27.07.2022

Niceshops übernimmt Onlinehandel für Almdudler

Der steirische Onlinehändler und E-Commerce-Dienstleister niceshops wickelt ab jetzt das Onlinegeschäft von Almdudler ab, übernimmt die Lieferlogistik zu den Endkund:innen und möchte für den Getränkehersteller neue internationale Märkte öffnen.
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niceshops, Almdudler
(c) Niceshops - Nicole Stenekes, Leiterin des E-Commerce-Services von niceshops und Valentin Berger, Online Marketing Manager von Almdudler.

Almdudler ist seit einiger Zeit in Deutschland, Großbritannien sowie im Benelux–Raum vertreten. Durch die Zusammenarbeit mit dem E-Commerce-Unternehmen niceshops möchte die Getränkefirma neue Märkte erschließen und neue Endkonsument:innen im In- und Ausland innerhalb kürzester Zeit beliefern.

Niceshops kümmert sich um Lagerlogistik

Niceshops übernimmt daher für das kleinteilige Privatkundengeschäft die Lagerlogistik, den internationalen Versand, inklusive Zoll und Zahlungsabwicklung. Das Getränkesortiment wird künftig durch die automatische Auswahl der richtigen Verpackungsgröße (28 Varianten) plastikfrei in europäische Märkte und in die ganze Welt geliefert. Allein in Europa arbeitet niceshops mit 16 Paketdienstleister:innen zusammen. In vier Ballungszentren werden die Pakete per Fahrradbot:innen CO₂-neutral geliefert.

„Bisher haben wir Onlinebestellungen individuell abgewickelt. Durch eine automatische Schnittstelle zum Logistiknetzwerk von niceshops können wir jetzt unsere Privatkund:innen viel effizienter und professioneller bedienen und neue Märkte in Europa erschließen“, sagt Valentin Berger, Online Marketing-Manager von Almdudler.

150 Millionen Euro Umsatz

Nicole Stenekes, Leiterin des E-Commerce-Services von niceshops, sieht in dieser Kooperation eine „Win-win-Situation“: „Wir nutzen für beide Seiten gewinnbringende Synergien und gehen auch in unserer Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft gemeinsame Wege.“

Insgesamt betreibt das Unternehmen mehr als 40 unterschiedliche Shop-Brands, rund 400 Onlineshops in 16 Sprachen und setzt aktuell mehr als 150 Millionen Euro um.

Die Basis des Wachstums ist, eigenen Angaben nach, dass alle für E-Commerce notwendigen Kernkompetenzen (Softwareentwicklung, Performance-Marketing, Logistik und Support) im Unternehmen abgebildet werden können.

Niceshops im Hintergrund

Konkret kümmert sich niceshops im Hintergrund um das Onlinegeschäft mit seinen komplexen Prozessen. Kleinen Unternehmen werde oft die aufwendige Logistik abgenommen, großen Unternehmen das kleinteilige Endkund:innengeschäft oder die Ersatzteillieferungen. Zu den Kunden gehören: Kotanyi, Stiefel, Bauer Pumpen, Yaasa, SpermidineLIFE und jetzt auch Almdudler – ebenso wie rund ein halbes Dutzend Startups wie Cosmeterie, Fromaustria, Babauba, 9Weine, 42things sowie labelhair.

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Der Prototyp auf dem PROTEAS-Forschungsgelände des Cyprus-Instituts in Zypern © Waldstein

„Ich habe erstmal aus Meerwasser destilliertes Wasser getrunken. Es schmeckte sehr gut“, berichtet Carl Albrecht Waldstein, Geschäftsführer der Wiener Seawater BV GmbH im brutkasten-Gespräch über die gelungene Inbetriebnahme der ersten solaren Meerwasser-Entsalzungsanlage des Desertgreener-Projekts in Limassol, Zypern.

