11.03.2025
LAUNCH & EXPANSION

Nuki: Grazer Smart-Lock-Scaleup launcht zwei neue Produkte und plant US-Expansion

Das Grazer Smart-Lock-Scaleup Nuki bringt zwei neue Versionen seines intelligenten Türschlosses auf den Markt. Damit plant man auch die Expansion in die USA und in den Norden.
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Die beiden Nuki-Founder Jürgen und Martin Pansy | Foto: Nuki

Das Grazer Scaleup Nuki schaffte es seit der Gründung 2014 schon oft auf die brutkasten-Startseite. 2021 holte sich Nuki ein 20-Millionen-Euro-Investment. Als Smart-Lock-Scaleup wollte man damals das bestehende Produktportfolio ausbauen und damit zum Marktführer im Segment der Türschloss-Nachrüst-Lösungen werden.

Wenige Jahre später, im Mai 2024, berichtete Nuki von einer neuen Kooperation mit der Österreichischen Post: Pakete sollten ab sofort für ausgewählte Nutzer:innen bis ins Vorzimmer zugestellt werden – sofern sich ein Nuki-Schloss am Eingang des Empfängers befindet. Das Angebot stieß auf reichlich Nachfrage: Das Scaleup verzeichnete in 24 Stunden über 2.000 Anmeldungen.

Nuki launcht neue Smart Locks

Am heutigen Dienstag kommuniziert das Grazer Scaleup weitere Neuerungen: Das Produktportfolio wurde um zwei „neue Smart Locks“ erweitert. In einem Video erklären die beiden Nuki-Founder Martin und Jürgen Pansy die Eigenschaften der neuen Upgrades. Frisch im Portfolio sind aktuell das „Smart Lock Pro“ und das „Smart Lock Go“. Bei den neu eingeführten Produkten handelt es sich um technologische Upgrades der bestehenden Schlösser.

Technologisch soll sich die neue „Pro“-Version an dem Vorprodukt „Ultra“ orientieren. Größentechnisch sei das „Pro“-Smart-Lock deutlich kleiner und ließe sich schneller entsperren. Im schnellsten Modus soll das Öffnen nur 1,5 Sekunden dauern. Neu im Portfolio des Startups ist außerdem das „Smart Lock Go“. Damit richte man sich an ein preissensitives Publikum, wie Pansy in Medienberichten zitiert wird.

600.000 Nutzer:innen

Außerdem soll neues Nuki-Zubehör noch heuer im Markt mitmischen: Zusätzliche Öffnungsmöglichkeiten der Nuki-Schlösser seien geplant. Aktuell werden die Smart-Lock-Produkte des Scaleups von mehr als 600.000 Nutzender:innen angewandt.

Bisher ist ein Öffnen des Schlosses mit Smartphone und Smartwatch per App möglich, wobei Fingerabdruck oder Zahlencode zum Sperren und Entsperren genutzt werden. Zusätzlich verfügen die aktuellen Nuki-Schlösser auch über die Funktion „Auto-Unlock“. Wenn sich das Handy des Users der Haustüre nähert, entsperrt das Nuki-Schloss automatisch aufgrund der Annäherung des Smartphones.

Wie Gründer Pansy im Gespräch mit brutkasten erklärt, will Nuki im kommenden Herbst auch die „Tap to unlock“-Funktion launchen. Das sei dieselbe Technologie, die auch beim Bezahlen mit dem Smartphone eingesetzt wird. Die neue Funktion soll nicht nur für iPhone-Kunden, sondern auch für Google-Betriebssystemkunden und generell industrieübergreifend einsetzbar sein.

Expansion in die USA und nach Skandinavien geplant

Medienberichten zufolge soll man sich mit dem erweiterten Produktportfolio nun bald auch auf andere Märkte fokussieren. Eine geografische Expansion nach Skandinavien sowie auch ein Start in den USA sei geplant. Binnen zwei Jahren wolle man dort „einen Marktanteil von fünf Prozent erreichen“, sagt Pansy der Kleinen Zeitung.

Gegenüber brutkasten erklärt er, warum man sich trotz wirtschaftspolitisch unsicherer Situation dennoch in den US-Markt traut.

Die neue Produktpalette verfügt über eine zylindrische Form, mit der man nun den US-Markt ansprechen kann. „Der Markt ist viel größer und für uns daher sehr spannend. Wir kommen mit einem guten Produkt und haben uns sehr lange darauf vorbereitet. Die USA sind in der Digitalisierung von Schlüsseln weiter fortgeschritten als wir. Dort haben bis zu neun Prozent der Haushalte digitale Schlösser, in Europa sind es nur drei Prozent.“

„Wenn Zölle das erschweren, dann ist das einfach so“

Dass man sich von etwaigen Zöllen und Handelseinschränkungen nicht abschrecken lässt, hat mehrere Gründe: „Alles, was man bisher weiß, ist, dass die Rahmenbedingungen aktuell nicht stabil sind. Informationen und Aussagen ändern sich aber ständig, es ist also noch nicht klar, was sich alles ändern wird“, beschreibt Pansy die Situation.

