23.04.2026
F&E

Österreichs F&E-Quote sinkt leicht: Platz drei in der EU

17,6 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung, EU-weit Platz drei, weltweit Platz acht: Die neue Globalschätzung der Statistik Austria für 2026 liest sich auf den ersten Blick wie eine Erfolgsmeldung. Doch hinter den Zahlen verbirgt sich die Frage, wie nachhaltig Österreichs Innovationsvorsprung wirklich ist.
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Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ), Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). | © Sophisticated Pictures

Für 2026 weist Statistik Austria Forschungs- und Entwicklungsausgaben von rund 17,6 Milliarden Euro aus, um 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die F&E-Quote liegt bei 3,34 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und damit knapp unter dem Rekordwert von 3,39 Prozent, den Österreich 2025 erreicht hatte. In der EU liegen nur Schweden (3,56 Prozent) und Belgien (3,36 Prozent) vor Österreich. Den europäischen Zielwert von 3,0 Prozent übertrifft das Land damit bereits zum dreizehnten Mal in Folge.

Den Großteil trägt nicht der Staat, sondern die Unternehmen: Rund zwei Drittel der Gesamtausgaben – mehr als elf Milliarden Euro – stammen von heimischen und ausländischen Betrieben. Der Bund steuert rund 4,8 Milliarden bei, die Bundesländer weitere 770 Millionen Euro.

Dabei lohnt ein Blick auf den Kontext: Der Rekordwert von 2025 kam nicht ausschließlich durch höhere Forschungsausgaben zustande. Die Quote stieg auch, weil das BIP nominell nur schwach wuchs (brutkasten berichtete). Diesen Zusammenhang hatte bereits die stellvertretende WKÖ-Generalsekretärin Mariana Kühnel im Vorjahr angesprochen: „Dass wir mit 3,35 Prozent eine neue Bestmarke erreichen, ist erfreulich – aber eine Momentaufnahme.“

Ziel: Forschungsquote über 4%

Die drei für Forschung zuständigen Bundesminister:innen präsentierten die aktuellen Zahlen gemeinsam. Bei der Zielsetzung waren sich alle einig: Die Forschungsquote soll langfristig auf über vier Prozent des BIP steigen.

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner betonte die Bedeutung der freien Grundlagenforschung: „Ein Land lebt nicht von dem, was es verwaltet, sondern von dem, was es möglich macht.“ Trotz laufender Budgetkonsolidierung seien wissenschaftliche Durchbrüche auf internationalem Niveau gesichert – von Exzellenzclustern bis zu Spin-Off-Fellowships.

Innovationsminister Peter Hanke verwies auf die Rückflüsse der Investitionen: Beim Geistigen Eigentum belege Österreich im European Innovation Scoreboard Platz eins, österreichische Unternehmen lieferten weltweit Spitzentechnologien – aktuell etwa für die Mondmission Artemis II. Gegenüber brutkasten hatte Hanke bereits im Vorjahr betont: „Jeder Euro, der in Forschung und Technologie investiert wird, kommt mittelfristig nach drei bis fünf Jahren um das Sechsfache zurück.“

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer verwies auf die im Rahmen der Industriestrategie 2035 vereinbarten 2,6 Milliarden Euro für Schlüsseltechnologien bis 2029. Er formulierte zugleich eine klare Erwartung: „Nun gilt es, die Mittel jedoch auch möglichst wirksam und effektiv einzusetzen, damit wir auch beim Innovationsoutput zur Spitze gehören.“

Die Mid-Tech-Falle

Denn genau beim Innovationsoutput offenbart sich eine bekannte Schwachstelle. Österreich schneidet bei der Exportquote von High-Tech-Gütern im Europa-Vergleich mäßig ab: 2022 lag diese bei rund 7,7 Prozent, im Vergleich zu 10,6 Prozent in Deutschland, 14,4 Prozent in Ungarn und 15,6 Prozent in Frankreich. Österreich weist dagegen mit fast 40 Prozent den höchsten Anteil an Low- und Medium-Low-Tech-Exportgütern auf (brutkasten berichtete). Man bleibe damit „in der Mid-Tech-Falle gefangen“, wie das Wirtschaftsministerium selbst einräumt.

