18.05.2026
WIEN

Neues HQ: PlanRadar zieht in Alte Börse und treibt Expansion voran

Nach fünf Jahren an der Ringstraße verlegt das Wiener Construction-Tech-Scaleup PlanRadar sein globales Operationszentrum in die Alte Börse. Parallel zur neuen Zentrale baut das Unternehmen seine internationale Präsenz, zuletzt mit einem neuen Standort in Chicago, weiter aus.
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Die alte Börse in Wien © Wiener Börse

Das 2013 gegründete Tech-Unternehmen PlanRadar, das eine digitale Plattform für die Dokumentation und Kommunikation in Bau- und Immobilienprojekten anbietet, hat seinen neuen Hauptsitz eröffnet. Nach einem halben Jahrzehnt in den Ringstrassen-Galerien befindet sich die Unternehmenszentrale nun in der Alten Börse in Wien.

Globales Wachstum

Der Umzug spiegelt die anhaltende Internationalisierung des Scaleups wider. Aufbauend auf der europäischen Präsenz wurden in den vergangenen Jahren systematisch neue Märkte erschlossen. Wie brutkasten bereits berichtete, verzeichnete das Unternehmen in der Vergangenheit ein starkes Umsatz- und Personalwachstum und etablierte sich als einer der heißen Anwärter auf den Unicorn-Status. Den Grundstein für den Expansionskurs legten unter anderem großvolumige Finanzierungsrunden der vergangenen Jahre, darunter eine 30-Millionen-Euro-Runde im Jahr 2020 sowie ein 60-Millionen-Euro-Investment 2022.

Ein zentraler Fokus liegt aktuell auf den USA, wo zuletzt ein Büro in Chicago eröffnet wurde, um das dortige Wachstum voranzutreiben. Die weltweiten Geschäfte werden nun aus dem historischen Gebäude im Wiener Zentrum gesteuert.

Eigene Software für Büroumbau im Einsatz

Beim Innenausbau der neuen Räumlichkeiten nutzt PlanRadar die Baustelle für den Einsatz der eigenen Technologie. Für die digitale Baufortschrittsverfolgung und Qualitätskontrolle griff das Team auf die hauseigene 360-Grad-Lösung „SiteView“ zurück.

Im Hinblick auf die weitere Produktentwicklung betonen die Gründer Domagoj Dolinšek und Co-CEO Sander van der Rijdt den strategischen Fokus auf Künstliche Intelligenz. Künftig sollen verstärkt KI-gestützte Funktionen implementiert werden, um die Verarbeitung von Projektdaten zu beschleunigen und die Effizienz über den gesamten Projektverlauf zu erhöhen.

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easy-connect, mamdani, Metropolitan Opera, Met, NY
© Laura Böhler - Gerald Stockinger (l.)(Co-Founder & CTO) und Wolfgang Graf (Co-Founder & CEO).

Die Metropolitan Opera und New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani kündigten Ende September eine Initiative an: In der Saison 2026/27 gibt die Met jeden Monat 10.000 Karten an New Yorker:innen frei, die seit 2019 kein Met-Ticket gekauft haben. Das sind rund zehn Prozent aller Tickets der Saison. Das Unternehmen easy-connect aus Wien liefert dafür die Technologie, wie dieses heute bekanntgab.

easy-connect in New York

Die Tickets werden über die bestehende digitale Lotterie in der App vergeben: Dazu müssen Nutzer:innen ihren Ausweis für die Berechtigungsprüfung in der App hochladen und sich für eine Vorstellung zur Lotterie anmelden. Von einem möglichen Gewinn erfahren sie per Push-Nachricht – und erhalten das Ticket direkt am Handy. Das Besondere daran: So kann die Met auch jene Teilnehmer:innen erneut ansprechen, die bei der Lotterie nicht gewinnen.

„Mit Opera for All wollten wir es New Yorker:innen in allen fünf Stadtbezirken leicht machen, die Met zu entdecken – und sie persönlich bei uns willkommen heißen. Weil Lotterie und Ausweisprüfung bereits in der App, die wir auch für unsere Rush-Tickets nutzen, verfügbar waren, ging es bemerkenswert schnell von der Idee zum Start – und das in der Größenordnung, die diese ambitionierte Initiative gebraucht hat. Möglich war das dank unserer Zusammenarbeit mit dem innovativen und flexiblen Team von easy-connect, das uns bei jedem Schritt begleitet hat, vom Design bis zur Umsetzung“, sagt Gillian Brierley, Chief Audiences, Marketing, and Communications Officer der Metropolitan Opera.

Bürgermeister Mamdani über „Opera for All“

Das Modell lässt sich auf viele Kulturbetriebe übertragen. Seit 2024 vergibt die Met über eine Lotterie in der App vergünstigte Tickets für 25 Dollar. Mehr als 550.000-mal haben Menschen seither bei der Verlosung mitgemacht, mehr als die Hälfte der App-Nutzer:innen ist unter 40 Jahren alt – und trotzdem sind rund vier von fünf Tickets, die in der App gekauft werden, ganz reguläre (Vollpreis-)Karten. Für viele Menschen stelle die Lotterie den ersten Schritt ins Haus dar.

Denn wer sich in der App anmeldet, sei für die Met kein:e Unbekannte:r mehr. Wer bei der Lotterie nicht gewinnt, bekommt automatisch ein passendes Angebot für ein reguläres Ticket. Im deutschsprachigen Raum gibt es ebenfalls solche Modelle und Initiativen, um kulturelle Teilhabe über alle Besuchergruppen hinweg zu ermöglichen, unabhängig von Herkunft oder finanziellen Möglichkeiten. Zum Beispiel am Opernhaus Zürich mit einer Ticket-Lotterie und der digitalen Prüfung der „KulturLegi-Berechtigung“ für Menschen mit geringem Einkommen, direkt in der App.

„Stammpublikum entwickeln“

„Kultur einfacher zugänglich zu machen, war von Anfang an unser Anspruch. Nun macht es uns besonders stolz, dass die Technologie hinter einem Programm dieser Größenordnung aus Wien kommt“, sagt Wolfgang Graf, Co-Founder & CEO von easy-connect, der das Unternehmen gemeinsam mit Gerald Stockinger gegründet hat. „Drei von vier Erstbesucher:innen kommen nie wieder. Mit einer eigenen App können Häuser das ändern: Menschen zum ersten Mal hereinholen, sie persönlich ansprechen und daraus Stammpublikum entwickeln. Am Ende des Tages geht es darum, möglichst viele Menschen für Kunst und Kultur zu begeistern. Und was in New York funktioniert, funktioniert genauso in Wien, Zürich oder Berlin.“

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