02.11.2016

Wie neue Arbeitsmodelle (trotzdem) funktionieren können

Kommunikation und Zusammenarbeit im Team funktioniert nur dann, wenn alle an ihrem Arbeitsplatz sitzen? Die Gegner von Home-Office und flexiblen Arbeitszeiten stützen sich vor allem auf dieses Argument. Dabei vergessen sie einen ganz wesentlichen Aspekt: Vertrauen. Mit den heute möglichen Kommunikationstechnologien, geregelten Abläufen und einem entspannten Betriebsklima kann jedes Team im ständigen Austausch stehen und Bestleistung bringen, auch wenn man nicht Schulter an Schulter sitzt. Ein Kommentar von Miomente-Gründerin Sabine Engel.
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Miomente-Gründerin Sabine Engel

Wie kann Vertrauen unter  Kollegen und zur Geschäftsführung geschaffen werden? Indem man den Mitarbeitern Freiraum und Zeit zum Austausch gibt. Bei Miomente findet beispielsweise jeden Montag Morgen eine halbe Stunde Coffee & Chat statt, was wörtlich gemeint ist. In dieser halben Stunde tauschen sich die Mitarbeiter ohne die Geschäftsführung bei einer Tasse Kaffee über die jeweiligen Arbeitsbereiche aus, über mögliche Probleme und deren Lösungen, und manchmal auch über Privates.

Die geeigneten Home-Office-Strukturen

Selbstverständlich ist die Vertrauensbildung aber nur schwer möglich, wenn sich jeder Mitarbeiter unkoordiniert in seinem Heimarbeitsplatz vergräbt. Präsenzzeiten und geregelte Home-Office-Strukturen sind wichtig, damit ein ausgewogenes Verhältnis zwischen „Anwesenheitspflicht“ im Büro und Home-Office-Zeiten herrscht. Sehr wichtig für einen reibungslosen und auf Vertrauen basierenden Arbeitslablauf ist auch das Verhältnis zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitern: Wer bespricht Problemsituationen schon gerne mit einem Chef, den er kaum kennt oder feiert Erfolge mit einer Leitung, die sich vom Rest des Teams klar distanziert?

Redaktionstipps

Immer eine offene Tür

Die Geschäftsführung von Miomente hat deswegen eine symbolisch immer offene Tür. So wird  ermöglicht, dass sich alle Mitarbeiter jederzeit zum Eintritt willkommen fühlen- oder eben einfach mal ein schnelles Lächeln oder kurzes Wort ausgetauscht werden kann. Zusätzlich trifft sich einmal im Monat die ganze Mannschaft inklusive Chefetage zu einem Teammeeting, gefolgt von einem gemeinsamen Lunch in einem der Restaurants im Karree. Selbstverständlich vormittags, damit auch die Teilzeitkräfte an Bord sind.

Das Image der Teilzeitarbeit überdenken

Das übliche Negativimage der Teilzeitarbeit gibt es bei Miomente nicht. Hier gilt: Miomente will die Besten und auch den Besten steht es zu, Familie und Job vereinen zu können. Natürlich denkt man als Geschäftsführung beim Bewerbungsverfahren mit jungen Bewerbern an die bevorstehende Familienplanung. Nicht nur Frauen, auch junge Väter gehen mittlerweile gerne in Elternzeit. Wenn man allerdings von vornherein für Teilzeitmodelle und flexible Arbeitszeiten gepaart mit Home-Office offen ist, muss man auf Kandidaten mit passender Qualifikation, Leidenschaft und Begeisterungsfähigkeit nicht verzichten, nur weil die Familienplanung ansteht oder sie schon mitten drinnen stecken.
Wir leben heute in einer Zeit, in der dem Einzelnen sein Freiheitsbedürfnis, seine Work-Life Balance und seine Selbstverwirklichung  zunehmend wichtiger wird. Arbeitgeber, Personaler und Chefs müssen umdenken, wenn sie weiterhin motivierte, loyale und engagierte Arbeitnehmer haben wollen und das Beispiel Miomente zeigt, dass das nicht zum Nachteil des Arbeitgebers sein muss.

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Am Wochenende wurde Europas Weltraumgeschichte um ein Stück reicher. Mit Isar Aerospace, das u. a. den Transport von kleinen und mittelgroßen Satelliten anbietet, beförderte erstmals ein europäisches Raumfahrtunternehmen erfolgreich Satelliten vom europäischen Festland aus in den Orbit. Es war der zweite Flug der Trägerrakete „Spectrum“, die am Samstag Kundennutzlasten, darunter fünf CubeSats und eine experimentelle Mission, ins All beförderte. Eine entscheidende Rolle in der gesamten Mission spielt der gebürtige Österreicher Daniel Metzler, CEO und Mitgründer von Isar Aerospace.

„Wir haben innerhalb weniger Jahre erreicht, wofür die europäische Raumfahrtindustrie Jahrzehnte gebraucht hatte. Europa hat nun souveränen Zugang zum Weltraum. Wir haben ein neues Kapitel für die europäische Raumfahrt aufgeschlagen“, sagte Metzler, der am Samstag weiter ergänzte: „Der Start ist nach wie vor der größte Engpass für die globale Raumfahrtindustrie, und ab heute gibt es eine echte Alternative für kommerzielle und institutionelle Kunden.“ Diese Kunden verfügen laut Isar Aerospace nun über eine unabhängige Startoption.

Die Auswirkungen für Europa

Für Europa bedeutet der erfolgreiche Start vor allem eines: mehr Unabhängigkeit. „Die Mission markiert einen wichtigen Schritt für Europas autonomen Zugang zum Weltraum“, heißt es von der Generaldirektion für Verteidigungsindustrie und Weltraum, einer Fachabteilung der Europäischen Kommission, die weiter ergänzt: “ Ein autonomer, resilienter und wettbewerbsfähiger Zugang zum Weltraum ist ein strategischer Faktor für Europas Wirtschaft und Sicherheit und bildet die Grundlage für Anwendungen wie Navigation, Telekommunikation und Erdbeobachtung, auf die Bürger und Unternehmen täglich angewiesen sind.“ Bei Isar Aerospace ist man der Meinung, dass der Start “ Europas strategische, wirtschaftliche und technologische Zukunft prägen wird“.

Der erste Flug: 30 Sekunden

Im März 2025 flog die „Spectrum“-Trägerrakete ihren ersten Testflug, nach 30 Sekunden war dieser aber auch schon wieder vorbei. „Unser erster Testflug hat alle unsere Erwartungen erfüllt und war ein voller Erfolg. Wir hatten einen reibungslosen Start, 30 Sekunden Flugzeit und konnten sogar unser Flugabbruchsystem validieren“, erklärte Metzler damals kurz nach dem Test. Finanzielle Unterstützung erhielt Isar Aerospace u. a. von der Europäischen Weltraumorganisation ESA durch das Boost!-Programm.

Die CubeSat Mission der TU Wien

Am Samstag schaffte es mit der Sepctrum-Rakete auch ein Mini-Satellit der TU Wien, ein sogenannter CubeSat, ins All. Das Space Team der Hochschule arbeitete seit 2020 an der CubeSat Mission. Ziel war es, einen Satelliten für Ausbildungszwecke zu entwickeln und nun im Orbit zu betreiben. Dadurch sollen Schüler:innen aus AHS und BHS die Möglichkeit haben, selbst entwickelte Software auf dem Satelliten auszuführen.

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