Österreichs Schwächen liegen laut Hanke bei den wenigen F&E-Großunternehmen, dem Fachkräftemangel und der Tatsache, dass es zu wenig neue Hightech-Unternehmen gibt. Die hohen Inputs in Forschung und Innovation schlagen sich also nicht im gleichen Ausmaß in wettbewerbsfähigen Exportprodukten nieder.

WKÖ sieht Förderinstrumente als „entscheidenden Door Opener für Innovation“

WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger warnt hier vor einem Rückgang der öffentlichen Forschungsförderung 2026 – ausgerechnet in einer Phase geopolitischer Spannungen. „Wer heute investiert, schafft morgen Wertschöpfung und Resilienz“, so Danninger. Staatliche F&E-Investitionen seien keine Ausgaben, sondern strategische Zukunftsinvestitionen. Konkret fordert die Wirtschaftskammer ein klares Bekenntnis zu bestehenden Förderinstrumenten. Die FFG-Basisprogramme seien laut Danninger „oft der entscheidende Door Opener für Innovation in den Betrieben“.

Darüber hinaus fordert die WKÖ eine Verlängerung des Fonds Zukunft Österreich bis 2030 mit einer Dotierung von mindestens 200 Millionen Euro jährlich, um auch steigende Kofinanzierungsbedarfe für EU-Programme abdecken zu können. Trotz Kürzungen in anderen Bereichen soll es im nächsten FTI-Pakt (2027–2029) keine Einsparungen geben, hatte Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer zuletzt signalisiert (brutkasten berichtete).

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(c) Paul Gruber - CEO Korbinian Kasinger (links) bei der Präsentation von Charge with Friends mit Lukas Skarabela (rechts) von Schachinger Logistik.

Mit „Charge with Friends“ hat kW-Solutions eine Plattform etabliert, die Logistikunternehmen miteinander vernetzen und die gemeinsame Nutzung von Ladeinfrastruktur für E-LKW ermöglichen soll. Erste E-LKW laden bereits über die Plattform an den Standorten anderer Transportunternehmen – mit Ersparnissen von bis zu netto 20 Cent pro Kilowattstunde, so der Claim. Mit Ende Juni sollen bereits rund zehn Standorte online sein, bis Ende des Jahres ist die Abdeckung von ganz Österreich geplant.

kW-Solutions: Ladepunkte mit Nachfrage aus der Logistik verbinden

Viele Unternehmen investieren in leistungsfähige Ladeinfrastruktur, die jedoch oftmals nicht ideal ausgelastet wird. Ein Problem, das Charge with Friends lösen soll. Die Plattform verbindet verfügbare Ladepunkte mit Nachfrage aus der Logistik und ermöglicht so die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur innerhalb der Branche zu Preisen von etwa 30–40 ct/kWh netto, liest es sich in der Aussendung.

Problem: Mangelnde Interoperabilität

Von der ersten Idee bis zum produktiven Betrieb vergingen nur wenige Wochen, wie man mitteilt: „Wir wollen die wichtigste Plattform für das Teilen von Depot-Ladeinfrastruktur innerhalb Österreichs, des DACH-Raums sowie Europa werden. Dafür laden wir alle Transportunternehmen mit E-Ladeinfrastruktur ein, Teil des Netzwerkes zu werden“, sagt kW-Solutions CEO Korbinian Kasinger, der im Vorjahr den Innovator of the Year gewonnen hat.

Der Ansatz: Jeder Depotstandort soll – unabhängig von der eingesetzten Infrastruktur oder Software – in das Netzwerk integriert werden können. „Solche Projekte scheitern oftmals an mangelnder Interoperabilität zwischen den Systemen. Mit dem von uns entwickelten Proxy können wir jedwedes Betriebssystem niederschwellig anbinden“, so Kasinger.

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