16.09.2025
GLOBAL INNOVATION INDEX

Österreich bleibt unter den Top 20 der innovativsten Länder weltweit

Österreich belegt im veröffentlichten Global Innovation Index Platz 19 von 139 bewerteten Volkswirtschaften. Die Stärken liegen in den Bereichen Forschung & Entwicklung sowie Infrastruktur.
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(c) Adobestock

Der Global Innovation Index erscheint jährlich und wird von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO), der französischen Wirtschaftshochschule INSEAD sowie der Cornell University herausgegeben. Im vergangenen Jahr belegte Österreich Rang 17, fiel jedoch nun um zwei Plätze auf Rang 19 zurück. Seit 2020 liegt Österreich konstant zwischen Platz 17 und 19. Damit zählt das Land – gemäß der Definition der Studie – zu den Innovation Leaders und befindet sich unter den Top 25 Ländern mit den stärksten Innovationsleistungen.

Mangel an Risikokapital

Österreich konnte vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung, bei Patenten sowie im Bereich der grundlegenden Infrastruktur überzeugen. In allen bewerteten Kategorien schneidet das Land besser ab als der europäische Durchschnitt. Österreich rutscht zwei Ränge zurück. Als Gründe werden der Mangel an Risikokapital genannt. Dazu heißt es: „Mit -25,8 % zwischen 2023 und 2024 drückt er das österreichische Ergebnis nach unten.“

„Der Global Innovation Index bestätigt Österreichs starke Position als Innovationsstandort. Aber er zeigt auch klar auf, wo wir ansetzen müssen – bei der Verfügbarkeit von Kapital für junge und innovative Unternehmen“, betont Stefan Harasek, Präsident des Österreichischen Patentamts.

Maßnahmen der Regierung für Innovation 

Die Bundesregierung hat das Problem der fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten laut Patentamt erkannt und bereits Maßnahmen gesetzt. Ein zentrales Projekt dabei ist “IP Finance”, das Teil des aktuellen Regierungsprogramms ist und nun umgesetzt wird. Damit soll es künftig möglich sein, auch immaterielle Werte wie Patente oder geistige Eigentumsrechte in Unternehmensbilanzen aufzunehmen.

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Christian Mentin, Head of Research Unit System-Level Integration Technologies bei Silicon Austria Labs | (c) Peter Drechsler / SAL

Das österreichische Forschungszentrum Silicon Austria Labs (SAL) hat nach eigenen Angaben das weltweit dünnste bidirektionale 11-Kilowatt-Bordladegerät für Elektroautos entwickelt. Die sogenannte „Tiny Power Box 2.0“ ist nur fünf Zentimeter hoch und soll Autoherstellern neue Möglichkeiten beim Einbau bieten. Entwickelt wurde der Prototyp von Forschungsteams in Villach und Graz gemeinsam mit den Industriepartnern Infineon, AVL, TDK, Fronius und MetaSystem. Das Forschungsprojekt hatte ein Volumen von 7,2 Millionen Euro.

Laden und Strom zurückspeisen

Jedes Elektroauto verfügt über einen sogenannten On-Board-Charger. Dieser wandelt den Wechselstrom aus der Steckdose oder Wallbox in Gleichstrom um, den die Fahrzeugbatterie speichern kann. Die Tiny Power Box 2.0 übernimmt dabei gleich drei Funktionen: Sie lädt die Batterie mit bis zu elf Kilowatt, kann Strom aus dem Fahrzeug zurück ins Haus oder öffentliche Netz speisen und versorgt über einen integrierten Wandler auch das 12-Volt-Bordnetz. Darüber werden unter anderem Beleuchtung, Steuergeräte und Infotainment betrieben. Dafür ist bislang häufig ein separates Bauteil notwendig.

Durch die bidirektionale Funktion könnte ein geparktes Elektroauto künftig auch als Stromspeicher dienen. Beispielsweise ließe sich tagsüber erzeugter Solarstrom in der Fahrzeugbatterie speichern und bei Bedarf wieder im Haushalt nutzen.

Mehr Leistung auf weniger Raum

Die größte Herausforderung bei der Entwicklung sei die Wärme gewesen, die beim Umwandeln des Stroms entsteht, heißt es von SAL. Je kompakter das Ladegerät, desto schwieriger wird es, diese abzuführen.

„Bei 50 Millimetern Bauhöhe liegt die eigentliche Herausforderung in der Wärmeentwicklung, die auf sehr kleinem Raum abgeführt werden muss. Wir haben Kühlung, magnetische Komponenten und Isolation deshalb in kombinierten Designprozessen als ein gemeinsames Gesamtsystem simuliert und entwickelt. Nur so lassen sich 11 Kilowatt bidirektional auf engstem Bauraum umsetzen“, erklärt Christian Mentin, Head of Research Unit System-Level Integration Technologies bei Silicon Austria Labs.

Die Entwicklung baut auf einem Vorgängerprojekt aus dem Jahr 2022 auf. Damals hatte SAL bereits ein kompaktes Ladegerät mit sieben Kilowatt Leistung entwickelt. Die neue Generation erreicht elf Kilowatt und kommt dabei mit einer deutlich geringeren Bauhöhe aus.

Forschungsergebnisse für weitere Anwendungen

Nach dreieinhalb Jahren Forschung liegt die Tiny Power Box 2.0 nun als Prototyp vor. Mit fast allen beteiligten Industriepartnern laufen bereits Folgeprojekte. Dabei sollen die entwickelten Technologien auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen, etwa in der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, in industriellen Gleichstromnetzen oder bei der Stromversorgung von Rechenzentren.

Ob und wann die Tiny Power Box 2.0 selbst in Serienfahrzeugen eingesetzt werden könnte, ist derzeit offen. Interesse gibt es laut SAL aber bereits von europäischen und internationalen Autoherstellern.

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