16.06.2025
KERNGESCHÄFT

„Nicht gescheitert“: Tractive verkauft UK-Versicherungs-Tochter

Das Paschinger Haustier-Tracking-Scaleup Tractive verkauft seine Versicherungs-Tochter Tractive Pet UK Ltd an die irische Yes Insurance. Gründer Michael Hurnaus liefert die Begründung dazu.
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Tractive, Haustier Versicherung, Insurance, Pet Cover
(c) Tractive - Michael Hurnaus, CEO von Tractive.

Man müsse zu verlockenden Ideen „Nein“ sagen und brauche „Fokus, Fokus, Fokus“, sagte Tractive-Gründer Michael Hurnaus erst vor wenigen Wochen bei einem Event, wie brutkasten berichtete. Er sprach damit vermutlich – ohne ihn beim Namen zu nennen – auch einen Vorgang bei seinem Scaleup an, der nun kommuniziert wurde: Das Paschinger Haustier-Tracking-Unternehmen stößt seine Versicherungssparte wieder ab. Erst Anfang 2024 hatte man in diesem Bereich gestartet, wie brutkasten damals berichtete.

„Wir sind sehr zufrieden und es passt für beide Seiten“

Konkret war „Tractive Pet Cover“ nur im Vereinigten Königreich aktiv. Das Scaleup betrieb dazu die Tochtergesellschaft Tractive Pet UK Ltd. Diese wurde nun an das irische Unternehmen Yes Insurance verkauft. Die zuständige Behörde Financial Conduct Authority (FCA) habe den Deal genehmigt, heißt es vom Unternehmen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. „Wir sind aber sehr zufrieden und es passt für beide Seiten“, sagt Hurnaus auf brutkasten-Anfrage. Das britische Team bleibt nach der Übernahme erhalten. Den Kund:innen verspricht man dabei einen reibungslosen Übergang.

„Nicht unser Kerngeschäft“

„Das war keine leichte Entscheidung. Unser Versicherungsgeschäft war nicht gescheitert. Wir hatten sogar ein solides Fundament mit einem engagierten Team und einem treuen Kundenstamm aufgebaut. Aber wir haben etwas Wichtiges erkannt: Versicherungen sind nicht unser Kerngeschäft“, kommentiert Hurnaus auf LinkedIn.

Tractive arbeitet weiter mit externen Versicherern zusammen

Versicherungen werden aber dennoch Teil des Angebots bei Tractive bleiben – bloß nicht selbst umgesetzt. „Wir haben gelernt, was alles nötig ist, um eine großartige Haustierversicherung anzubieten. Wir haben gesehen, was funktioniert, und wir haben gesehen, was sich skalieren lässt. Und in Zukunft werden wir dieses Wissen nutzen, um noch enger mit erstklassigen Versicherungspartnern zusammenzuarbeiten, um digitale und zukunftssichere Angebote bereitzustellen“, so der Gründer.

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(c) BKA / Valentin Brauneis

Rund 60 kostenlose Bildungsangebote, mehr als 145 Kurse und über 1.200 Stunden digitale Lerninhalte: Das ist der Umfang des ersten Maßnahmenpakets der DKO-Wirtschaftsplattform, das Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll am Dienstag im Bundeskanzleramt präsentiert hat. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft unterzeichnete er den DKO-Pakt für digitale Kompetenzen.

Die Angebote sind für die gesamte österreichische Bevölkerung kostenlos und laut Staatssekretariat zu mehr als 70 Prozent orts- und zeitunabhängig online absolvierbar. Inhaltlich stehen Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Programmieren, digitale Grundkompetenzen und Datenkompetenz im Mittelpunkt, ergänzt um Themen wie digitale Barrierefreiheit, Finanzbildung und Nachhaltigkeit. Gebündelt werden die Angebote zentral auf der Plattform digitalaustria.gv.at. 15 Partner haben bereits konkrete Angebote in das erste Paket eingebracht.

„Digitale Kompetenz entscheidet über gesellschaftliche Teilhabe, berufliche Chancen und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts“, so Pröll. Durch den Schulterschluss zwischen Staat und Wirtschaft übernehme man „gemeinsam Verantwortung für die Zukunft des Standorts“.

Konzerne als Content-Lieferanten

Auffällig ist die Zusammensetzung der 30 Partner: Neben Ministerien, Sozialpartnern und heimischen Playern wie A1, ÖBB oder Dynatrace prägen vor allem US-Techkonzerne das Angebot, darunter Google, Microsoft, Amazon, Apple, IBM, Oracle und Cisco. Auch das südkoreanische Unternehmen Samsung ist dabei. Viele der eingebrachten Programme wie IBM SkillsBuild oder die Google Zukunftswerkstatt bestanden bereits und werden nun unter dem staatlichen Dach zusammengeführt. Als konkret neues Commitment kündigte Google 2.000 zusätzliche Stipendien für Google Career Certificates über die Plattform The Female Factor an.

Der Pakt selbst verfolgt drei Ziele: die digitalen Basiskompetenzen der Bevölkerung zu heben, mehr Menschen für IT-Berufe zu gewinnen und digitale Kompetenzen anhand gemeinsamer Standards vergleichbar zu machen. Als Orientierung dienen der Nationale Referenzrahmen Digitale Kompetenzen, der europäische Rahmen DigComp und das österreichische KI-Basiscurriculum.

Das Bildungsangebot ist der erste von drei Umsetzungsschritten. Im September soll ein zentraler Infopoint zu IT-Berufswegen folgen, der Informationen zu Ausbildungen mit Praxisangeboten wie Praktika und Schulbesuchen bündelt. Für November sind österreichweite Aktionstage zu KI-Kompetenzen mit Workshops und Open Company Days geplant, bei denen die Bevölkerung Künstliche Intelligenz unmittelbar ausprobieren kann.

„Die DKO-Wirtschaftsplattform ist damit nicht nur ein Bekenntnis, sondern eine gemeinsame Arbeits- und Umsetzungsplattform“, so Pröll abschließend.

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