17.10.2019

Offizielle Eröffnung: Was die Challenger-Bank N26 am Standort Wien plant

Die Challenger-Bank N26 hat nun offiziell ihren Standort in Wien eröffnet. Bis zu 300 Jobs sollen hier entstehen, die Gründer Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal wollen die Hauptstadt zu einem der führenden Tech-Standorte in Europa machen.
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N26-CEO Valentin Stalf mit seinem neuen Vermieter, weXelerate-CEO Awi Lifshitz . (c) Stefan Mey

Mehrmals wurde es angekündigt, nun ist es so weit: Die Challenger-Bank N26 eröffnet heute ihren Standort in Wien, konkret im weXelerate am Wiener Schwedenplatz. Nun arbeiten hier die ersten 15 Mitarbeiter, im Jahr 2020 soll die Zahl auf 100 steigen, im Lauf der kommenden Jahre soll der Personalstand in Wien auf rund 300 Leute wachsen. Für N26 ist dies nach Berlin und Barcelona der dritte große Standort in Europa – auch in Barcelona arbeiten rund 100 Menschen für N26. Im Vorfeld hatte Valentin Stalf, Co-Founder und CEO von N26, mit dem brutkasten bereits über seine internationalen Expansionspläne gesprochen.

+++Zum Interview: Valentin Stalf über die Internationalisierung von N26+++

Der Fokus des österreichischen Standorts liegt dabei nicht auf Sales und Marketing, sondern vor allem auf der Entwicklung neuer Bankprodukte. Vor allem soll Wien dabei der globale Hub für die Entwicklung von Produkten werden, die sich an Business-Kunden – unter anderem an Freelancer – richten. Zum Beispiel sind für die Business-Produkte Integrationen geplant, die das Management von Transaktionen und Steuerzahlungen erleichtern sollen. Zusätzlich werden neue Sicherheitsfeatures entwickelt, die sich besonders an die erhöhten Security-Anforderungen bei gewerblichen Bankgeschäften richten.

Video-Talk mit N26 über den Standort Wien und Facebooks Libra

Die N26-Vision für Wien

Laut den Co-Foundern von N26, Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal, kann Wien zu einem der führenden Tech-Standorte in Europa werden. Die Bank selber möchte die hier entwickelten Produkte nicht nur in Österreich, sondern weltweit einsetzen. Einen Vorteil von Wien sieht Stalf vor allem in der Lebensqualität: Man rekrutiere die Fachkräfte international und gebe ihnen jeweils die Wahl, an welchem der Standorte sie arbeiten wollen – und Wien ist hier natürlich ebenfalls attraktiv.

+++Zum FinTech-Channel des brutkasten+++

Außerdem dient die österreichische Bundeshauptstadt als Tor in den Osten – und im CEE-Raum wiederum finden sich viele gut ausgebildete Developer. Generell, so Stalf, ist Wien sehr international, was auch der Präsenz der UNO zu verdanken ist. Und nicht zuletzt bieten auch die hiesigen Universitäten ein gutes Ausbildungsniveau, was sich wiederum auf die gute Verfügbarkeit der Fachkräfte auswirkt.

Die Kosten für den Standort Wien

Generell wirkt es so, als seien Fachkräfte das wichtigste Thema der beiden Entrepreneure in Bezug auf den Standort Wien. „Die größten Kosten sind für uns die Opportunitätskosten“, sagt Tayenthal. Gemeint ist damit: Das größte Problem ist, wenn Projekte nicht umgesetzt werden können, weil die dafür erforderlichen Developer fehlen.

+++Mitarbeiter finden mit der Jobplattform des brutkasten+++

A propos Kosten: Zu den Kosten für den Standort Wien halten sich die beiden Gründer bedeckt. Sie verweisen allerdings darauf, dass sich diese hauptsächlich aus Personal und Miete zusammen setzen. Hier hilft eine grobe Überschlagsrechnung: Bei künftig rund 300 Mitarbeitern zu Gehältern von (inklusive Lohnnebenkosten) 50 bis 100.000 Euro ergeben sich Personalkosten von 15 bis 30 Millionen Euro pro Jahr – plus Miete und andere, kleinere Fixkosten.

Aktuelle Zahlen zu N26

Im Rahmen der Office-Eröffnung in Wien präsentierten die Co-Founder auch aktuelle Zahlen ihres Scale-ups: Aktuell hat N26 über 3,5 Millionen Kunden in 26 Märkten. Mehr als 1300 Kunden arbeiten für die Challenger-Bank, die insgesamt über 70 unterschiedliche Nationalitäten haben. Diese Internationalität zeigt sich auch in Berlin, wo das Headquarter der Bank steht: Nur rund drei Prozent der Mitarbeiter kommen aus Berlin selbst, gerade mal zehn Prozent kommen überhaupt aus Deutschland.