„Unser Geschäftsmodell umfasst nicht nur Hardware, sondern auch Service und Software“, meint der Gründer weiter. „Die Opportunity ‚USA‘ ist für uns wesentlich größer. Wenn das durch Zölle erschwert wird, dann ist das einfach so. Für uns ist das Wesentliche, dass der US-Endkonsument unser Produkt kennen und lieben lernt. Und dazu ist jetzt die richtige Zeit.“

Als ebenso attraktiver Markt stellt sich Skandinavien heraus. Ähnlich wie in den USA befindet sich das Türschloss in Skandinavien meist über der Türschnalle. Die neuen Nuki-Produkte sind mit diesen Gegebenheiten kompatibel. Nach Skandinavien wolle man erst nach erfolgreichem US-Launch expandieren. Der Marktstart in den USA sei mit Q2 2025 anberaumt.

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Gründer-Duo Josef Chen (l.) und Ivan Tregear (r.) mit dem Roboter Fusion. (c) Kaikaku

Im China-Restaurant seiner Eltern in Linz schälte Josef Chen bereits in seiner Kindheit Kartoffeln und half im Betrieb. Die Idee für sein Startup kam dem Oberösterreicher genau hier: Wiederkehrende Restaurantarbeit mit Robotik zu automatisieren. Über Chens Werdegang hat brutkasten bereits berichtet.

Nach einigen Gründungen verzeichnete Chen durch Kaikaku seinen bislang größten Erfolg: Innerhalb von drei Monaten nach der Gründung im April 2023 konnten dafür bereits 750.000 US-Dollar an Investments eingesammelt werden. Nun gibt der Founder die Übernahme durch das US-Unternehmen Reef, und damit einen erfolgreichen Exit bekannt.

„Kaikaku haben wir in London aufgebaut. Die Idee entstand aber im Restaurant meiner Eltern in Linz. Dass wir jetzt bei Reef daran weiterarbeiten können, macht mich stolz“, sagt Chen.

360 Bowls pro Stunde

Das Herzstück von Kaikaku heißt Fusion, ein modularer Roboter. Im eigenen Bowl-Restaurant Common Room, das bis November 2024 in London geöffnet hatte, wurde der Roboter getestet. Mittlerweile hat Kaikaku fünf Generationen von Fusion entwickelt. Der Roboter portioniert die Zutaten nach Bestellung. Nach Unternehmensangaben schafft die fünfte Generation je nach Konfiguration bis zu 360 Bowls pro Stunde.

30 Mio.-Dollar Bewertung

„Wir haben eine (bisher) unangekündigte Seed-Runde über 4 Millionen Dollar in einer Branche eingesammelt, die die meisten Investoren – ehrlich gesagt – als total unsexy abgeschrieben hatten“, kommentiert der Founder auf LinkedIn. Das Unternehmen wurde nach Angaben von Chen Ende 2025 mit 30. Mio.-US-Dollar bewertet.

Über den jetzigen Verkaufspreis an Reef wird geschwiegen. Was bekannt ist: Kaikaku bringt seine Technologie und sein Kernteam zu Reef.

SoftBank Vision Fund 1 als Investor

Das US-Unternehmen Reef – spezialisiert auf digitale Infrastruktur für Gastronomie und lokale Services – hat seit der Gründung über 1,5 Milliarden US-Dollar Kapital eingeworben. Zu den Investoren zählt unter anderem der 98,6 Milliarden US-Dollar schwere SoftBank Vision Fund 1. Details zur aktuellen Finanzlage, der Eigentümerstruktur oder der genauen Höhe einzelner Beteiligungen lässt Reef in seiner aktuellen Ankündigung allerdings offen.

„Reef ist die Skalierung“

Mit den Worten: „Wir sind nicht hier, um einfach nur einen beeindruckenden Roboter zu bauen. Wir sind angetreten, um zu beweisen, dass die Technologie reif ist, die Unit Economics funktionieren und das Einzige, was jetzt noch fehlt, Skalierung ist. Reef ist diese Skalierung. Bald mehr dazu“, lässt Chen die Zukunft des Unternehmens offen. Was nach Chen jedenfalls feststeht: Im Markt für Gastronomie-Infrastruktur und Kitchen-Tech würde sich derzeit eine Phase hoher Kapitalzuflüsse abzeichnen.

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