19.04.2021

MyEy: Veganer Ei-Ersatz aus Tirol mit Spiegelei-Weltrekord

Die Produkte von MyEy aus Kufstein sollen Hühnereier in allen Belangen ersetzen können. Gründer Chris Geiser ist passionierter Veganer und setzt auf Aktionismus.
/artikel/myey
MyEy-Gründer Chris Geiser mit veganem Weltrekord-Spiegelei | (c) Vegane Gesellschaft
MyEy-Gründer Chris Geiser mit veganem Weltrekord-Spiegelei | (c) Vegane Gesellschaft

Das größte Spiegelei der Welt ist bzw. war vegan. Was zunächst paradox klingt, ist bei genauerer Betrachtung logisch. Denn während der Größe von Vogeleiern natürliche Grenzen gesetzt sind, kann der vegane Ei-Ersatz des Tirolers Chris Geiser in beliebiger Menge eingesetzt werden. Mit seinem (immer neu zubereiteten) Weltrekord-Spiegelei tourte er bereits 2014 bei der Event-Reihe Veganmania durch Europa. Und auch die größte Sachertorte, die größte Schaumrolle und die größte Schokoroullade der Welt buk der Gründer mit Hang zum Aktionismus vegan. Unter der Marke MyEy hat er seinen Ei-Ersatz auch im Einzelhandel.

Um die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Hühnereiern zu imitieren, gibt es das Produkt, das in Karton-Dosen geliefert wird, in den selbsterklärenden drei Ausführungen: EyWeiß, EyGelb und VollEy, die jeweils die entsprechenden Eigenschaften ihrer nicht-veganen Pendants aufweisen. Der Ei-Ersatz baut auf der mehr als 20-jährigen Erfahrung von Gründer Geiser auf. 1999 eröffnete er in Tirol Europas erste vegane Vollwert-Konditorei. Im Laufe der Zeit verfeinerte seine Rezeptur – eine Mischung von pflanzlichen Proteinen, Johannisbeerkrautmehl und einer Auswahl an Mineralsalzen und Gewürzen. (Eine genaue Aufstellung gibt es auf der Page des Unternehmens).

MyEy-Vertriebspartner in ganz Europa

Eine Dose á 200 Gramm gibt es im Handel – je nach Vertriebspartner – für um die zehn Euro zu kaufen. Gelistet ist das Produkt nicht nur in klassischen Bio-Läden sondern auch bei zahlreichen Vegan-Online-Shops im DACH-Raum, aber etwa auch beim Gastro-Großanbieter TransGourmet. Einzelne Vertriebspartner gibt es noch in zahlreichen weiteren europäischen Ländern.

Diese Woche ist Chris Geiser mit MyEy in der deutschen TV-Show Die Höhle der Löwen zu sehen. Dort pitcht er um 150.000 Euro für 15 Prozent Firmenanteile. Außerdem in dieser Folge: BeerBag, Bikuh, Qinao und Zasta.

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RNAnalytics, tecnet
© equity - (v.l.) Christian Laurer, Adriana González Palomo, Viktoria Enkmann, Hannes Burgstaller und Natalija Rajicic.

Mit einem SAFE (Simple Agreement for Future Equity) beteiligt sich tecnet equity am niederösterreichischen TechBio-Startup RNAnalytics. Das von Viktoria Enkmann und Hannes-Oliver Burgstaller gegründete Unternehmen ist im accent Makerspace in Tulln angesiedelt und entwickelt dort Lösungen für die Analyse von Lipid-Nanopartikeln – winzigen Transporthüllen, die Wirkstoffe wie RNA sicher in menschliche Zellen bringen sollen. Mit dem Investment möchte RNAnalytics die Weiterentwicklung seiner modularen Analyse-Toolkits sowie den Ausbau seiner integrierten Softwareplattform vorantreiben. Über die Höhe der Beteiligung wurde Stillschweigen vereinbart. Doch wie brutkasten erfahren hat, handelt es sich inklusive Förderungen um eine Summe im „höheren sechsstelligen Bereich“.

