20.08.2025
STARTUP CARINTHIA

Neue Startup-Ökosystem-Karte zeigt die wichtigsten Anlaufstellen in Kärnten

Startup Carinthia präsentiert heute die aktualisierte Kärntner Startup-Ökosystem-Karte, die nicht nur einen Überblick über die Kärntner Startup-Szene gibt, sondern auch regionales Wachstum und neue Verbindungen hervorheben soll.
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Der Wörthersee in Kärnten. | credits: fotolia.com/Andy Ilmberger

Denkt man in Österreich an Startups, fällt der erste Blick meist nach Wien. Kein Wunder, denn dort entstehen und bleiben laut dem Austrian Startup Monitor 2024 auch die meisten Startups des Landes. Doch auch abseits der Bundeshauptstadt entwickelt sich eine lebendige Szene. In Kärnten etwa wächst seit Jahren ein Netzwerk aus Gründer:innen, Förderstellen und Unterstützungsorganisationen.

Um diese Entwicklung sichtbar zu machen, hat der Verein Startup Carinthia heute die aktualisierte Kärntner Startup-Ökosystem-Karte präsentiert. Sie bietet einen umfassenden Überblick über die regionale Gründerlandschaft und listet mehr als 110 Organisationen – darunter über 25 neue Akteure seit der letzten Ausgabe.

Navigationshilfe für die Community

Die Karte versteht sich als Navigationshilfe in der wachsenden Community. „Die Kärntner Startup-Ökosystem-Karte dient als Werkzeug für jeden, der sich in der regionalen Gründer-Community zurechtfinden möchte“, heißt es vonseiten des Vereins. Sie helfe Gründer:innen dabei, Anlaufstellen für Beratung, Förderung oder Vernetzung zu finden.

Darüber hinaus verfolgt die Initiative ein klares Ziel: die regionale Wirtschaft zu stärken. In der Presseaussendung wird die Karte als Beitrag zur „Förderung von Zusammenarbeit, Innovation und Wachstum“ beschrieben. „Diese Initiative ist ein klarer Beweis für das Engagement Kärntens, ein florierendes unternehmerisches Umfeld zu fördern.“

Ökosystem-Karte

Die abgebildeten Akteur:innen sind in sechs Kategorien gegliedert. Dazu gehören Organisationen mit Fokus auf Unterstützung und Inkubation, Bildung und Forschung sowie Events und Networking. Die Karte hebt außerdem Coworking und Community Spaces, Experten mit speziellen Angeboten für Startups und Gründer:innen sowie eine Kategorie für Points of Interest hervor.

credits: Startup Carinthia

Damit soll sichtbar werden, wie breit und vielfältig die Szene inzwischen aufgestellt ist. Startup Carinthia aktualisiert die Karte jährlich und will so die Dynamik des Kärntner Ökosystems kontinuierlich dokumentieren.

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VBR
© VBR WRC - Philipp Lietz und Thomas Steinber von VBR

Das Gefühl des echten Rennfahrens hat das Gründungs-Trio Philipp Lietz, Thomas Steinber und Paul Aigner gemeinsam mit dem sechsfachen Le-Mans-Sieger Richard Lietz dazu motiviert, mit VBR Innovations ein Racing-Startup zu gründen, das reale Rennsport-Events mit teleoperierter Fahrzeugsteuerung und interaktiven Racing-Systemen kombiniert.

VBR: Die Anfänge

Die Idee für das Projekt entstand schon Jahre vor der Gründung 2021 mit einer zentralen Frage als Ausgangspunkt: Warum steuert man echte kleine Fahrzeuge nicht aus einem Simulator heraus, da dies deutlich günstiger und potenziell auch sicherer wäre als klassischer Rennbetrieb? Aus dieser Überlegung entwickelte sich über mehrere Jahre hinweg ein Technologie- und Produktkonzept.