Wie bereits zuvor betonen die Gründer auch in der aktuellen Situation, dass sie rund 10.000 Neukunden pro Tag verzeichnen – was laut Stalf und Tayenthal in etwa der Gesamtkundenzahl einer herkömmlichen Bankfiliale entspricht. Das Kapital aus dem laufenden Cashflow und aus bisherigen Finanzierungsrunden wird in Wachstum investiert, wie die Gründer betonen. Detaillierte Finanzzahlen können sie zwar „wegen der Konkurrenzsituation“ noch nicht veröffentlichen – dies könnte sich aber ändern, falls N26 in den kommenden Jahren an die Börse gehen sollte.

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v.l.: Ronald Pranz (COO & CFO), Nikolaus Weber (CEO) und Alexander Ortner (CTO) © 36Agency

Jede Firma sucht nach ihr: Effizienz. Keyvero hilft dabei, diese in Unternehmen zu verbessern. Mit seiner AI Office Solution dokumentiert das Unternehmen, was im Unternehmen passiert und wo Zeit und Qualität verloren gehen. Im vergangenen September beteiligte sich Ronald Pranz mit einem Investment an dem Wiener Startup. Über die Höhe wollte der Investmentbanker aus strategischen Gründen nichts sagen. Nächste Woche stünden Kooperationsverhandlungen mit einem asiatischen Unternehmen an. Nun verlautbarte Keyvero, dass Pranz als COO und CFO bei dem Unternehmen einsteigt.

„Definitiv gut, auch operativ mitzuwirken“

„Bei unserem ersten Auftritt bei Austrian Advantage ist das Produkt sehr gut angekommen und es hat gleich Fahrt aufgenommen. Deshalb habe ich mir gedacht, dass es definitiv sinnvoll ist, auch operativ mitzuwirken“, sagt Pranz gegenüber brutkasten, der auch Inhaber der runprosale GmbH ist, die sich auf Vertriebs- und Finanzstrategien spezialisiert hat. Bei Keyvero lege er seinen Fokus auf die Ausweitung der Marktposition im DACH-Raum und darauf, die nächsten internationalen Wachstumsschritte einzuleiten.

„Eine wesentliche Basis für den gemeinsamen Erfolg bieten die langjährigen Erfahrungswerte seines
Unternehmens, auf die wir in unserer Zusammenarbeit setzen“, sagt Nikolaus Weber, Co-Founder von Keyvero.

Gegründet, um Unternehmen zu entlasten

Keyvero wurde 2026 von Weber und Alexander Ortner gegründet. „Jedes Unternehmen hat Abteilungen, in denen KI heute schon spürbar entlasten könnte. Den meisten Betrieben fehlt jedoch das notwendige Know-how oder die Motivation, um KI in ihre Prozesse zu integrieren. Um diesen Firmen zu helfen, haben wir Keyvero gegründet“, sagt Weber.

Aus den unterschiedlichen Abteilungen in Unternehmen würden unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche an KI-Assistenzlösungen resultieren. Die Module von Keyvero arbeiten vernetzt innerhalb des Unternehmens und lernen aus den Informationen der Mitarbeitenden, um diese gezielt zu entlasten. Dabei helfe Keyvero jungen Unternehmen, schneller zu wachsen und etablierten, ihre Marktposition zu stärken.

„Der KI-analytische Ansatz soll unseren Kunden zeigen, wo ein KI-Modul in der Firma überhaupt
Sinn ergibt, um Qualität und Quantität zu optimieren“, heißt es von Keyvero. Pranz ergänzt: „Für die Unternehmen ist es wichtig, sich mit unseren KI-Assistenz-Modulen zu befassen und sie Schritt für Schritt in ihren täglichen Arbeitsablauf einzubauen.“

Keyvero biete auch das Modul Telefonassistenz an, das Wissen über Kundenverhalten strukturiert liefere. Für viele Unternehmen sei das der Einstieg in die Zusammenarbeit mit dem Wiener Startup.

Implizites Wissen nutzbar machen

Ende des Jahres soll der nächste Entwicklungsschritt folgen: Keyvero möchte einen KI-Assistenten auf den Markt bringen, der undokumentierte Arbeitsabläufe und implizites Wissen der Mitarbeitenden nutzbar macht. Dabei würden unterschiedliche unstrukturierte Datenquellen, beispielsweise E-Mails, Gesprächsnotizen oder Dokumente, analysiert werden. Das soll unentdeckte Potentiale sichtbar machen. Ein weiteres Keyvero-KI-Modul könne daraufhin selbstständig Lösungen umsetzen.

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