22.06.2022

OeNPAY Electronic Identity Challenge – Ideenwettbewerb gestartet

OeNPAY startet einen Ideenwettbewerb und sucht Anwendungsfälle der e-ID. Ideen können von 20. Juni bis 31. August eingebracht werden.
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OeNPAY, ID, e-ID, elektronische Identität,
© OeNPAY – Ideen können bis 31. August eingereicht werden.
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Innerhalb der letzten zwei Jahren hat in Österreich ein digitaler Boost stattgefunden. Elektronische Identität (e-ID) etwa kommt bereits in mehreren Branchen zum Einsatz. Allerdings hat sich eine branchenübergreifende Lösung hierzulande noch nicht durchgesetzt. OeNPAY möchte daher die Entwicklung einer sicheren, interoperablen e-ID-Infrastruktur unterstützen, die als Schnittstelle zu privatwirtschaftlichen und staatlichen digitalen Services genutzt werden kann.

OeNPAY sucht neue Ideen

Aus diesem Grund hat OeNPAY, die Innovations-Initiative der Oesterreichischen Nationalbank zur flächendeckenden Digitalisierung des Zahlungsverkehrs in Österreich, am 20. Juni den Ideenwettbewerb „e-IDentifiziere dich!“ gestartet.

Gesucht werden konkrete Anwendungsmöglichkeiten von e-ID in den verschiedensten Branchen. Teilnehmen können alle Personen, die potenziellen Bedarf für „electronic Identity“ identifizieren, teilen und sie zukunftsfit machen möchten.

Bis 31. August ist es Interessierten möglich, auf einer Online-Plattform Ideen aus dem privaten oder beruflichen Alltag einzubringen. Dabei dürfen die Anwendungsfälle vielseitig sein: etwa das Bezahlen von Parkscheinen, das Autorisieren des Mindestalters oder das Öffnen von Türen zu freigeschalteten Räumen.

ID und die moderne Technologie

Zur Erklärung: Identifikation ist keine neue Erfindung des Corona-Zeitalters, sondern spielt seit geraumer Zeit eine Rolle im Alltag. Sie ermöglicht uns, nachzuweisen, wer wir sind. In analoger Form kommen dafür zum Beispiel Reisepass, Personalausweis oder e-Card zum Einsatz.

Moderne Technologien bieten nun jedoch die Chance, diesen Identifikationsprozess zu digitalisieren: Amtswege und Dienstleistungen, die zuvor nur persönlich abgewickelt werden konnten, geschehen somit nun rein digital. Im elektronischen Zahlungsverkehr und im e-Government etwa ist die Nutzung von einfachen und sicheren Identifikationslösungen (bei Einmalzahlungen, Steuerausgleich oder Kreditantrag) bereits unabdingbar.

„Aktuell finden sich zahlreiche nationale und internationale, staatliche und private e-ID-Lösungen parallel am Markt. Größtenteils funktionieren diese nicht miteinander und existieren nebeneinander, mit wenig Durchdringung in der breiten Bevölkerung. Das bremst die dringend notwendige Digitalisierung auf nationaler und internationaler Ebene“, sagt Bernhard Krick, einer der beiden Geschäftsführer der OeNPAY Financial Innovation HUB GmbH.

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(c) OeNPAY – Die beiden Geschäftsführer von OeNPAY Bernhard Krick (l.) und Franz Deim.

Er weiß, dass die Anwendungsmöglichkeiten der e-ID weit über den Payment-Bereich hinaus gehen und unbegrenzt für alle digitalen Interaktionen einsetzbar sind, die einen Identitätsnachweis erfordern. Neben der erwähnten Durchdringung fehle es außerdem an ausgereiften Regeln und Normen, wie digitale Identitätsangebote gestaltet sein sollen.

