20.11.2020

NXRT: 1,5 Mio. Euro Kapital für Wiener Fahrzeug-Simulatoren-Startup

Der 2019 gegründete Mixed Reality-Spezialist NXRT aus Wien erhält ein Investment vom Bahntechnikunternehmen Rhomberg Sersa Rail Group sowie Förderungen.
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NXRT: Das Gründer-Team
(c) NXRT: Das Gründer-Team

Realitätsnahe Fahrzeug-Simulatoren sind üblicherweise eine sehr ressourcen- und kostenintensive Angelegenheit. Denn Cockpits bzw. Fahrerkabinen müssen dafür bislang physisch nachgebaut werden. Hier setzt das 2019 gegründete Wiener Startup NXRT (Nekonata XR Technologies GmbH) an. Mit seinem Mixed Reality-System können die tatsächlichen Fahrzeuge als Simulatoren genutzt werden sowie weitere virtuelle Trainings in der Bahntechnik direkt am Objekt durchgeführt werden.

Reale Objekte in der virtuellen Umgebung

Die Software des Unternehmens platziert mit Hilfe von künstlicher Intelligenz die reale Umgebung in einer virtuellen, welche die Nutzer über eine VR-Brille sehen. Auch Steuerungselemente wie Hebel oder Schalter werden dabei sichtbar und bedienbar. Punkten will das Startup vor allem damit, dass sich die Simulatoren leicht erstellen lassen. „Uns war es immer wichtig, Simulationen begreifbar zu machen. Lange war das Erstellen von VR optimierten virtuellen Welten den sogenannten Expertinnen und Experten vorbehalten und nur mit komplizierten Programmen und teurer Hardware möglich. Das wollten wir ändern“, meint Co-Founder und Co-CEO Martin Wagner, der das Unternehmen gemeinsam mit Lukas Stranger, Alexis Kopciak und Patrick Kolar gegründet hat.

Damit hat das Startup auch schon einige große Kunden aus Automobil- und Bahnindustrie, Luftfahrt und Verkehrssicherheit gewonnen. Einer dieser Kunden ist das Bahntechnikunternehmen Rhomberg Sersa Rail Group, das nun auch als Investor gewonnen wurde. Kombiniert mit Förderungen holt sich NXRT in einer aktuellen Finanzierungsrunde etwas über 1,5 Millionen Euro Kapital. Damit wolle man die Position international weiter festigen und das Wachstum jenseits von Österreich beschleunigen, heißt es vom Unternehmen.

NXRT CEO: „Simulation und Virtual Reality neu denken“

Co-Founder und Co-CEO Lukas Stranger gibt das Ziel aus, das er mit dem derzeit rund 30-köpfigen Team erreichen will: „Es ist an der Zeit, das Thema Simulation und Virtual Reality neu zu denken und den Menschen zugänglicher zu machen. Technologische Entwicklungen existieren nicht in einem Vakuum und dürfen nicht zum Selbstzweck werden. Wir wollen Technologien verständlich, nahbar und nutzbar machen“.

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In der heimischen Startup-Landschaft hat sich Stefan Ebner längst einen Namen gemacht. Er gründete das Datenunternehmen Braintribe, eröffnete später unter anderem den Co-Creation-Space Tribe.Space, launchte die Co-Creation-Plattform Tribe.Land oder das KI-WealthTech-Unternehmen WeR. Nun meldet er sich mit seinem neuesten Projekt Tribe.One zurück, das laut Ebner eine „dritte Welle der KI“ einläuten soll, nach den Sprachmodellen (LLMs) und den KI-Agents.

