17.07.2020

NÖ Startup Doing Circular gewinnt UNIDO-Award

Doing Circular rund um Gründer Sören Lex hat sich auf Recycling von Plastikmüll spezialisiert. Im Zuge der Coronakrise nahm das Startup "Face Shields" in sein Repertoire auf. Dafür wurde das Unternehmen nun mit einem prestigeträchtigen Preis der UNIDO ausgezeichnet.
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Duing Cicular
vlnr. Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger mit Doing Circular Gründer Sören Lex | (c) NLK Filzwieser

Das Wiener Neustädter Startup Doing Circular – ehemals  Plasticpreneur – arbeitet seit zwei Jahren an einer Maschine, die Kunststoff Recycling im Kleinformat ermöglicht, um daraus wieder einfache Alltagsgegenstände herzustellen. Seit einem halben Jahr wird das Team durch den Technologieinkubator des Landes Niederösterreich accent unterstützt.

1100 Einreichung aus 108 Ländern

Wie am Freitagnachmittag bekannt wurde, konnte Doing Circular für seine nachhaltige Technolologie und Geschäftsidee einen weltweit ausgeschriebenen UNIDO-Award für sich gewinnen.

Für den prestigeträchtigen Award für innovativen Ideen im Zeichen der Corona-Krise und widerstandfähige Industrien haben sich laut accent rund 1100 Projekte aus 108 Ländern beworben. Bei der Preisverleihung wurden die Sieger der vier ausgeschriebenen Kategorien bekanntgegeben, wobei das Startup die Kategorie „Resilient Industries and Infrastructure“ für sich entscheiden konnte.

Die Gewinner wurden von einer internationalen Expertenjury ermittelt und kamen neben Österreich aus Italien, Singapur und Nigeria.

Doing Circular produzierte 30.000 Gesichtsschilder

Im Zuge der Coronakrise nahm das Startup „Face Shields“ in sein Repertoire auf. Das verschaffte dem jungen Social Startup einen massiven Push. So konnte das Team und der Umsatz verdoppelt werden – der brutkasten berichtete.

„In Zeiten einer globalen Krise und zusammenbrechenden Supply Chains konnten wir in den vergangenen Monaten mit unserer Gesichtsschilder-Produktion in mehr als zehn Ländern mit über 30.000 produzierten Stück unterstützen“, erklärt Doing Circular Gründer Sören Lex. „Dadurch wurden außerdem mehr als 100 Jobs geschaffen. Die simplen, raschen, dezentralen und schnell skalierbaren Produktions- und Einsatzmöglichkeiten konnten damit optimal umgesetzt werden“

Erste Reaktionen

Der niederösterreiche Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger gratuliert in einer Aussendung dem Startup: „Wir freuen uns und sind stolz auf unser erfolgreiches niederösterreichisches Startup Doing Circular. Bei einem Treffen mit Gründer Sören Lex, während der Covid 19-Krise, konnte ich mich von den innovativen und umweltfreundlichen Produkten überzeugen.“

Michael Moll, Geschäftsführer des niederösterreichischen Technologie-Inkubators accent ergänzt: „Doing Circular hat wenige Tage nach Beginn der Corona Krise begonnen mit den bestehenden Kunststoff-Maschinen lebensrettende Gesichtsschilder zu produzieren und ist damit ein phantastisches Beispiel für die die Kreativität und Flexibilität von Technologie Startups.”

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Foxyfitness
© Foxyfitness - (v.l.) René Giretzlehner, Florian Gschwandtner und Christian Kaar.

2023 und somit acht Jahre nach dem Runtastic-Exit an Adidas startete Florian Gschwandtner seine neue App Foxyfitness. Anfänglich noch als „Sidehustle“ tituliert, vergrößerte sich die Foxyfitness GmbH und es kamen seine Runtastic-Co-Founder René Giretzlehner und Christian Kaar mit ins Boot.

Gschwandtner verkaufte vor rund einem Jahr zwei Drittel seines neuen Startups an seine ehemaligen Kollegen und es wurde ein neues Ziel ausgerufen: Ein KI-getriebenes App-Unternehmen aus Österreich zu erschaffen – brutkasten berichtete.

Zone5: Kamera erkennt Übungen

Nun und nach einer mehrwöchigen Beta-Phase stellt die Foxyfitness GmbH mit Zone5 eine neue App im Bereich Longevity vor. Die Anwendung nutzt Augmented Reality und Künstliche Intelligenz, um Übungen über die Smartphone-Kamera zu erkennen, zu zählen und in Echtzeit anzuleiten. Dafür sind weder Sensoren noch Wearables oder zusätzliche Hardware erforderlich.

