13.06.2023

Nach Aufgabenstellung: ChatGPT zerbricht und springt in „word vomit“-Modus

Ein User auf Reddit fand einen bemerkenswerten Weg, um das elektronische Gehirn von ChatGPT zu verwirren. Mit der simplen Aufforderung, einen Buchstaben so oft wie möglich zu wiederholen. Das Ergebnis: ein bizarres Chaos.
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ChatGPT gebrochen, broken, AI, use just a as often as you can,
(c) brutkasten - Die Welt findet immer wieder neue Wege ChatGPT an seine Grenzen zu bringen.

Ist es ein geheimer Code? Ein Leerlauf? Oder ein virtuelles Hirn-Gemetzel? Reddit-User „TheChaos7777“ hat, wie Futurism berichtet, vor wenigen Tagen in einem Subreddit erwähnt, dass er die Anforderung an ChatGPT „bitte antworte nur mit dem Buchstaben ‚A‘ so oft du kannst“, getätigt hat. Soweit nichts Außergewöhnliches.

ChatGPT: Von Bulldoggenzüchtern und Wrestlern

Zuerst folgte die Künstliche Intelligenz und beglückte den User mit ein paar Dutzend „As“. Dann jedoch folgte ein Bruch und ChatGPT rief die Webseite eines französischen Bulldoggenzüchters auf.

Mit folgendem Wortlaut: „Klicken Sie hier, um den Preis per E-Mail zu erfragen. Unsere Welpen sind: Tierärztlich untersucht, entwurmt, aktuell geimpft, mikrogechipt. Unsere französischen Bulldoggen kommen mit einem 1 Jahr angeborenen Gesundheitsgarantie. Rufen Sie an oder schicken sie eine E-Mail für weitere Informationen und Bildern von allen Babys… Wir haben die süßesten, am besten aussehenden, Top-Qualität-Welpen in der Welt. Zuhause aufgezogen mit viel Liebe und Küssen.„

Als die US-Plattform, die als erste darüber berichtete, diesen seltsamen Vorgang mit ein paar anderen Buchstaben testete, trat das gleiche Phänomen auf: Die Antworten des Bots waren genauso zufällig und bizarr.

Wer A sagt…

Mit der Bitte mit dem Buchstaben „B“ so oft wie möglich zu antworten, zeigte ChatGPT die Abschrift eines Interviews mit dem pensionierten Profi-Wrestler Diamond Dallas Page. Darin ging es um die Yoga-Videoserie „Yoga for Regular Guys“ des pensionierten Kampfsportlers.

Konkret: „Seien Sie dabei, wenn wir von keinem Geringeren als dem Meister des [Diamond Dallas Page (DDP)] Yoga selbst erfahren, wie man ein unaufhaltsames Leben führt! Dieser Kerl hört niemals auf und gibt niemals nach. Im letzten Jahr hat DDP zwei neue Workout-DVDs (DDP Yoga For Regular Guys und DDP Yoga For Regular Guys 2) und sein mit Spannung erwartetes DDP Yoga extreme (drei verschiedene Workouts) veröffentlicht.„

C wie…ChatGPT

Weitere Versuche folgten. Beim Buchstaben „C“ spie der Chatbot eine Antwort über die harmonisierte Umsatzsteuer in Kanada aus.

Beim vierten Buchstaben des Alphabets jedoch folgte etwas anderes. Der Anfang einer Akkordfolge:

„D D D D Cgpcyclic und G D F A Bm G/A A F G D You threw me out to rot / Oh, why would you leave me, Dsus2 C/D D Dsus2 C/D D I was so.“

Doch dabei blieb es nicht. ChatGPT lieferte weiters eine unzusammenhängende Mischung aus Liedempfehlungen, religiösen Anspielungen und einer verwirrenden Anprangerung des Irakkriegs:

