04.09.2024
SCHWARZE ZAHLEN

N26 nach 11 Jahren profitabel: „Vergangene Monate waren die erfolgreichsten bisher“

Im Juni sei die Neobank bereits profitabel gewesen, sagt N26-CEO Valentin Stalf auf einer Veranstaltung. Sogar schwarze Zahlen im Gesamtjahr seien erstmals möglich.
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N26-Cofounder Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf
N26-Cofounder Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf (c) N26

N26 hat es mehrfach angekündigt und nun auch geliefert: Im zweiten Halbjahr 2024 wollte die Berliner Neobank der Wiener Gründer Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal die Profitabilität erreichen – elf Jahre nach der Gründung. Und tatsächlich: Wie Stalf nun auf der Veranstaltung „Bankengipfel“ der deutschen Wirtschaftszeitung Handelsblatt verkündete, ist das FinTech-Scaleup seit Juni auf Monatsbasis in den schwarzen Zahlen. „Die vergangenen Monate waren die erfolgreichsten bisher“, so der CEO.

„Auch mit einer schwarzen Null zufrieden“

Der N26-CEO stellte auch ein mögliches Erreichen der Gewinnschwelle für das gesamte Jahr in Aussicht, er sei aber „auch mit einer schwarzen Null zufrieden“, sagt er am Handelsblatt-Event. „Wir sind von einer Firma, die sehr viel investiert, zu einem Unternehmen mit einem ausgeglichenen Ergebnis geworden“, so Stalf.

Seit Juni keine Neukund:innen-Beschränkung mehr für N26

Seitens N26 war zuletzt Ende 2023 von insgesamt acht Millionen Kund:innen die Rede. 4,2 Millionen davon sind laut Handelsblatt „ertragsrelevante Kunden“, haben also den Verifizierungsprozess abgeschlossen. Bis Juni dieses Jahres hatte das FinTech-Scaleup eine von der deutschen Aufsichtsbehörde BaFin auferlegte Beschränkung bei Neukund:innen. Diese lag zuletzt bei 60.000 verifizierten Kund:innen pro Monat, wie brutkasten berichtete. Nun können wieder beliebig viele neue User:innen aufgenommen werden.

Stalf stellt Vorstoß ins Mobilfunkgeschäft in Aussicht

Als nächstes wolle man unter anderem den Kreditbereich ausbauen, sagt Stalf. In den Niederlanden hat N26 bereits vor einiger Zeit ein Kreditgeschäft im Hypothekenbereich gestartet, das auch auf andere Länder angewendet werden könnte. Und auch den Vorstoß in eine ganz andere Branche kann sich Stalf auf dem „Bankengipfel“ vorstellen: ins Mobilfunkgeschäft. Das sei ein Bereich, der hohe Margen verspreche und von Marken dominiert sei, die Vertrauen genießen würden, aber schlechten Kundenservice anböten, wird der CEO zitiert.

N26-IPO in drei bis fünf Jahren

In drei bis fünf Jahren will N26 dann an die Börse. Man sei nun zwar so aufgestellt, dass man keine weitere Finanzierungsrunde brauche, Stalf schließt eine solche vor dem geplanten Börsengang aber auch nicht aus.

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easy-connect, mamdani, Metropolitan Opera, Met, NY
© Laura Böhler - Gerald Stockinger (l.)(Co-Founder & CTO) und Wolfgang Graf (Co-Founder & CEO).

Die Metropolitan Opera und New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani kündigten Ende September eine Initiative an: In der Saison 2026/27 gibt die Met jeden Monat 10.000 Karten an New Yorker:innen frei, die seit 2019 kein Met-Ticket gekauft haben. Das sind rund zehn Prozent aller Tickets der Saison. Das Unternehmen easy-connect aus Wien liefert dafür die Technologie, wie dieses heute bekanntgab.

easy-connect in New York

Die Tickets werden über die bestehende digitale Lotterie in der App vergeben: Dazu müssen Nutzer:innen ihren Ausweis für die Berechtigungsprüfung in der App hochladen und sich für eine Vorstellung zur Lotterie anmelden. Von einem möglichen Gewinn erfahren sie per Push-Nachricht – und erhalten das Ticket direkt am Handy. Das Besondere daran: So kann die Met auch jene Teilnehmer:innen erneut ansprechen, die bei der Lotterie nicht gewinnen.

„Mit Opera for All wollten wir es New Yorker:innen in allen fünf Stadtbezirken leicht machen, die Met zu entdecken – und sie persönlich bei uns willkommen heißen. Weil Lotterie und Ausweisprüfung bereits in der App, die wir auch für unsere Rush-Tickets nutzen, verfügbar waren, ging es bemerkenswert schnell von der Idee zum Start – und das in der Größenordnung, die diese ambitionierte Initiative gebraucht hat. Möglich war das dank unserer Zusammenarbeit mit dem innovativen und flexiblen Team von easy-connect, das uns bei jedem Schritt begleitet hat, vom Design bis zur Umsetzung“, sagt Gillian Brierley, Chief Audiences, Marketing, and Communications Officer der Metropolitan Opera.

Bürgermeister Mamdani über „Opera for All“

Das Modell lässt sich auf viele Kulturbetriebe übertragen. Seit 2024 vergibt die Met über eine Lotterie in der App vergünstigte Tickets für 25 Dollar. Mehr als 550.000-mal haben Menschen seither bei der Verlosung mitgemacht, mehr als die Hälfte der App-Nutzer:innen ist unter 40 Jahren alt – und trotzdem sind rund vier von fünf Tickets, die in der App gekauft werden, ganz reguläre (Vollpreis-)Karten. Für viele Menschen stelle die Lotterie den ersten Schritt ins Haus dar.

Denn wer sich in der App anmeldet, sei für die Met kein:e Unbekannte:r mehr. Wer bei der Lotterie nicht gewinnt, bekommt automatisch ein passendes Angebot für ein reguläres Ticket. Im deutschsprachigen Raum gibt es ebenfalls solche Modelle und Initiativen, um kulturelle Teilhabe über alle Besuchergruppen hinweg zu ermöglichen, unabhängig von Herkunft oder finanziellen Möglichkeiten. Zum Beispiel am Opernhaus Zürich mit einer Ticket-Lotterie und der digitalen Prüfung der „KulturLegi-Berechtigung“ für Menschen mit geringem Einkommen, direkt in der App.

„Stammpublikum entwickeln“

„Kultur einfacher zugänglich zu machen, war von Anfang an unser Anspruch. Nun macht es uns besonders stolz, dass die Technologie hinter einem Programm dieser Größenordnung aus Wien kommt“, sagt Wolfgang Graf, Co-Founder & CEO von easy-connect, der das Unternehmen gemeinsam mit Gerald Stockinger gegründet hat. „Drei von vier Erstbesucher:innen kommen nie wieder. Mit einer eigenen App können Häuser das ändern: Menschen zum ersten Mal hereinholen, sie persönlich ansprechen und daraus Stammpublikum entwickeln. Am Ende des Tages geht es darum, möglichst viele Menschen für Kunst und Kultur zu begeistern. Und was in New York funktioniert, funktioniert genauso in Wien, Zürich oder Berlin.“

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