„Zone5 ist ein Produkt wie die 100 Push-ups App„, erklärt Gschwandtner brutkasten gegenüber. „Eine Fitness-App, bei der die Kamera dein Coach wird, inklusive Trainingsplan.“

Die Kamera erkennt mehr als 30 Übungen (Seilspringen, Burpees etc.) automatisch, zählt jede Wiederholung und gibt Feedback. Die Workouts dauern fünf bis 30 Minuten und trainieren gezielt in zwei Intensitätsbereichen: in Zone 2 für die aerobe Grundlage und den Fettstoffwechsel, oder in Zone 5 für maximale Intensität und die Entwicklung der VO2max – jenem Wert, der – laut dem Foxyfitness-Team – in der Longevity-Forschung als einer der stärksten Marker für Gesundheitsspanne und Lebenserwartung gilt.

(c) Foxyfitness

Oder anders gesagt: „Als die maximale Menge an Sauerstoff in Millilitern, die ein Körper während einer körperlichen Belastung pro Minute und Kilogramm Körpergewicht aufnehmen und verwerten kann“.

Longevity-Gedanke kam aus Selbst-Analyse

„Der Longevity-Gedanke (Anm.: bei diesem Projekt) kam eigentlich aus der Selbst-Analyse. Ich beschäftige mich viel mit dieser Thematik“, erklärt Gschwandtner. „Es ist natürlich ein Trend-Thema, aber es geht nicht nur darum ’nur gesund‘ zu leben, sondern auch darum, die Lebenserwartung zu erhöhen und gesund älter zu werden. Heutzutage fangen Menschen ab 30 damit an. Man muss sich bloß ansehen, was im Bereich der Supplements, der Blutanalyse, in Longevity-Laboren oder beim IHHT-Training (Anm.: Intermittierendes Hypoxie-Hyperoxie) passiert.“

Dabei ist für den Gründer vor allem der VO2-max-Wert als Longevity-Indikator essentiell. Gschwandtner zufolge sollte man idealerweise 20 Minuten in der Woche (beim Training) in der Gegend der Zone 5 – also in der höchsten Herzfrequenzzone – verbringen, weil es diesen Wert steigere. „Genau, das ist bei uns einer der Punkte und Gedanken dahinter“, sagt er.

Automatischer Trainingsplan und Zeitraffer

Zone5 bietet für Personen, die nicht selbst planen wollen, auch einen automatisierten 12-Wochen-Trainingsplan, bei dem die App Umfang, Intensität und Übungsauswahl wöchentlich festlegt und an den individuellen Fortschritt anpasst. Alle Trainingseinheiten werden mit Apple Health synchronisiert und können in ein bestehendes Gesundheits- und Trainingsprofil eingebunden werden.

Ein weiteres Merkmal ist die automatische Aufzeichnung jeder Trainingseinheit als Zeitraffer-Video, das lokal auf dem Smartphone gespeichert wird und Übungen, Wiederholungen sowie Trainingszone zeigt. Die Videos sind für das Teilen auf Plattformen wie TikTok, Instagram-Reels oder für Stories vorgesehen und sollen kurze Trainingseinheiten in ein sichtbares, teilbares Ergebnis verwandeln.

Zone5: Cross-Selling und Symbiosen in Planung

„Die meisten Menschen wissen, dass Ausdauer und Kraft die besten Investments in ein langes, gesundes Leben sind. Woran es scheitert, sind nicht die Erkenntnisse, sondern Zeit, Ausrüstung und Anleitung. Genau da setzt Zone5 an: Du brauchst zehn Minuten, ein Smartphone und keinerlei Vorwissen – deine Kamera übernimmt den Rest“, sagt Gschwandtner, der sich des Erfolgs der App sicher ist und andeutet, was aus der Foxyfitness noch kommen wird.

„Ich glaube, es muss gar nicht alles so groß wie Runtastic werden“, sagt er. „Ich bin aber davon überzeugt, dass es eine sehr erfolgreiche App werden kann. Vor allem über eine mittelfristige Zeit, wenn wir noch die eine oder andere App im Fitnessbereich entwickeln und sich gutes Cross-Selling bzw. Symbiosen ergeben.“ Zone5 ist ab sofort im App Store und auf Google Play verfügbar.

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