Von Agents zur Co-Organisation

Agents hätten sich zwar wie ein „Super Personal Assistant“ angefühlt, seien aber nie etwas gewesen, was eine Organisation wirklich aufnehmen könne, argumentiert Ebner. Tribe.One setzt deshalb eine Schicht über den Agents an: „Ich glaube, die nächste Welle wird das sein, was wir Co-Organisation nennen“, erklärt der Gründer. Gemeint ist ein neues Operating Model, in dem Mensch und KI den Output gemeinsam nutzbar machen. Damit richtet sich die Lösung vor allem an CEOs, CFOs und CMOs, denn: „Die meisten KI-Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern an der Organisation“, so Ebner.

Digitale Counterparts für die Führungsebene

Kern des Ansatzes sind sogenannte „Entities“, die auf Tribe.Ones Plattform Gzero laufen. Führungskräfte erhalten darüber ein digitales Gegenüber, etwa einen Co-CEO oder Co-CFO. Dieses kennt das Unternehmen samt Plänen und OKRs und gibt Aufgaben an Agents weiter, da eine Entity selbst keinen direkten Datenzugriff hat.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt Tribe.One an sich selbst: Dort arbeiten laut Ebner vier menschliche und acht KI-C-Levels zusammen, und die Entities sind schon seit einem Jahr intern im Einsatz. Für Kund:innen soll die Möglichkeit bestehen bereits bestehende Agents mitzubringen und zu integrieren.

Ein Ort für Fokus und Austausch

Ebner verbindet technologische Vorhaben traditionell mit physischen Orten, vom Nachtclub Chaya Fuera bis zum Tribe.Space. Auch Tribe.One bekommt mit dem „Co-lab“ nun einen solchen Ort in Wien. Er ist laut Ebner kein klassischer Coworking-Space, sondern ein Ort für Fokus, Schulungen und Austausch, an dem auch Marketing, Kommunikation und Frühphasen-Projekte stattfinden sollen. Um die Szene zu vernetzen, ist jeden letzten Donnerstag im Monat ein „Open House“ geplant. Die offizielle Eröffnung soll gemeinsam mit dem großen Launch im Jänner erfolgen.

Forschung in Wien, Kapitalmarkt in London

Während Forschung und Entwicklung in Österreich bleiben, gründet Tribe.One in London eine Limited als Co-Headquarter für Markt und Kapital. Ebner selbst pendelt entsprechend zwischen zwei Welten: Zwei Wochen pro Monat verbringt er in Wien mit Forschung und Coding, die übrige Zeit bei Kunden, die er vor allem im DACH-Raum und in UK sieht.

Finanziert hat sich das Unternehmen bisher selbst und macht nach Ebners Angaben „substanzielle Umsätze“. Im ersten oder zweiten Quartal des kommenden Jahres will er nun aber Kapital aufnehmen.

Die Vision dahinter ist ambitioniert: Tribe.One soll zu den Top-5-KI-Firmen Europas gehören, die die neue Welle mitgestalten. Nach dem Soft Launch ist der große Launch für Januar geplant, und bis Jahresende will das Team 10 bis 15 Enterprise-Kunden und ebenso viele Startups onboarden. Ein Tool für Millionen Nutzer soll Tribe.One dagegen ausdrücklich nicht werden.

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NXRT: 1,5 Mio. Euro Kapital für Wiener Fahrzeug-Simulatoren-Startup

  • Mit dem Mixed Reality-System von NXRT aus Wien können die tatsächlichen Fahrzeuge als Simulatoren genutzt werden sowie weitere virtuelle Trainings in der Bahntechnik direkt am Objekt durchgeführt werden.
  • Punkten will das Startup vor allem damit, dass sich die Simulatoren leicht erstellen lassen.
  • Damit hat das Startup auch schon einige große Kunden aus Automobil- und Bahnindustrie, Luftfahrt und Verkehrssicherheit gewonnen.
  • Einer dieser Kunden ist das Bahntechnikunternehmen Rhomberg Sersa Rail Group, das nun auch als Investor gewonnen wurde.
  • Kombiniert mit Förderungen holt sich NXRT in einer aktuellen Finanzierungsrunde etwas über 1,5 Millionen Euro Kapital.

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