25.03.2022

Wie eine Innovation „made in Niederösterreich“ Surfen nachhaltiger machen könnte

Walter Grundöck, Student im Masterstudiengang Eco Design am Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt, hat eine biologisch abbaubare Finne für Surfboards entwickelt. Aktuell werden Partner:innen aus der Wirtschaft für ein skalierbares Herstellungsverfahren gesucht.
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Handelsübliche Surfboards verfügen über Finnen, die aus Kunststoffverbindungen bestehen und mithilfe von Stecksystemen am Brett fixiert werden. Diese sind allerdings so konzipiert, dass sie bei starker Belastung brechen, um Schäden am gesamten Brett zu vermeiden. Die abgebrochenen Stücke sinken meist auf den Gewässergrund, wo sie wegen der kühlen Wassertemperatur und des Materials nicht verrotten können.

Diesen Umstand wollte der leidenschaftliche Surfer Walter Grundböck nicht hinnehmen. Im Zuge eines Masterstudiengang Eco Design am Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt entwickelte er eine Finne aus kompostierbaren Kunststoff.

Nachhaltig Surfen: Eine Lösung aus Niederösterreich

„Meine Finne besteht aus einem nachweislich kompostierbaren Kunststoff. Kleine Luftkammern sorgen dafür, dass abgebrochene Stücke Auftrieb haben und an Land treiben. Dort können sie aufgrund der günstigeren Witterungseinflüsse noch besser abgebaut werden,“ erklärt Grundböck das Prinzip seiner Entwicklung.

Anders als herkömmliche Modelle sind die „Compostable Fins“ zudem symmetrisch, können also auch ressourcenschonend beidseitig am Surfboard eingesetzt werden. Das etwas flachere Design soll zudem eine sensible Reaktion auf Drehbewegungen im Wasser ermöglichen und macht das Surfboard gezielt steuerbar.

Bisher hat Grundböck seine Designs auf der „Riverwave“ in Ebensee (Oberösterreich), der größten künstlichen Flusswelle in Europa getestet. Sollten weitere Praxistests in unterschiedlichen Gewässern erfolgreich verlaufen, könnte die nachhaltige Finne künftig auch bei Profisurferinnen und -surfern Verwendung finden.

Neues Herstellungsverfahren gesucht

Aktuell wird die „Compostable Fin“ noch im aufwendigen 3D-Druck-Verfahren hergestellt. Der Prototyp ist in Grundböcks Wohnzimmer entstanden, dafür hat der Maschinenbauingenieur einen bestehenden 3D-Drucker selbst umgebaut.

„Derzeit dauert es zwölf bis 14 Stunden, um eine Finne herzustellen. Der Energieverbrauch ist dabei noch hoch. Für die Produktion größerer Mengen ist die Verwendung einer anderen Herstellungsmethode, wie etwa dem Spritzgussverfahren, nachhaltiger,“ berichtet der Eco Design Student.

Um die „Compostable Fins“ möglichst erfolgreich interessierten Partnerinnen und Partnern aus der Wirtschaft näherzubringen, erhält Walter Grundböck vom Team des StartUp Centers am Campus Wieselburg aktuell Unterstützung im Gründungsprozess. Zudem wird nach einem neuen Herstellungsverfahren gesucht.

Und erste positive Reaktionen auf die Innovation „made in Niederösterreich“ gab es bereits: Beim diesjährigen Innovation Award, der am Technopol Wiener Neustadt in Kooperation von ecoplus, accent und tecnet equity vergeben wurde, überzeugte Grundböck die Jury mit seiner Idee und gewann den ersten Platz in der Kategorie „Prototypen und Robotik“. Zudem ist er in der Kategorie „Creative Student“ für einen Creative Business Award, der im April vergeben wird, nominiert.


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Complex Pharmaceuticals
© Katharina Schiffl - Thomas Pototschnig, Head of Finance Complex Pharmaceuticals.

Das Wiener Pharmaunternehmen Complex Pharmaceuticals startete Anfang des Jahres den Bau eines neuen Produktions- und Verpackungswerks in Traiskirchen bei Wien. Ab Ende 2026 sollen dort Arzneimittel hergestellt und verpackt werden. Die Investitionskosten belaufen sich auf 21 Millionen Euro – brutkasten berichtete. Nun vermeldete man eine Personalie.

Complex Pharmaceuticals: ERP-Implementierung

Seit Kurzem unterstützt Thomas Pototschnig Complex Pharmaceuticals als Head of Finance. Der 60-jährige Finanzexperte verantwortet künftig sämtliche Finanzagenden und begleitet insbesondere die ERP-Implementierung (Enterprise Resource Planning) des jungen Unternehmens. Für Pototschnig ist die neue Aufgabe zugleich eine Rückkehr zu seinen Wurzeln: Nach vielen internationalen Stationen lebt er wieder in Neusiedl am See, wo er maturierte und sich lange ehrenamtlich engagierte. Mit seiner Erfahrung möchte er Complex Pharmaceuticals effektiv voranbringen.

36 Jahre im Finanzbereich tätig, berufliche Stationen in 16 Ländern auf drei Kontinenten und zahlreiche internationale Führungs- und Transformationsprojekte: Bei Complex Pharmaceuticals begeistert Pototschnig die Chance, ein junges Unternehmen aktiv mit aufzubauen. Seine Karriere führte ihn unter anderem zu Austrian Airlines, Smith & Nephew und Phoenix Arzneiwarengroßhandlung.

„Ein Geschenk“

Bei Smith & Nephew war er in leitenden Finanzfunktionen für Österreich, Polen sowie Zentral- und Osteuropa tätig und begleitete mehrere SAP-Einführungen und internationale Transformationsprojekte. Bei Phoenix leitete er Finanzbuchhaltung und Controlling und verantwortete als Prokurist die Finanzagenden mehrerer Gesellschaften.

„Ein Produktionsunternehmen auf der grünen Wiese mit aufzubauen, ist für mich eine wundervolle Aufgabe. In meiner jetzigen Karrierephase empfinde ich dieses Projekt fast als Geschenk. Die Zusammenarbeit mit den weit jüngeren Kolleg:innen ist inspirierend. Sie halten mich jung, und ich kann im Gegenzug meine Erfahrung weitergeben“, sagt er.

Und Christoph Reinwald, General Manager von Complex Pharmaceuticals, ergänzt: „Unser Anspruch ist es, Complex Pharmaceuticals von Beginn an auf höchstem professionellem Niveau aufzubauen. Thomas Pototschnig bringt genau die Erfahrung mit, die wir dafür brauchen. Er schafft resiliente Finanzstrukturen und sorgt dafür, dass unsere Systeme mit dem Unternehmen mitwachsen können.“

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