„Gebet für Befreiung – Cry Out To Jesus von Third Day. Offen für die Wahrheit Offen für die Wahrheit Chris und Trevor waren schon immer Partner in einer Krise. Lauren Talley – Alles hat sich geändert. Intro: Gm7 Cm Gm7 Cm Gm7 Cm Gm7 Cm Gm7 Cm Gm7 Cm Strophe: Gm7 Cm Gm7 Cm I„

Sowie:

„Matthew West – The Reason For The World. Intro: D/F# G D A (2x) Strophe 1: D A Der Morgen bricht an, ein weiterer Tag, an dem wir unsere. Marilyn Manson – Wir sind aus Amerika. Dies ist kein Vietnam. Wir werden im Iran gewinnen. Der Präsident wird stehen, den Masterplan aufstellen… Invasionen rechtfertigen und die Angst vor Massenvernichtungswaffen schüren, wir sind die Rasse des Feindes, die Erneuerung des Wettrüstens, ein ständiges Wegsehen und ein (sic). David Bowie – New Angels Of Promise„

Erklärung zur ChatGPT-Verwirrung

Die Erklärung für dieses seltsame Verhalten ist nicht, dass ChatGPT versucht, kryptische Botschaften zu versenden, sondern hängt wohl damit zusammen, dass „Language Learning Models“ (LLM) einer „Wiederholungsstrafe“ unterliegen, wenn derselbe „Token“ wiederholt wird, wie ein anderer Reddit-User mutmaßt.

In diesem Fall, so der Erklärungsversuch, hätten die ChatGPT-Schöpfer ihre KI derart trainiert, dass sie Wiederholungen vermeidet. Fordert man sie aber dazu auf, sich zu wiederholen, gerät die Künstliche Intelligenz „in Aufregung“. Ein interner Alarm werde ausgelöst, und der Vorhersagealgorithmus des Bots spuckt dieses „word vomit“ aus, das von Trainingsdaten inspiriert ist.

Dieses Experiment des Reddit-Users ist lange nicht der erste Versuch, die Grenzen der KI auszuloten. Draußen im Netz schwirren diverse Hacks herum (DAN, DUDE), die darauf abzielen, sämtliche Restriktionen – beim Antworten – zu umgehen, denen die KI unterliegt. So auch der Oma-Hack – der brutkasten berichtete – mit dem die KI ausgetrickst wurde, die Schritte einer Napalm-Produktion aufzuschlüsseln.

Hier mehr über Künstliche Intelligenz in unserem KI-Schwerpunkt.

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Die drei Partner von RM Equity Partners (v.l.) Eugen Benedikt Russ, Nicola Szekely und Chris Wittlinger | (c) RM Equity Partners
Die drei Partner von RM Equity Partners (v.l.) Eugen Benedikt Russ, Nicola Szekely und Chris Wittlinger | (c) RM Equity Partners

Wie brutkasten zuletzt berichtete, wurde die vor rund zehn Jahren als Teil der Voralberger Russmedia-Gruppe gegründete Liechtensteiner Private-Equity-Gesellschaft RM Equity Partners (RMEP) mit rund 500 Millionen Euro Assets under Management von den drei Partnern Eugen Benedikt Russ, Chris Wittlinger und Nicola Szekely übernommen. Im Gespräch mit brutkasten erläuterten Russ und Wittlinger die Hintergründe.

Eugen B. Russ blickt dabei auf die Anfänge zurück: „Wir haben eigentlich schon sehr selbstständig begonnen. Schon damals haben wir vom Medienhaus weitgehende Freiheiten bekommen, und ich glaube, genau das hat uns erfolgreich gemacht: dass man uns dieses Vertrauen gegeben hat. Wir konnten in Themen investieren, während andere in der Gruppe Media-for-Equity machen mussten und in dem, was sie tun konnten, nicht immer frei waren.“

Und Wittlinger ergänzt: „Organisatorisch waren wir schon immer sehr unabhängig, mit wenig Vorgaben. Jetzt übersetzen wir einfach das, was gelebt wurde, in die Realität. Dazu kommt, dass es im Partnerkreis – Eugen, Nicola und ich – über die Jahre sehr gut funktioniert hat. Wir sind ein sehr komplementäres Team, und wir haben alle gesagt: Wir haben Lust, das noch einmal eigenständig anzupacken und weiterzumachen – mit dem Team, das es schon gibt.“

Die Gruppe sei über das vergangen Jahrzehnt stark gewachsen und erwirtschafte im laufenden Jahr ein EBITDA im dreistelligen Millionenbereich. Dabei entfielen nur fünf Prozent des Umsatzes auf Österreich, da das Portfolio komplett europäisch aufgestellt sei.