Mit einer Kombination aus Parabolspiegeln und energetischem Recycling will man dem weltweiten Wassermangel, der aktuell über 2 Milliarden Menschen betreffe, begegnen. Was vor zwei Jahrzehnten an einer verdorrenden spanischen Küste als kühnes Gedankenspiel begann, soll nun globale Wucht entfalten.

Die Vision: Wasser für eine wachsende Welt

„Wir saßen am Ufer des Meeres an der spanischen Mittelmeerküste. Vor uns unendlich viel Meer und hinter uns trocknete alles aus. Also haben wir gesagt, das kann nicht sein, dass das Wasser vor uns die Probleme hinter uns nicht löst“, erinnert sich der Geschäftsführer an die Anfänge der Lösung eines der herausforderndsten Probleme unserer Zeit.

Die Technologie soll Süßwasser so günstig verfügbar machen, dass nicht nur Trinkwasser gesichert wird, sondern auch die wasserintensivere Landwirtschaft, Industrie und der Bergbau versorgt werden können. Bereiche, die klassische Entsalzung aus Kostengründen kaum bedient. Das Potenzial reicht laut Waldstein von der Rettung versalzter Agrarflächen über die Begrünung von Wüstenregionen bis zur Erzeugung von grünem Wasserstoff und Ammoniak als Dünger- und Treibstoffalternative.

Perspektivisch positioniert sich Desertgreener damit als Anbieter einer Basisinfrastruktur, die – wenn sie im großen Maßstab umsetzbar ist – wasserarmen Regionen weltweit neue wirtschaftliche und ökologische Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen könnte.

Wasserkreislauf der Natur als Vorbild

Statt auf energieintensive Umkehrosmose zu setzen, soll die Anlage im Kleinen kopieren, was die Natur im Wasserkreislauf im Großen macht: Sonne verdampft Meerwasser, der Dampf kondensiert wieder zu Süßwasser. Bewegliche, der Sonne nachgeführte Spiegel bündeln dafür die Sonnenstrahlen direkt auf einen mit Meerwasser gefüllten Behälter und bringen es zum Kochen. Laut Unternehmen werden so über 90 Prozent der Sonnenenergie direkt genutzt.

Der entstehende, salzfreie Dampf wird von einer Turbine abgesaugt und in ein Röhrensystem gepresst. Dabei kondensiert er sofort wieder zu Wasser und gibt seine Wärme an das noch kochende Meerwasser zurück. „Wir schicken 83 Prozent der Energie ständig im Kreis“, erklärt Waldstein. Dadurch lasse sich mit derselben Menge Sonnenenergie ein Vielfaches an Wasser verdampfen, statt sie nach einmaliger Nutzung zu verlieren.

Finanzierung über Utility-Token

Um die kapitalintensive Serienproduktion nun vorzubereiten, meidet die Seawater BV GmbH bewusst Banken und Venture Capital. Man wolle unabhängig bleiben: „Wir wissen, wir stören auch viele“, so Waldstein. Stattdessen gelangt man über den Verkauf des eigenen „DGRX“ Utility-Tokens bereits an über zehn Millionen Euro, wie der Gründer im Interview erwähnt.

Verkauft wird der Token über die DGRX Sales GmbH, welche daraus wiederum schrittweise Anteile an der Seawater BV GmbH erwirbt (bis zu 24%). Weitere sechs Millionen Euro sollen nun über die Token-Finanzierung folgen, um die Serienproduktion voranzutreiben.

1,8-Milliarden-Bewertung von „Big Four“-Prüfungsgesellschaft

Zu den anvisierten Kunden zählen Regierungen, Kommunen sowie große Agrar- und Bergbaukonzerne. „Um den Markt mache ich mir null Sorgen. Wo ich hintippe, schreien die Leute, wann könnt ihr liefern“, kommentiert Waldstein die Nachfrage. Laut ihm bewertete eine „Big Four“-Prüfungsgesellschaft die Firma Ende 2025 mit 1,8 Milliarden US-Dollar. Mit der aktiven Pilotanlage steige der Wert laut Waldstein kalkulatorisch auf 2,9 Milliarden Dollar.

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