10.03.2026
GROWTH

NovaLabs: Grazer Startup erreicht Umsatz von 25 Millionen Euro

NovaLabs ist ein steirischer Produzent von Nahrungsergänzungsmitteln und hat seit der Gründung vor rund fünf Jahren den Umsatz jährlich verdoppelt: Allein heuer sollen 25 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Deshalb wird in Graz aktuell ein zweiter Standort in Betrieb genommen.
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NovaLabs
© NovaLabs - Gründer von NovaLabs: Christian Gubik und David Schweiger (v. l.).

2021 gegründet, ist NovaLabs heute zu einem gewichtigen Player der Nahrungsergänzungsmittel-Industrie im DACH-Raum geworden. Der „White Label“-Ansatz des Unternehmens – NovaLabs produziert, andere Marken vertreiben die Produkte unter eigenem Namen – scheint aufzugehen: Seit Bestehen konnte der Umsatz in jedem Jahr mindestens verdoppelt werden, wie man mitteilt. Während im ersten vollen Geschäftsjahr eine Million Euro erwirtschaftet wurde, liegen heuer Auftragseingänge im Ausmaß von mehr als 25 Millionen Euro vor. Rund 440 Millionen befüllte Dosen und Kapseln sind zuletzt vom Band gelaufen.

NovaLabs mit Ziel Europa

„Unsere steile Entwicklung hängt auch mit dem explodierenden Markt für Nahrungsergänzungsmittel zusammen. Allein in den nächsten Jahren wird von einem Wachstum zwischen 15 und 20 Prozent ausgegangen“, sagt Co-Founder Christian Gubik, der das Startup gemeinsam mit David Schweiger gegründet hat.

Das Ziel des Gründer-Duos war es immer, Europas größter Produzent für Nahrungsergänzungsmittel zu werden. Die Kombination „aus Wunschdenken und etwas Dreistigkeit“, wie die beiden TU Graz-Maschinenbau-Absolventen heute die Anfänge einordnen, fand am Markt Anklang und erste Großaufträge wurden rasch an Land gezogen. „Unsere in der Branche schon etwas ungewöhnliche und besonders dynamische Herangehensweise hat neugierig gemacht“, erzählt Schweiger.

Namen bleiben zwar unter Verschluss, beliefert werde aber eigenen Worten zufolge das „Who-is-who“ des heimischen und deutschen Marktes. Eine Hälfte der Wertschöpfung bleibt in Österreich, die andere geht in den Export. Allen voran nach Deutschland und in die Schweiz, aber auch nach Belgien, Frankreich, China oder Dubai.

Breites Produktportfolio

Hergestellt werden Proteine, Multivitamine, Magnesium, Zink, Kreatin & Co. – als Pulver, Kapsel, Öl und Liquid. „Wir beherrschen die gesamte Wertschöpfungskette der Produktion – von der Rezeptur über die Rohstoffmischung bis hin zur Verpackung. Wir können Ideen in marktkonforme Produkte übersetzen“, erzählt Schweiger. Mehr als 2.500 Rohstoffe landen mittlerweile in den vom steirischen Unternehmen hergestellten Präparaten.

Da, wie man angibt, täglich bis zu zehn Neukundenanfragen das Unternehmen erreichen, reicht der 1.800 Quadratmeter große Standort in Graz-Straßgang nicht mehr aus. Daher wird wenige Fahrminuten vom Hauptsitz entfernt aktuell in der Rudersdorferstraße ein zweiter Produktionsstandort – mit zusätzlichen 1.200 Quadratmetern – hochgezogen: Innerhalb von wenigen Wochen wurden unter anderem zwei halbautomatische Linien inklusive intelligenter Pick-and-Place-Roboter in Betrieb genommen. Eine Million Euro wurde bereits investiert, eine weitere soll folgen.

NovaLabs: Team soll wachsen

„Wir automatisieren manuelle Tätigkeiten konsequent, um die Produktionsleistung rasch zu steigern. Wir nutzen die Chancen, die sich uns am Markt bieten“, erklärt Gubik. Das aktuell 76-köpfige Team soll ebenfalls weiter anwachsen: Produktionsmitarbeiter, Maschinenbediener, ERP-Programmierer, Controller und Prozessmanager werden derzeit eingestellt.

