20.02.2023

Neue Medikamentenanalyse aus Salzburg: „Pharmakogenetik weiter als Gendermedizin“

Mit Pharmakogenetik möchte man personalisierte und patientenzentrierte Medizin fördern.
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Pharmakogenetik, Medikamenten Analyse
(c) PharmGenetix - Wolfgang Schnitzel, GF von PharmGenetix.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung nimmt regelmäßig Medikamente. Bei vielen Menschen verursachen die medikamentösen Therapien allerdings Wechsel- und Nebenwirkungen oder wirken nicht wie erwartet. Eine individuell auf die Person abgestimmte Medikation – Fachbegriff Pharmakogenetik – soll dem gezielt entgegenwirken. Ein Ansatz, der nun im Südtiroler Sanitätsbetrieb gemeinsam mit dem Salzburger Unternehmen PharmGenetix aufgegriffen und verfolgt wird.

Pharmakogenetik als neuer Ansatz

Im menschlichen Körper ist ein hochkomplexes Enzymsystem dafür verantwortlich, dass Wirkstoffe von Medikamenten im Zuge des Stoffwechselprozesses aufgenommen, umgewandelt und wieder abgebaut werden. Minimale genetisch bedingte Veränderungen dieser Enzyme können die Reaktion auf ein Arzneimittel erheblich beeinflussen und spielen auch in der Bioverfügbarkeit – also wie gut ein Wirkstoff im Körper tatsächlich ankommt – eine wichtige Rolle. Dies ist der Grund, warum das gleiche Medikament bei verschiedenen Personen unterschiedlich gut vertragen wird und unterschiedlich wirkt.

„Zahlreiche Medikamente dürfen gemäß ihrer Zulassung erst nach einer pharmakogenetischen Analyse eingesetzt werden. Es gibt eine große Anzahl an Fachgebieten, in denen eine Analyse schon vor der ersten Verabreichung eines Arzneimittels sinnvoll ist oder sogar vorgeschrieben ist“, sagt Markus Paulmichl, Pharmakologe und internationaler Experte für Pharmakogenetik aus Salzburg.

Use-Cases

Pharmakogenetische Profile sind heute bereits für viele Medikamente verfügbar, insbesondere für Herzkreislaufmittel, Medikamente zur Blutverdünnung und Thrombose-Prophylaxe, Schmerzmedikamente und Psychopharmaka sowie Krebsmedikamente.

„Dosierungsvorschriften, die bisher überwiegend auf Durchschnittswerten von Standard-Patienten beruhen, werden damit durch eine zielgerichtete und abgestimmte Medikation ersetzt“, erläutert Gerold Porenta, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie in Wien. „Ziel jeder medikamentösen Therapie ist es, eine für den individuellen Patienten angepasste Dosierung so zu wählen, sodass ein optimaler Wirkspiegel erreicht wird und Unter- und Überdosierungen möglichst vermieden werden. Dadurch wird die Gefahr von Nebenwirkungen oder Therapieversagern für viele Medikamente deutlich reduziert.“

An den sieben Krankenhäusern der Südtiroler Sanitätsbetriebe wird nun jenen Patienten eine pharmakogenetische Analysen angeboten, die bis dato nicht ausreichend auf eine medikamentöse Therapie angesprochen haben oder schwere Nebenwirkungen hatten. Südtirol möchte damit europaweit ein Zeichen für eine personalisierte und patientenzentrierte Medizin setzen.