Lösungen nicht interoperabel

Die Konsequenz: private und öffentliche e-ID-Lösungen am Markt funktionieren Großteils nicht interoperabel und entsprechen keinem einheitlichen Rechts- und Sicherheitsstandard. Diesem Zustand möchte die OeNPAY mit ihrem Ideenwettbewerb ein Ende setzen und verweist auf die Vorteile der e-ID.

Einmal eingerichtet, sei sie fixer Bestandteil der digitalen Brieftasche und somit ständiger Begleiter, der viele Funktionen in bloß einer Technologie abdecken kann. Zudem gewährleiste eine interoperable e-ID-Infrastruktur, dass mehrere e-ID Lösungen von unterschiedlichen Anbietern am Markt existieren können.

Kurz gesagt: Das große Ziel der OeNPAY ist es, entsprechend der Bestrebungen der EU zur Schaffung einer europäischen digitalen Identität, eine nationale e-ID-Infrastruktur zu schaffen, die ebenso in europäische Modelle integrierbar ist und internationale e-ID Lösungen am nationalen Markt unterstützt.

Vorteile einer e-ID

Laut OeNPAY funktioniert eine solch umfassende Infrastruktur, wenn sie DSGVO-konform ist, rechtlichen Anforderungen der europäischen eIDAS-Verordnung entspricht und zum Datenschutz, zur Kriminalitäts- und Betrugsreduktion sowie zur Sicherheit vor Datenmissbrauch und Identitätsdiebstahl beiträgt.

Die Challenge selbst ist mit einem Preisgeld von 3.000 Euro dotiert. Nach der Auswahl der besten Projekte werden diese Ideen weiterführend von OeNPAY analysiert, gemeinsam ausgearbeitet und gegebenenfalls mit Partnerorganisationen umgesetzt.

Eine Jury mit Vertreter:innen aus den Bereichen Wissenschaft und Innovation, Finanz und Payment sowie aus dem Datenschutz wird schlussendlich im September die spannendsten Einreichungen aus dem Wettbewerb evaluieren.

Katalysator für Innovation

OeNPAY-Geschäftsführer Franz Deim sieht in einer ganzheitlich sicheren e-ID-Infrastruktur nicht nur Vorteile für Wirtschaft und für die öffentliche Verwaltung, wie er abschließend erwähnt, sondern auch eine Erleichterung des Alltags aller Personen.

„Eine solche umfassende e-ID-Infrastruktur kann nur durch die Zusammenarbeit zwischen den Anbietern des öffentlichen und privaten Sektors geschaffen werden“, sagt er. „Wir als OeNPAY sehen uns als Katalysator für Innovation und als Brückenbauer zwischen den einzelnen Akteuren am Markt. Wir möchten eine gemeinsame, branchenübergreifende Lösung stärken und möglichst viele Personen in diesen Prozess miteinbeziehen.“

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Noxtua-Gründer Leif-Nissen Lundbæk und Manz-Geschäftsführerin Susanne Stein-Pressl | © Kidizin Sane
Noxtua-Gründer Leif-Nissen Lundbæk und Manz-Geschäftsführerin Susanne Stein-Pressl | © Kidizin Sane

Das Berliner Legal-Tech-Scaleup Noxtua hat seine Series-C-Finanzierungsrunde mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro abgeschlossen. Es ist die bislang größte Geldspritze für ein Rechts-KI-Unternehmen in Deutschland. Im Zuge der Kapitalerhöhung übernimmt der deutsche Fachverlag C.H.Beck die Mehrheit an dem Unternehmen, während die Wiener Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung als neuer Investor einsteigt.

Susanne Stein-Pressl, geschäftsführende Gesellschafterin bei Manz, ordnet den Schritt in die Unternehmensgeschichte ein: „Seit mehr als 40 Jahren nimmt Manz eine Pionierrolle in der Digitalisierung des Rechtswesens ein“. Das Investment sei vor diesem Hintergrund eine konsequente Fortführung der eigenen Digitalisierungsstrategie. „Deshalb ist für uns die Investitionsrunde der nächste logische Schritt“, so Stein-Pressl.