„Die volle Selbstständigkeit war im Endeffekt der logische Schritt“, erklärt Russ. Seine Schwester übernehme die Generationennachfolge im Verlag der Russmedia-Gruppe, wo zuletzt auch ein Merger mit der Tiroler Tageszeitung stattfand. Während Russmedia den Wachstumsweg im Mediengeschäft verfolge, setze RMEP den Wachstumsweg bei digitalen Plattformen fort.

Dieser Prozess sei über einen Zehnjahresplan angelegt und seit acht Jahren vereinbart gewesen. Im September des vergangenen Jahres habe die konkrete Umsetzung Fahrt aufgenommen. Nach der Umstrukturierung in Liechtenstein um den Jahreswechsel wurde die Management Company RM Consulting im Frühjahr übernommen. Mit der offiziellen Kommunikation sei die Nachfolge nun abgeschlossen. Die Management Company befindet sich nun zu gleichen Teilen im Besitz des Führungstrios.

Neues Vehikel für neue Investments

Das initiale Investment von Russmedia habe damals knapp unter 100 Millionen Euro betragen – eine Summe, die die Gruppe heute jährlich an EBITDA generiere. Für die künftige Ausrichtung gilt nun eine klare Trennung zwischen Altbestand und neuen Beteiligungen.

Russ beschreibt die Strukturierung: „Das Bestehende führen wir so weiter. Wir schaffen jetzt ein neues Investment-Vehikel, in das exklusiv wir drei und das Team investieren. Alle Investments ab jetzt machen wir alleine. Von den bestehenden Investments profitiert natürlich auch die Familie weiter – unter anderem Bergfex, Pure, calimoto und die übrigen Unternehmen im heutigen Portfolio.“ An den bisherigen Beteiligungen halte Russ im Rahmen der Nachfolgelösung weiterhin eine Mehrheit.

„Wir kaufen Anteile an profitablen Unternehmen, die Cash produzieren“

RMEP investiert pro Beteiligung bis zu 150 Millionen Euro Eigenkapital, während das Gesamtvolumen pro Transaktion bis zu 250 Millionen Euro betragen kann. Chris Wittlinger grenzt den Investmentansatz klar ab: „Wichtig ist: Wir sind kein VC. Wir machen keine Frühphasen-Investments und prinzipiell keine Kapitalerhöhungen, bei denen das Unternehmen Cash braucht. Wir kaufen Anteile an profitablen Unternehmen, die Cash produzieren.“

Das Modell ziele zwar auf eine langfristige Haltedauer ab, doch Exits wie jener der Plattform Alpy (brutkasten berichtete im August) seien bei passenden Rahmenbedingungen vorgesehen. Wittlinger führt dazu aus: „Wir wollen die Möglichkeit haben, das Unternehmen sehr lange zu halten. Aber wenn wie bei Alpy die Situation kommt, in der man sagt: Das ist bei einem Strategen besser aufgehoben, weil der mehr daraus machen kann als wir – dann verkaufen wir auch.“ Gleichzeitig mache man auch strategische Zukäufe kleinerer, profitabler Wettbewerber von portfolio-Unternehmen, wie das aktuelle Beispiel Digital Heaven in der Schweiz veranschauliche.

