09.03.2022

Neue Sparziele: Lockdowns & Pandemie führen zu mehr Schönheits-OPs

Monkee-Gründer Martin Granig hat 130.000 Sparziele seiner Kunden ausgewertet - und dabei in den letzten Monaten einen Wünschewandel erlebt.
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(c) Monkee - Eine Studie von Monkee zeigt, dass sich Sparziele mit Corona stark geändert haben.

Ein neues Auto. Eine Spielkonsole. Oder ein anderer lang ersehnter Wunsch – sparen war und ist weiterhin die verantwortungsvolle Methode sich Dinge zuzulegen, die man braucht oder einfach gerne hätte. 2019 hat der gemeine Österreicher im Schnitt 5.727 Euro zur Seite gelegt. Jedoch gab es dabei regionale Unterschiede. Am sparsamsten waren damals die Steirer mit 9.899 Euro pro Jahr. Am wenigsten Geld legten die Tiroler (2.863 Euro) zurück. Zwei Jahre nach dem Erfassen dieser Statistik schlug die Pandemie brutal zu und läutete eine neue Entwicklung der Sparziele ein.

„Unsere Kunden sparen auf konkrete Dinge“, sagt Martin Granig, Gründer der Spar-App Monkee, angesprochen auf das Sparverhalten. „Vom Notgroschen, über Urlaub, Sportprodukte, ‚Living at Home‘ oder Mobility war alles dabei.“

Algorithmus taggt Ziele

Zur Erklärung: Der Algorithmus seines Financial-Health-Startups „taggt“ verschiedene Ziele. Dies erlaubt dem Gründer-Team, die Ergebnisse für Auswertungen zu nutzen, sie einem Trend zuzuordnen. Und zu sehen, ob das Startup passende Partner hat bzw. gewinnen kann, um die UX mittels Cashback-Features zu verbessern. Dabei kombiniert die App „Behavioral-Design“, „Gamification“ und „Machine-Learning“, um dabei zu unterstützen, mehr Geld für die Zukunft zu sparen.

„Wir haben Anfang dieses Jahres rund 130.000 Sparziele ausgewertet und erkannt, dass sich diese während der Pandemie verändert haben“, erklärt Granig weiter. „Im ersten Lockdown ist uns aufgefallen, dass unsere User massiv auf Fahrräder und e-Bikes gespart haben. Im zweiten gab es einen ‚Spike‘ bei Küchengeräten. Das Thema Urlaub war immer ein Dauerbrenner, aber die Menschen haben angefangen, stark für Fernreisen, die sie heuer antreten wollen, zu sparen.“

Schönheits-OPs und Tätowierungen als Trend

Verreisen sei weiterhin ein Thema, doch die letzten fünf Monate haben einen weiteren Trend erkennen lassen, wie der Founder sagt. Einen, der bemerkenswert und ein wenig auf die Psyche zurückzuführen ist.

„User haben angefangen vermehrt Geld zur Seite zu legen, um sich Schönheits-OPs und Tattoos leisten zu können“, so Granig. „Das war für uns nicht mehr ganz logisch nachvollziehbar, deswegen haben wir uns mit Psychologen über mögliche Motive unterhalten.“

Etwa mit Matthias Koller, plastischer Chirurg in Linz. Jener hat bemerkt, dass in dieser Zeit der Einschränkungen und Entbehrungen viele Menschen entschieden haben, sich mehr auf sich selbst zu konzentrieren. „Die derzeitigen Umstände, wie beispielsweise, dass viele im Home-Office arbeiten oder Masken tragen müssen, erleichtern die Entscheidungen für den Eingriff zusätzlich, können doch so die anfänglichen Nebenwirkungen eines Eingriffes besser versteckt werden“, sagt er.

„Kontrolle über uns selbst verloren“

Granig ordnet diesem Trend zusätzlich einen weiteren Aspekt zu: „Wir haben die Kontrolle über uns selbst verloren. Das Verschönern des eigenen Körpers kann als ‚Kontrolle zurückholen‘ gesehen werden“, denkt der Founder. Und hat noch eine weitere Erklärung dafür parat. Eine, die mit künstlicher Perfektion zu tun hat.

„Man hat gemerkt, dass Social Media-Kanäle, wie TikTok in der Pandemie an Zuwachs gewonnen haben. Man hat viel mehr Zeit mit ‚unechten Menschen‘ verbracht. Mehr mit schöneren Menschen und weniger mit realen, wo man dann auch sieht, dass sie nicht so perfekt sind, wie sie im Netz wirken. Das hat viele unglücklicher gemacht. Und den Verschönerungsdrang als Folge geweckt“, sagt er.

Selbstzweifel

Eine These, die auch die Innsbrucker Psychologin Johanna Constantini stützt: „Nicht nur der Austausch durch digitale Medien – der durchwegs viele positive Aspekte mit sich gebracht hat – , sondern speziell der intensive Vergleich über Social Media-Kanäle führt nachweislich dazu, dass uns das Leben der Anderen tendenziell besser und perfekter erscheint“, erklärt sie. „Dies kann wiederum zu Selbstwertzweifeln und dem Wunsch nach Veränderung in vielerlei Hinsicht führen.“

Falle Schuldenspirale

Mit den Sparzielen der Österreicher hat sich auch Monkee verändert. Es ist sehr stark gewachsen, weil immer mehr Menschen begonnen haben zu sparen, auch versucht haben, die eigenen Finanzen in den Griff zu bekommen und einen finanziellen „Puffer“ aufzubauen.