Pharmakogenetik: Blut- oder Speicheltest

Partner bei diesem Projekt ist das Salzburger Unternehmen PharmGenetix, welches die Analysen entwickelt hat. Sanitätsbetriebe-Generaldirektor Florian Zerzer präzisiert: „Vorausschauend zu handeln und Innovationen voranzutreiben, ist auch Teil unserer Aufgabe als Sanitätsbetrieb. Die Medizin entwickelt sich ständig weiter. Wir als Betrieb müssen damit Schritt halten – und auch voranschreiten. Davon profitieren nicht nur unsere Patienten, sondern auch unsere Mitarbeiter, die sich in einem innovationsfreudigen Betrieb besser weiterentwickeln können.“

Zur Erklärung: Anhand einer pharmakogenetischen (PGx) Analyse auf Basis eines Blut- oder Speicheltests kann festgestellt werden, ob Medikamente für den Patienten oder die Patientin optimal dosiert sind, ob diese sich in ihrer Wirkung beeinflussen und welche Medikamente der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin durch andere aus der gleichen Wirkstoffgruppe ersetzen sollte.

Dabei werden genetische Variationen – also Mutationen – von Enzymen unter die Lupe genommen, die am Medikamentenstoffwechsel beteiligt sind. Solche Mutationen liegen bei über 90 Prozent der Bevölkerung vor und bestimmen, wie aktiv diese Enzyme sind. Je nachdem, wie „langsam“ oder „schnell“ diese arbeiten, verlangsamen oder beschleunigen sie die Aufnahme und den Abbau von Medikamenten im Körper.

Mensch im Mittelpunkt

„Wird ein Medikament beispielsweise zu langsam abgebaut, erhöht sich bei regelmäßiger Einnahme die Konzentration des Wirkstoffs im Blut, was zu einer Überdosierung und damit zu Nebenwirkungen führen kann. Wird ein Wirkstoff zu schnell oder gar nicht aufgenommen, wirkt er zu wenig und kann keinen gewünschten Therapieerfolg erzielen“, betont Wolfgang Schnitzel, Genetiker und Geschäftsführer der PharmGenetix GmbH, das sogenannte therapeutische Fenster.

Laut Michael Mian, geschäftsführender Primar des Dienstes Innovation, Forschung und Lehre bei den Südtiroler Sanitätsbetrieben, geht die Pharmakogenetik noch einen Schritt weiter als etwa die Gendermedizin: „Nicht nur Mann und Frau sind unterschiedlich und müssen deshalb verschieden behandelt werden, sondern jede einzelne Person hat unterschiedliche Voraussetzungen, die eine individuelle Anpassung der Behandlung und Medikation erfordern. Pharmakogenetik stellt den einzelnen Menschen noch mehr in den Mittelpunkt der medizinischen Betreuung“, sagt er.

Laut den Beteiligten habe die Pharmakogenetik den Weg aus der Wissenschaft in die medizinische Praxis erfolgreich bewältigt und werde in Zukunft zunehmend die Basis und Vorbedingung vieler Medikamentenverordnungen sein.

Dies bestätigt auch Thomas Binder, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologe in Wien: „Die personalisierte Medizin zählt zu den wichtigsten Trends in der Forschung. Mit Hilfe des PGx-Tools von PharmGenetix ist es nun möglich zu verstehen, warum Patienten Nebenwirkungen auf manche Medikamente haben und ihnen tatsächlich eine maßgeschneiderte Behandlung anzubieten. Gerade bei multimorbiden Patienten, mit einer langen Liste an Medikamente, kann die Analyse helfen, gefährliche Interaktionen zu erkennen.“

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Smash
© privat - Marc Janko steigt bei Smash ein.

Das Wiener Unternehmen Smash, das von Alexander Sommer-Fein, Ricardo Theiner, Philip Mader und Franz Schall gegründet wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, der führende Padel-Anbieter Europas zu werden – und holte Anfang April eine Reihe prominenter Investoren an Bord.

Darunter: Dominic Thiem, die beiden PlanRadar-Gründer Sander Van de Rijdt und Ibrahim Imam, Ex-2-Minuten-2-Millionen-Investor Leo Hillinger, Ex-Fußballprofi Guido Burgstaller, das deutsche Family Office KT Ventures, die beiden Fußballprofis Marco Grüll und Maximilian Hofmann, Johannes Meran (ehemaliger CEO der Liechtenstein Group), Paul Fattinger (ehemaliger Woom-CEO) und Meinhard Platzer (Managing Partner der Bank Gutmann) – brutkasten berichtete. Nun steigen zwei weitere bekannte Namen bei Smash ein.