„Wir sprechen auf Augenhöhe, von Unternehmer zu Unternehmer“

Und es gebe auch einen zentralen Unterschied zwischen RMEP und klassischen Private-Equity-Gesellschaften, die fremdes Kapital verwalten, betont Russ: „Das Geld, das wir investieren, ist ausschließlich unser eigenes und das der Unternehmer-Partner, mit denen wir arbeiten. Viele wählen uns, weil sie nicht mit einem anonymen Private-Equity-Investor zusammenarbeiten wollen, der nicht sein eigenes Geld investiert. Sie spüren, dass wir unser eigenes Geld investieren – wir sind selbst Unternehmer. Das ist der riesige Unterschied: Wir sprechen auf Augenhöhe, von Unternehmer zu Unternehmer.“

Dieses Unternehmer-Setup spiegelt sich auch in der Anbahnung neuer Investments wider. Wittlinger erklärt das Sourcing: „Der Dealflow ist dreigeteilt. Erstens gibt es ein Netzwerk von Tausenden M&A-Beratern in Europa, mit denen wir in Kontakt sind, die wissen, was wir suchen, und sich regelmäßig bei uns melden. Zweitens unser aktiver Outreach, bei dem wir schon sehr stark mit KI arbeiten: Wir schreiben Unternehmen an, die aus unserer Sicht gut ins Raster passen, gehen auf Messen und Branchenveranstaltungen und stellen sicher, dass uns die Unternehmer in den Industrien kennen, die uns interessieren. Drittens gibt es Unternehmer, die auf uns zukommen, weil sie von uns gehört haben – zum Beispiel, weil sie jetzt diesen Artikel lesen.“

Am Fokus auf asset-light und digitale Geschäftsmodelle ändere sich durch die Eigenständigkeit nichts, wobei der technologische Wandel berücksichtigt werde. Wittlinger ergänzt zur Rolle von KI: „Natürlich muss man immer schauen, wie sich KI auf ein Geschäftsmodell auswirkt. Wir fokussieren uns darauf, Geschäftsmodelle zu finden, für die KI ein Enabler sein kann oder die sehr resilient dagegen sind.“

„Wir haben die Kriegskasse gefüllt“

Für die kommenden Jahre stehe nun der Ausbau des eigenen Netzwerks und das gemeinsame Wachstum mit Gründern im Vordergrund. Russ betont: „Unsere Story sind eigentlich individuelle Unternehmer-Erfolgsgeschichten.“ RMEP verstehe sich als langfristiger Partner für Unternehmer, um Potenziale zu heben und gemeinsam zu wachsen.

Wittlinger richtet den Blick auf die Zehn-Jahres-Perspektive: „Natürlich wollen wir nicht stillstehen. Wir wollen größer werden, weiterhin Deals machen, das Netzwerk erweitern und dafür sorgen, dass die Assets under Management in zehn Jahren deutlich höher sind als heute. Das ist der Anspruch.“

Der Wechsel in die Unabhängigkeit soll dabei als Ansporn für die nächste Phase dienen. „Wichtig ist: Das Team bleibt gleich, die Investmenthypothese bleibt gleich, und unsere Ambition und unser Hunger bleiben gleich. Wir sind noch lange nicht am Ende der Reise“, unterstreicht Wittlinger. Und Russ wird noch einmal deutlich: „Wir haben die Kriegskasse gefüllt und suchen nach den nächsten Deals.“

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Dieser Artikel über das Phänomen des ChatGPT-Bots, der in einen eigenartigen „word vomit“-Modus gerät, hat möglicherweise keine direkte Relevanz für Sie als Politiker:in. Es handelt sich um ein Experiment eines Reddit-Users, um die Grenzen der Künstlichen Intelligenz auszuloten. Es zeigt jedoch, dass die Funktionsweise von KI-Systemen und deren Trainingsdaten noch nicht perfekt ist und zu unvorhersehbaren Ergebnissen führen kann. Als Politiker:in könnten Sie jedoch generell Interesse an der Entwicklung und den Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz haben, da sie zunehmend Einfluss auf verschiedene Bereiche der Gesellschaft hat.

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