Besonders die frühe Entwicklungsphase des Projekts ist Teil der Gründungsgeschichte und beinhaltet sogar einen „Wohnungsbrand“: „Das war ganz am Anfang beim Tüfteln, so etwa um 2018 herum. Klassisch, wie es beim Entwickeln so ist, hat es kurz mal gebrannt, es war aber nichts Schlimmes und es bestand keine Gefahr für die Wohnung – nur eine lustige ‚Tüftler-Anekdote'“, erklärt Philipp Lietz.

Kräfte, Vibrationen und Bewegungsimpulse

Heute steht im Zentrum von VBR eine Kombination aus Simulator-Technologie, Fahrzeugen und sogenannter taktiler Interaktionstechnologie. Dabei werden physische Rückmeldungen wie Kräfte, Vibrationen und Bewegungsimpulse in die Steuerung integriert, um ein möglichst realistisches Fahrerlebnis zu erzeugen. Die Cockpits reagieren dabei auf Fahrmanöver mit haptischem Feedback, das Beschleunigung, Bremsverhalten und Streckenbedingungen simulieren soll.

Die Datenübertragung erfolgt über WLAN-Infrastruktur, wobei perspektivisch auch der Einsatz von 5G möglich ist, um geringere Latenzzeiten und stabilere Verbindungen zu ermöglichen.

© VBR

Ein Teil des Systems wird bereits mit Simulatoren und Fahrzeugen in München getestet bzw. betrieben. Dabei werden im Rahmen eines Event-Use-Cases reale Fahrdaten vor Ort über ein eigenes WLAN-Netzwerk zwischen Fahrzeugen und Simulatoren übertragen. Ziel ist es, echte Fahrzeugkräfte und Fahrdynamiken möglichst unmittelbar in die Simulation zu überführen.

Le Mans und WRC Rallye

Das Startup aus Ybbsitz (Niederösterreich) war zuletzt bei zwei der größten Motorsportevents der Welt im Einsatz: dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans sowie der WRC Rallye Griechenland. Insgesamt konnten dabei mehr als 6.500 Besucher das System in speziell aufgebauten „Race Zones“ erleben.

Bei den 24 Stunden von Le Mans realisierte das Team gemeinsam mit Goodyear eine interaktive Fan-Zone, in der über 4.500 Besucher Rennfahrzeuge über ein teleoperiertes System steuerten. Die Fahrzeuge wurden dabei in einem physischen Setup mit Force-Feedback-Technologie und Echtzeitdaten bewegt, um ein möglichst direktes Fahrgefühl zu erzeugen.

Nach dem Event wurde die gesamte Infrastruktur abgebaut, nach Athen transportiert und bei der WRC Rallye Griechenland erneut eingesetzt. Dort nutzten weitere rund 2.000 Besucher das Format in Kooperation mit EKO.

VBR mit Franchise

Parallel zu solchen Events baut das Unternehmen ein wachsendes Standort- und Franchise-Modell auf. Erste Installationen befinden sich bereits in Betrieb, darunter in Amstetten in Österreich und in Bielefeld in Deutschland. Ein weiterer Standort in Bratislava ist in Vorbereitung.

Somit basiert das Geschäftsmodell auf zwei Säulen: temporären Installationen bei internationalen Motorsportevents sowie dauerhaft betriebenen „Race Experience“-Standorten. Nutzer können dabei entweder zeitbasiert oder über Ticketmodelle teilnehmen. Im Rahmen der Event-Use-Cases soll das System künftig auch bei internationalen Motorsportveranstaltungen wie dem Goodwood Festival of Speed eingesetzt werden, um reale Fahrdaten direkt in interaktive Simulator- und Racing-Erlebnisse zu übertragen.

Bislang wurden rund 300.000 Euro an Investitionen aus dem österreichischen Umfeld eingesammelt, die vor allem in die Entwicklung der Technologie und den Aufbau der ersten Standorte geflossen sind. Eine weitere Finanzierungsrunde ist in Vorbereitung.

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