Vom bei Startups oft hochgehandelten „Exit“ will das Gründerduo indes nichts wissen – trotz Übernahmeangebote. Generell wird auf klassische Startup-Attitüde bewusst verzichtet: „Es war unser Ziel, etwas zu gründen, wovon wir leben können, das wirtschaftlich erfolgreich ist – und nicht nur Investoren überzeugt“, so die beiden Geschäftsführer. Daher gelte: „Wir wollen ein stabiles, großes Unternehmen in der Steiermark entwickeln und uns als zuverlässiger Arbeitgeber positionieren. Und natürlich Europas Nummer eins werden.“

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Mit Ignite Ventures ist die WU eine von fünf Hochschulen, die im Rahmen von Modul 1 der Spin-off Initiative eigene Beteiligungsstrukturen aufgebaut haben. | (c) BOAnet_LC

Österreichs Hochschulen sollen als Quelle neuer Unternehmen an Schlagkraft gewinnen. Im Rahmen von Modul 1 der Spin-off Initiative unterstützt das Austria Wirtschaftsservice (aws) dafür ausgewählte Hochschulen mit einer Anschubförderung von insgesamt 1,5 Millionen Euro beim Auf- und Ausbau professioneller Ausgründungs- und Beteiligungsstrukturen, die internationalen Standards entsprechen.

Finanziert wird die Förderung aus Mitteln der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung (Fonds Zukunft Österreich), die Projektlaufzeit beträgt rund drei Jahre. Ziel ist es, akademische Spin-offs frühzeitig auf Gründungs- und Skalierungstauglichkeit vorzubereiten und damit jene strukturelle Lücke zu schließen, die Österreich im internationalen Vergleich seit Jahren aufweist.

Was die einzelnen Häuser vorweisen

Die BOKU University begleitet mit der hundertprozentigen Tochter Connective Base GmbH Spin-offs und Startups aus dem universitären Umfeld vom ersten Prototyp bis zum Exit. Im ersten Jahr wurden gemeinsam mit internationalen Expert:innen die rechtlichen und strukturellen Grundlagen für einen professionellen und raschen Ausgründungs- und Investmentprozess geschaffen. Erste Beteiligungen und Spin-offs befinden sich laut Aussendung bereits in Umsetzung.

An der JKU wurde im September 2025 die JKU Technology Transfer GmbH (TTG) gegründet. Als Teil des House of Research and Innovation (HoRI) entwickelt sie Schutzrechts- und Verwertungsstrategien, initiiert Kooperationen mit Unternehmen und begleitet Forschende auf dem Weg zum Spin-off.

Das 2024 gegründete MedLifeLab der Medizinischen Universität Innsbruck begleitet Wissenschaftler:innen und Gründer:innen in den Bereichen Life Sciences, MedTech und BioTech von der Idee bis zur marktreifen Lösung, von Technologietransfer und IP-Management bis zu Unternehmensgründung und Finanzierung. Über Bildungsangebote und Community Building soll ein Ökosystem entstehen, das Tirol regional und international vernetzt.

Die TU Wien hat mit NOCTUA Science Ventures gemeinsam mit Speedinvest einen eigenen Spin-off-VC-Fonds aufgebaut. Er soll mehr als 40 österreichische Spin-offs finanzieren und bis Ende 2026 ein Zielvolumen von bis zu 25 Mio. Euro erreichen. Bis dato wurden über 200 österreichische Spin-offs gesichtet und evaluiert. Über die technischen Hochschulen der TU Austria als Gesellschafter und Partner soll eine tiefe Verankerung in den Universitäten sichergestellt werden.

WU Ignite Ventures setzt bereits am sogenannten „Ignite Moment“ an. Gründer:innen erhalten bis zu 50.000 Euro Pre-Seed-Kapital in zwei Tranchen über ein gründerfreundliches SAFE-Instrument, dazu Zugang zum WU-Netzwerk und eine Alumni-Co-Investment-Plattform. Drei Investments wurden bereits getätigt, zudem startete gemeinsam mit VC-Partnern ein VC Analyst Program für WU-Studierende.

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