RNAnalytics: Analysen sehr aufwendig

RNA-basierte Medikamente haben durch neue Impfstoffe und Therapieansätze stark an Bedeutung gewonnen. Damit RNA im Körper überhaupt dort ankommt, wo sie wirken soll, braucht sie eine schützende Transporthülle. Dafür werden häufig sogenannte Lipid-Nanopartikel, kurz LNPs, eingesetzt.

Ob diese winzigen Partikel richtig funktionieren, muss während der Entwicklung eines Medikaments immer wieder überprüft werden. Entscheidend sei dabei, die Eigenschaften der Partikel genau zu verstehen, von ihrer Größe und Stabilität über die tatsächlich eingeschlossene RNA-Menge bis hin zu ihrem Verhalten in unterschiedlichen Zellen.

Diese Analysen seien heute oft aufwendig, erfordern teilweise teure Spezialgeräte und würden mangels einheitlicher Methoden nur eingeschränkt vergleichbare Ergebnisse liefern. „Das kostet Zeit und erschwert insbesondere kleineren BioTech-Unternehmen und Forschungslabors den Zugang zu einer Technologie, die für die Entwicklung neuer RNA-Therapien immer wichtiger wird“, liest man in der Aussendung.

Modulare Toolkits

RNAnalytics hat es sich daher zum Ziel gesetzt, diese Analysen einfacher und standardisierter zu machen. Dafür entwickelt das Unternehmen modulare Toolkits, die auf bereits vorhandener Laborausstattung eingesetzt werden können. Sie kombinieren validierte Messmethoden, Reagenzien und Referenzmaterialien und wollen Laboren damit einen „klar definierten Ablauf für die Untersuchung von Lipid-Nanopartikeln“ ermöglichen.

„Die SAFE-Finanzierung gibt uns in dieser frühen Phase die Möglichkeit, unsere Toolkits konsequent weiterzuentwickeln und parallel den Ausbau unserer Softwareplattform voranzutreiben. Mit tecnet equity haben wir dabei einen Partner an unserer Seite, der die Herausforderungen technologieintensiver Gründungen versteht“, sagt Enkmann, CEO von RNAnalytics.

RNAnalytics: Plattform in Entwicklung

Der Ansatz des Tullner Startups geht jedoch über einzelne Labortests hinaus, wie man mitteilt: Parallel zu den Toolkits entwickelt das Unternehmen eine Softwareplattform, in der die bei den Analysen entstehenden Daten zusammengeführt und automatisch ausgewertet werden können.

So entstehe ein umfassendes Bild der relevanten Qualitätsmerkmale eines RNA-Therapeutikums. Statt Messergebnisse aus unterschiedlichen Geräten und Tests einzeln auszuwerten, könnten Labore ihre Daten zentral verarbeiten, verschiedene Qualitätsparameter miteinander vergleichen und standardisierte Berichte erstellen. Die Kombination aus physischen Toolkits und Software soll damit einen bislang stark fragmentierten Analyseprozess in einen durchgängigen Workflow überführen.

„RNAnalytics setzt an einem sehr konkreten Problem in einem technologisch anspruchsvollen und stark wachsenden Bereich der Biotechnologie an. Besonders überzeugt uns der Ansatz, komplexe Laboranalytik durch standardisierte Toolkits zugänglicher zu machen und diese gleichzeitig in einer skalierbaren Softwareplattform zusammenzuführen“, erklärt Christian Laurer, Senior Investment Manager bei tecnet equity. „Die beiden Gründer:innen verbinden fundiertes wissenschaftliches Know-how mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen in der LNP-Analytik und einer überzeugenden Produktvision. Diese Kombination war für uns eine wesentliche Grundlage für das Investment in dieser frühen Phase.“

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