Manz mit langer Digitalisierungs-Geschichte

Für den 1849 in Wien gegründeten Fachverlag fügt sich die Beteiligung in eine Reihe bestehender Innovationen ein. Manz führte bereits 1986 die Rechtsdatenbank (RDB) in Österreich ein und stellte Anfang 2025 mit „Genjus KI“ einen eigenen Rechercheassistenten vor. Seit 2025 kooperiert der Verlag zudem operativ mit Noxtua an der Lösung „Manz-Noxtua“, um Fachinformationen auf einer gemeinsamen Plattform zu bündeln.

Mit dem Einstieg will das Wiener Verlagshaus die Qualitätsstandards juristischer Inhalte auch im KI-Zeitalter sichern. „Vertrauenswürdige Inhalte der Rechtsverlage bilden dabei schon immer das Fundament, auf dem Rechtsexpertinnen und -experten in ganz Europa arbeiten und das es zu schützen gilt“, betont Stein-Pressl. Als Verlag sehe sich Manz als Garant für die Wahrung dieser Qualität.

Gesellschafterkreis von Noxtua formiert sich um

Die Mehrheit der Anteile liegt nach dem Abschluss der Runde bei C.H.Beck. Der Münchner Traditionsverlag war bereits im April 2025 bei der Series B als Hauptinvestor eingestiegen. Klaus Weber aus der Gesamtgeschäftsführung von C.H.Beck begründet die Aufstockung mit den Veränderungen im Markt: „Die Verbindung qualitativ hochwertiger Daten mit innovativer KI-Technologie ist das Erfolgsrezept in einem sich rasch wandelnden Markt“. Zudem betont er die strategische Ausrichtung der Partner: „Für uns als Traditionsverlag ist dieses Engagement gemeinsam mit Manz auch eine Investition in die Zukunft des Rechts“.

Parallel zum Wechsel der Mehrheitsbeteiligung wird die Gesellschafterstruktur neu geordnet. Bisherige Wagniskapitalgeber wie die Global Brain Corporation, der KDDI Open Innovation Fund sowie Einzelinvestor Dominik Schiener scheiden als Eigner aus. Auch die Wirtschaftskanzleien CMS und Dentons geben ihre Anteile ab, verbleiben aber laut Unternehmensangaben als Ankerkunden. CMS hatte die Entwicklung der Software 2024 mitinitiiert.

Internationale Expansion

Noxtua wurde 2017 auf Basis von Forschung an der Universität Oxford und dem Imperial College London von Leif-Nissen Lundbæk und Michael Huth gegründet. Nach Unternehmensangaben beschäftigt das Scaleup derzeit rund 100 Mitarbeiter:innen an sechs europäischen Standorten – darunter Berlin, Paris, Stockholm, Zagreb, München und Fribourg – und kommt auf mehr als 30.000 Nutzerinnen und Nutzer.

Das frische Kapital soll laut Aussendung vor allem in die Weiterentwicklung der spezialisierten Arbeitsbereiche sowie in die Expansion in weitere europäische Märkte fließen. Die Software deckt typische juristische Arbeitsabläufe wie Recherche, Analyse und Dokumentenerstellung ab und greift dabei auf Daten lizenzierter Fachverlage zurück.

Leif-Nissen Lundbæk, CEO und Gründer von Noxtua, kommentiert den Abschluss der Runde: „Wir entwickeln Noxtua basierend auf den exklusiven Inhalten führender Fachverlage vom ganzen Kontinent und haben so u.a. bereits Europas größte Rechtsdatenbank und Europas größtes Netzwerk unabhängiger Rechtsverlage aufgebaut“. Die Vertiefung der Partnerschaft ordnet er als Signal ein: „Die gemeinsame Investition von C.H. Beck und Manz in Noxtua ist deshalb auch ein starkes Zeichen an den Markt“.

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