fassade befindet sich eine 170 Quadratmeter große Photovoltaikanlage, die über eine Leistung von 31 kWp verfügt. Der jährlich erzeugte Strom von rund 32.700 kWh entspricht etwa dem Verbrauch von rund sieben Haushalten und wird gänzlich für die Deckung des Eigenbedarfs des Marktes verwendet. Für die restliche Stromversorgung wird auf Grünstrom aus Österreich zurückgegriffen.

Der Einsatz von CO2 als natürliches Kältemittel für Normal- und Tiefkühlung, eine geringe Kälteleistung durch Wandkühlmöbel mit Türen sowie die Deckung des vollständigen Heizwärmebedarfs durch Wärmerückgewinnung senken den Energiebedarf laut der Rewe Group um bis zu 30 Prozent. Zudem wird das gesamte Gebäude innen sowie außen mittels LED beleuchtet.

Food Innovationen von heimischen Startup & Plant Based

Ein neues Trend-Regal soll Kund:innen zudem auf innovative Produkte aus der heimischen Startup-Szene aufmerksam machen. Auch auf individuelle Ernährungsweisen wird im Markt entsprechend eingegangen: Ein eigener Bereich bietet eine Auswahl an rein pflanzlichen Produkten von Hülsenfrüchten und Getreide sowie pflanzlichen Fleisch- und Milchersatzprodukten. Erst Anfang Dezember eröffnete die Rewe Group Österreichs erste rein vegane Billa-Filiale im Wiener Kaufhaus Gerngross auf der Mariahilferstraße

© BILLA AG / Robert Harson

Schulprojekt zur Erhaltung der Biodiversität

Zudem soll Österreichs modernster Supermarkt auch zur Biodiversität beitragen. Neben einem Insektenhotel wird beim Marktstandort eine weitläufige Blühwiese von zwei Klassen der Volksschule Uetzgasse-Baden im Rahmen eines naturpädagogischen Projekts mit dem Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wiener Becken angelegt. Dadurch soll ein weiterer Lebensraum für Tiere und Pflanzen geschaffen werden.


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Der European Venture Sentiment Index deutet eine positive Entwicklung für das nächste Quartal an (c) Adobe Stock
(c) Adobe Stock

„Gute Zahlen, verhaltene Stimmung“ titelte brutkasten im Juli zur letzten Ausgabe des quartalsweise erscheinenden European Venture Sentiment Index (EVSI) von Venionaire Capital. Denn obwohl das Investment-Volumen in Europa im zweiten Quartal einen Rekordwert erreichte, fiel die im Indexwert aggregierte Stimmungslage zwar besser als ein Quartal zuvor erwartet, aber doch knapp negativ aus. Der nun erschienene EVSI für das dritte Quartal zeigt das umgekehrte Bild: Zwar ging das Investmentvolumen wieder zurück, die Stimmungslage übertrifft die Erwartung aus dem Vorquartal (4,4 Punkte; 5 ist neutral) aber deutlich und liegt mit 5,4 Punkten wieder knapp im positiven Bereich.

(c) Venionaire Capital

Die Stimmungsindikatoren im Detail: Getragen wurde die Verbesserung laut Venionaire vor allem von einer deutlich höheren Investor:innenaktivität, die gegenüber dem Vorquartal um 33,9 Prozent zulegte. Auch das Fundraising-Umfeld habe sich um 27,3 Prozent verbessert, die Qualität der Dealflows um 16,7 Prozent. Gleichzeitig gingen die Startup-Bewertungen um 6,4 Prozent und der Wettbewerb um Deals um 6,2 Prozent zurück.

Die aktuelle Prognose für das kommende Quartal ist mit dem neutralen Wert 5 wieder etwas verhaltener. Bei den konkreten Indikatoren erwarten die befragten Investor:innen aber weitreichende Verbesserungen, konkret ein Plus von 34,7 Prozent bei der Investor:innenaktivität, plus 10,6 Prozent bei Startup-Bewertungen, plus 8,2 Prozent beim Fundraising-Umfeld und plus 1,7 Prozent bei der Qualität des Dealflows. Lediglich beim Wettbewerb um Deals wird ein Minus von 8,8 Prozent erwartet.

Dealvolumen gesunken, aber deutlich über Vorjahresniveau

Das tatsächliche europaweite Dealvolumen sank im dritten Quartal zwar, wie erwähnt, im Vergleich zum Vorquartal, lag aber laut begleitender EVSI-Analyse dennoch deutlich über dem Vorjahresniveau. Demnach wurden europaweit 24,7 Milliarden US-Dollar investiert – ein Rückgang von 14,9 Prozent gegenüber Q2, aber ein Plus von 64,9 Prozent gegenüber Q3 2025. Die Zahl der Transaktionen sank gegenüber dem Vorquartal um 10,5 Prozent auf 864 Deals, lag damit aber weiterhin 1,1 Prozent über dem Vorjahreswert.

(c) Venionaire Capital

13,9 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 56,2 Prozent des gesamten investierten Kapitals entfielen dabei im dritten Quartal auf Late-Stage-Finanzierungen. Seed- und Angel-Runden stellten mit 521 Deals zwar weiterhin mehr als 60 Prozent aller Transaktionen, machten mit 1,8 Milliarden US-Dollar jedoch lediglich 7,4 Prozent des investierten Kapitals aus. Und ein weiteres spannendes statistisches Detail: Sowohl Deutschland (6,1 Milliarden US-Dollar) als auch Frankreich (5 Milliarden) überholten beim Dealvolumen im dritten Quartal das Vereinigte Königreich (4,9 Milliarden). Herausstechend waren dabei die Investments für Mistral AI mit 3,5 Milliarden US-Dollar, Helsing mit 1,8 Milliarden US-Dollar und Quantum Systems mit 1,2 Milliarden US-Dollar.

Venionaire-Chef Berthold Baurek-Karlic kommentiert: „Der europäische Venture-Markt entwickelt sich zunehmend auf zwei unterschiedlichen Bahnen. An der Spitze zeigt Europa eine größere Bereitschaft, strategische Technologien in großem Maßstab zu finanzieren, insbesondere in den Bereichen KI, Verteidigung und DeepTech. Europa wird immer besser darin, seine stärksten Unternehmen in großem Maßstab zu finanzieren, während die Finanzierung in der Frühphase nach wie vor eine größere Herausforderung darstellt.“ Das vierte Quartal werde „turbulent“. „Wir erwarten, dass zum Jahresabschluss jede Investorin und jeder Investor noch versuchen wird, Deals zu finalisieren.“

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