„Smash ein No-Brainer“

Mit dem ehemaligen österreichischen Nationalspieler Marc Janko und dem ehemaligen ungarischen Nationalspieler Balázs Dzsudzsák (dreifacher ungarischer Meister, niederländischer Meister: 2007/08 mit PSV Eindhoven und mit 109 Länderspielen Rekordnationalspieler Ungarns), der über 1,7 Mio. Follower auf Instagram verfügt, sind nun zwei neue Investoren beim Wiener Startup dabei. Janko mit einem sechsstelligen Betrag, bei Dzsudzsák wurden keine Angaben zur Höhe des Investments gemacht.

„Es war ein No-Brainer, mich bei Smash zu beteiligen und zu engagieren, denn jeder, der mich kennt, weiß wie sehr ich den Padelsport liebe. Bei Smash hat mich vor allen Dingen überzeugt, dass man nicht nur über Wachstum spricht, sondern auch viel Wert auf eine starke Community und das ‚Drumherum‘ legt. Padel hat weiterhin enormes Potenzial und ich finde es extrem spannend bei einem Projekt dabei zu sein, das den Markt aktiv mitgestalten will“, sagt Janko.

Und Balázs Dzsudzsák ergänzt: „Was mir an Padel gefällt, ist diese Mischung aus Wettbewerb, Spaß und Gemeinschaft. Man kommt sehr schnell rein, spielt zusammen, redet miteinander, das hat eine besondere Energie. Bei Smash spürt man genau diesen Spirit. Und natürlich finde ich es spannend, dass Ungarn bei der weiteren Expansion eine wichtige Rolle spielen soll.“

© privat – Balázs Dzsudzsák.

Insgesamt befinden sich 25 Smash-Courts in Betrieb oder im Bau, weitere 40 sind in Entwicklung. Die gesamte Pipeline umfasst mittlerweile rund 200 Courts. Den Anfang machte im Mai der erste Smash-Standort in Bruck an der Leitha, im Juni folgte Mitterndorf. Im August kamen Pörtschach und Pottendorf dazu. Auch der übernommene Standort in Trumau ist schon in Betrieb. Damit ist Smash aktuell in Niederösterreich und Kärnten vertreten.

Erste Indoor-Courts

Auch die nächsten Eröffnungen stehen schon fest: Im Oktober gehen Schwadorf, Breitenfurt und Hainburg an den Start, im Dezember kommt Brunn am Gebirge dazu – der erste Standort, der auch Indoor-Courts anbieten wird.

Parallel dazu sind regionale WhatsApp-Communities entstanden. Rund 300 Mitglieder verabreden sich dort zu Matches, suchen Mitspieler und tauschen sich über Events aus. Mit dem Ambassador-Programm bekommt jeder Standort zudem ein lokales Gesicht, das die Community aktivieren, Spieler zusammenbringen und Feedback an Smash weitergeben soll.

Smash mit Online-Shop

Außerdem hat Smash zum Launch eigene Produkte angeboten, um die Marke über das reine Court-Angebot hinaus aufzubauen. Für Herbst und Winter sind weitere Merch-Drops geplant, denen ein eigener Online-Shop folgen soll.

Während in Österreich weiter ausgebaut wird, richtet sich der Blick auch über die Grenze. Deutschland und (wie oben erwähnt) Ungarn gehören zu den nächsten Expansionszielen. Gleichzeitig plant Smash eigene Multi-Sport-Hallen in Ballungszentren, in denen Padel Teil eines breiteren Sport- und Community-Angebots werden soll.

Auch digital wird weiter investiert: Der umfassende Website-Relaunch steht für den Herbst auf dem Programm. Für das erste Halbjahr 2027 ist außerdem der Start einer eigenen großen Turnierserie vorgesehen.

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