„Das hat immer stärkeren Anklang gefunden und ist zu einer guten Alternative zur ‚buy now, pay later‘-Vorliebe geworden, die immer stärker in die Kritik gerät. Dieser Trend incentiviert Leute in eine Schuldenspirale zu gehen. Wir als verantwortungsvolles Unternehmen wollen unseren Kunden andere Optionen bieten“, sagt Granig abschließend.

Aktuell arbeitet man daran, mehr Partnerunternehmen anzubinden und ist gerade dabei, mit Visa und Qenta eine „Smart Money Card“ zu entwickeln. Das Ziel: Wie online beim Future-Boost-Feature, auch im stationären Handel beim Erreichen der Ziele – und dem „bewussten Wunschkauf“ bei einem Partnerunternehmen – belohnt zu werden und als User Cashback zu erhalten.

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(c) Brantner

Die Paprec-Gruppe wird strategischer Mehrheitsgesellschafter von Brantner green solutions, der Umwelt- und Abfallwirtschaftssparte der Kremser Brantner Gruppe. Das gaben die Unternehmen am Dienstag bekannt. Paprec übernimmt 80 Prozent, die restlichen 20 Prozent bleiben im Besitz der Familie Brantner. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der erforderlichen regulatorischen Genehmigungen, der Vollzug wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Zum Kaufpreis machen die Unternehmen keine Angaben. Der brutkasten hat bei Brantner green solutions nachgefragt.

Fünf Länder, 65 Standorte

Brantner green solutions wurde 1936 gegründet und ist in Österreich, wo sich auch der Hauptsitz befindet, sowie in der Slowakei, Tschechien, Rumänien und Serbien tätig. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.500 Mitarbeitende an 65 Anlagen und Niederlassungen und betreut mehr als 28.000 kommunale, industrielle und gewerbliche Kunden. Der Umsatz liegt bei mehr als 320 Mio. Euro.

Für Paprec ist es der Eintritt in fünf neue Märkte. Nach der Schweiz, Spanien und Italien bezeichnet die Gruppe den Schritt als nächste Etappe ihrer europäischen Expansion und als Wachstumsplattform in Mittel- und Osteuropa.

„Diese Transaktion ist unsere wichtigste Akquisition seit dem Zusammenschluss mit Coved im Jahr 2016. Sie ermöglicht uns den Eintritt in fünf neue Länder und stärkt unsere europäische Präsenz erheblich“, wird Mathieu Petithuguenin, Chairman und CEO der Paprec-Gruppe, in der Aussendung zitiert.

Logistik und Immobilien bleiben in der Familie

Der Deal betrifft ausdrücklich nur die Kreislaufsparte. „Wichtig ist zu betonen, dass sich diese Partnerschaft ausschließlich auf Brantner green solutions bezieht. Brantner logistic solutions und Brantner Real Estate bleiben vollständig im Eigentum der Familie Brantner und werden unabhängig weiterentwickelt“, stellt Bernd Brantner klar. Er führt die Brantner Gruppe seit 24 Jahren als CEO und vertritt die dritte Generation der Familie.

Der Entscheidung ging laut Aussendung ein fast zweijähriger Prozess voraus, an dessen Ende sich die Familie einstimmig für Paprec aussprach. „Die Chancen, die vor uns liegen, sind enorm, ihre Realisierung wird jedoch erhebliche langfristige Investitionen erfordern“, begründet Bernd Brantner den Schritt. Als Familie habe man sich deshalb bewusst für einen starken strategischen Gesellschafter entschieden, der die eigenen unternehmerischen Werte teile. In der neu geschaffenen Gesellschaft übernimmt er die Rolle des stellvertretenden Vorsitzenden.

Von 40 auf 26.000 Mitarbeitende

Paprec startete vor 32 Jahren als kleines Altpapierrecycling-Unternehmen mit 40 Mitarbeitenden in La Courneuve bei Paris. Die Schweiz war vor mehr als 15 Jahren der erste Markt außerhalb Frankreichs, in Spanien beschäftigt die Gruppe heute fast 4.000 Menschen. Nach Abschluss der Transaktion soll Paprec rund 26.000 Mitarbeitende in 15 Ländern zählen und einen Jahresumsatz von mehr als 4,5 Mrd. Euro erreichen.

Brantner fiel zuletzt mit Innovationsprojekten auf

Das Kremser Familienunternehmen war in den vergangenen Jahren mehrfach mit Vorstößen in der Kreislaufwirtschaft präsent. 2024 vereinbarte Brantner green solutions gemeinsam mit dem Schaumstoffproduzenten Neveon die Gründung eines Joint Ventures für das Recycling von Matratzen mit Sitz in Krems. In Hohenruppersdorf betreibt das Unternehmen zudem eine Anlage, in der Asche und Schlacke aus der Müllverbrennung aufbereitet werden. Und mit Scarab brachte Brantner Österreichs ersten autonomen Müllroboter auf die Straße, der Mülltonnen ohne menschliches Zutun leert.

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