07.09.2022

Neuro Socks: Ex-2Min2Mio-Teilnehmer verliert Verfahren gegen Konsumentenschutz

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hatte Neuro Socks wegen "irreführender Werbung mit gesundheitsbezogenen Angaben" geklagt.
/artikel/neuro-socks-vki
Neuro Socks, 2 Minuten 2 Millionen, Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) Puls 4/ Gerry Frank - Wolfgang Cyrol hat sich aus Überzeugung "Neuro Socks" auf seine Brust tätowieren lassen.

2019 trat das Tiroler Unternehmen Neuro Socks in der Show 2 Minuten 2 Millionen auf. Das Produkt-Versprechen sorgte bereits damals für Kritik. Die Socken sollen durch das eingewebte Muster „eine Homöostase im Körper auslösen“ und Träger:innen somit mehr Balance und Stabilität verleihen. Juror Martin Rohla nannte diese Erklärung damals „esoterisch“. Mediashop-Gründerin Katharina Schneider gab sich jedoch überzeugt, investierte und listete das Produkt in ihrem Teleshopping-Kanal.

Neuro Socks-Gründer: „Fake-Vorwürfe“

Danach machte das Unternehmen bald zweistellige Millionenumsätze, wie Gründer Wolfgang Cyrol dem brutkasten 2020 erzählte. Im Interview damals äußerte sich der Gründer auch zu Kritik an seinem Produkt uns sprach von „Neidern“ und „Fake-Vorwürfen“. Man habe 80 Prozent zufriedene Kund:innen. „Wenn zehn schmerzgeplagte Patienten eine Praxis aufsuchen und sie acht ohne Schmerzen verlassen – ist er dann ein guter oder schlechter Therapeut?“, so Cyrol.

Zahlreiche Gesundheits-Versprechen

Anders sieht man das beim Verein für Konsumenteninformation (VKI). Dieser klagte Neuro Socks wegen irreführender Werbung mit gesundheitsbezogenen Angaben. Denn das Unternehmen verspricht mit seinem Muster (nicht nur in Socken, sondern auch in Einlegesohlen und Pflastern) unter anderem Schmerzlinderung, Hilfe bei Knie- und Rückenproblemen, Unterstützung des Immunsystems, die Vermeidung von Erkrankungen durch Viren oder Bakterien, eine verbesserte Regeneration oder eine gesteigerte Fettverbrennung. Das sieht man beim VKI als nicht haltbare Versprechen, da die wissenschaftliche Grundlage fehle.

Landesgericht gibt VKI Recht

Das Landesgericht Wiener Neustadt gab dem VKI nun Recht: Kunden würden die Angaben so auffassen, dass die Produkte eine arzneimittelgleiche Wirkung hätten, indem sie etwa die Verwendung von Schmerzmitteln überflüssig machen. Derartige gesundheitsbezogene Aussagen seien nur zulässig, sofern sie sich auf allgemein anerkannte wissenschaftliche Nachweise stützen. Das sei bei den von Neuro Socks vertriebenen Produkten aber nicht der Fall und die Werbung daher unzulässig.

Neuro Socks: Businesspartner schrieben Positiv-Rezensionen

Zudem schloss dich das Gericht noch in einem weiteren Punkt der Auffassung der Konsumentenschützer:innen an: Auf einer von Neuro Socks betriebenen Facebook-Seite wurden demnach Erfahrungsberichte veröffentlicht, die von auf Provisionsbasis arbeitenden Businesspartnern von Neuro Socks stammen, ohne dass dies ausgewiesen wurde. Darin sah das Landesgericht Wiener Neustadt ebenfalls eine irreführende Geschäftspraktik.

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fonio.ai-Co-Founder Daniel Keinrath (CEO, l.) und Matthias Gruber (CTO) | (c) fonio.ai

Eigentlich hatte fonio.ai den nächsten Fundraise möglichst nach hinten schieben wollen. Dann legte 20VC ein Angebot, noch bevor ein offizieller Prozess lief. Das Ergebnis: eine Seed-Finanzierungsrunde über 14,6 Millionen Euro für das 2024 in Wien gegründete Startup, angeführt von 20VC, mit Beteiligung bestehender Investor:innen sowie Gründer:innen und Führungskräften von Synthesia, HubSpot und Revolut. Die Bewertung liegt bei 120 Millionen Euro. Hinter 20VC steht Harry Stebbings, der aus seinem 2015 gestarteten Podcast „The Twenty Minute VC“ eine VC-Firma mit über 800 Millionen US-Dollar AUM aufbaute.

Die Runde folgt auf eine Angel-Finanzierung über drei Millionen Euro aus dem Dezember 2025 – damals eines der größten Angel-Investments Europas, wie brutkasten berichtete – und bringt das kumulierte Kapital auf über 20 Millionen Euro. Laut Unternehmen zählt die Runde zu den Top ein Prozent der europäischen Seed-Runden der vergangenen zwei Jahre.

„Mit dieser Runde beschleunigen wir die Entwicklung unserer KI-basierten Omnichannel-Plattform, treiben die Internationalisierung voran und bauen das Team weiter auf“, sagt Co-Founder und CEO Daniel Keinrath. „Wir wollen beweisen, dass wir aus Europa heraus zum globalen Marktführer werden.“

Vom Telefonassistenten zur Omnichannel-Plattform

fonio.ai entwickelt KI-Agenten für KMU, für die telefonische Erreichbarkeit geschäftskritisch ist. Kern ist ein Orchestration-Layer, der verschiedene KI-Modelle in Echtzeit mit der Unternehmenssoftware koordiniert; 90 Prozent der Anfragen würden vollständig autonom gelöst. Neben Telefonie ist WhatsApp bereits verfügbar, E-Mail- und Chatbot-Support sollen in den nächsten drei Monaten folgen, ein eigenes KI-basiertes CRM bis Ende Q3.

„Damit KI ihr Versprechen erfüllen kann, darf sie kein Zusatz sein, der auf bestehende Software aufgesetzt wird, sondern muss im Kern stehen“, sagt Co-Founder und CTO Matthias Gruber. „Wir bauen eine Full-Stack-Plattform, die die zehn verschiedenen Tools ersetzt, mit denen KMU heute arbeiten.“

Nach eigenen Angaben hat fonio.ai in weniger als zwei Jahren mehr als 7.000 Kund:innen gewonnen, automatisiert rund zwei Millionen Anrufe pro Monat und ist Marktführer in DACH. Im März meldete das Unternehmen über eine Million Euro an zusätzlichem ARR (wie brutkasten berichtete). Das 40-köpfige Team besteht mehrheitlich aus ehemaligen Gründer:innen und operativen Führungskräften.

Paul Bonnet, General Partner bei 20VC: „Jedes KMU kennt die Kosten eines verpassten Anrufs. Was Daniel, Matthias und das Team aufbauen, ist das KI-basierte Betriebssystem für KMU.“

Expansion in sechs neue Märkte

Mit dem Kapital will fonio.ai bis Jahresende physische Präsenz in den wichtigsten Märkten aufbauen und Büros in New York, München, Mailand, Paris, London und Warschau eröffnen. Aktiv ist das Unternehmen in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Italien, Polen und Brasilien sowie seit Kurzem in Großbritannien und den USA.

Geführt wird fonio.ai von Keinrath, der 2024 das gemeinsam mit Claudio Rebernig gegründete Ad-Tech-Startup GetNano an die deutsche Plattform stylink verkaufte, und CTO Matthias Gruber; als CCO ist seit dem Frühjahr Alexander Brix (zuvor Kaleido AI) an Bord. Im September 2025 übernahm das Unternehmen den Linzer Mitbewerber fluently.

Einen Exit schließt Keinrath im brutkasten-Gespräch aus: Ziel sei ein IPO. „Wir wollen nicht die Firma sein, die verkauft – wir wollen die Firma sein, die kauft.“


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