01.07.2024
PRÄBIOTIKUM

myBioma Balance: Wiener Biome Diagnostics bringt Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt

Mit dem Präbiotikum myBioma Balance macht das Wiener Startup Biome Diagnostics ein weiteres Geschäftsfeld auf.
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myBioma Balance: Biome Diagnostics-Founder Nikolaus Gasche und Barbara Sladek | (c) myBioma
Biome Diagnostics-Founder Nikolaus Gasche und Barbara Sladek | (c) myBioma

Mit einem Stuhlproben-Testkit zur Aufschlüsselung des Darm-Mikrobioms, das online bestellt und per Post versendet werden kann, startete das Wiener Startup Biome Diagnostics 2019 (damals unter dem Firmennamen myBioma). Der Plan ging aber von Beginn an darüber hinaus. Denn hinter dem Produkt steht jahrelange Forschung und Technologieentwicklung in einem komplexen biotechnologischen Feld.

Nach Stuhlproben-Testkit und Krebsdiagnostik kommt weiteres Geschäftsfeld

2021 benannte sich das Startup auf Biome Diagnostics um und myBioma wurde zur Marke unter dem Dach des Unternehmens, das mit Krebs-Diagnostik ein zweites Geschäftsfeld eröffnete. Nun wurde ein weiteres Produkt präsentiert: Das Nahrungsergänzungsmittel myBioma Balance. Dieses wird unter der bekannten B2C-Marke parallel zu den Stuhlproben-Testkits vertrieben.

Präbiotika: Pulver statt Unmengen Obst und Gemüse

Dabei handelt es sich um ein Präbiotikum in Pulverform. Präbiotika sind nicht verdauliche Nahrungsbestandteile, die das Wachstum und die Aktivität der nützlichen Darmbakterien stimulieren und sich somit positiv auf den Organismus auszuwirken. Sie kommen etwa in verschiedenen Obst- und Gemüsesorten vor.

Um die Darmflora mit unterschiedlichen Bakterien anzureichern, müsste man jedoch hohe Mengen an Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten verzehren, was für die meisten Menschen im Alltag oftmals nicht umsetzbar sei, heißt es vom Startup. Genau hier setze myBioma Balance an. „Wir bieten eine praktische Lösung, um diese wichtigen Nahrungsbestandteile in unsere tägliche Ernährung zu integrieren und aufzunehmen“, meint Biome Diagnostics-Mitgründerin Barbara Sladek.

myBioma will sich von der Konkurrenz absetzen

Mit dem in Österreich hergestellten Nahrungsergänzungsmittel will sich Biome Diagnostics von der Konkurrenz abheben. „Im Gegensatz zu vielen anderen Präbiotika auf dem Markt, kombiniert myBioma Balance verschiedene gut verträgliche Ballaststoffe, die antioxidativ wirken und die Darmgesundheit sanft unterstützen“, heißt es vom Startup. Die Formel aus Akazienfaser, Guarkernmehl, Wildheidelbeere und Ingwerwurzel soll für Menschen mit empfindlichem Darm besonders gut verträglich sein und das Immunsystem stärken.

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Der European Venture Sentiment Index deutet eine positive Entwicklung für das nächste Quartal an (c) Adobe Stock
(c) Adobe Stock

„Gute Zahlen, verhaltene Stimmung“ titelte brutkasten im Juli zur letzten Ausgabe des quartalsweise erscheinenden European Venture Sentiment Index (EVSI) von Venionaire Capital. Denn obwohl das Investment-Volumen in Europa im zweiten Quartal einen Rekordwert erreichte, fiel die im Indexwert aggregierte Stimmungslage zwar besser als ein Quartal zuvor erwartet, aber doch knapp negativ aus. Der nun erschienene EVSI für das dritte Quartal zeigt das umgekehrte Bild: Zwar ging das Investmentvolumen wieder zurück, die Stimmungslage übertrifft die Erwartung aus dem Vorquartal (4,4 Punkte; 5 ist neutral) aber deutlich und liegt mit 5,4 Punkten wieder knapp im positiven Bereich.

(c) Venionaire Capital

Die Stimmungsindikatoren im Detail: Getragen wurde die Verbesserung laut Venionaire vor allem von einer deutlich höheren Investor:innenaktivität, die gegenüber dem Vorquartal um 33,9 Prozent zulegte. Auch das Fundraising-Umfeld habe sich um 27,3 Prozent verbessert, die Qualität der Dealflows um 16,7 Prozent. Gleichzeitig gingen die Startup-Bewertungen um 6,4 Prozent und der Wettbewerb um Deals um 6,2 Prozent zurück.

Die aktuelle Prognose für das kommende Quartal ist mit dem neutralen Wert 5 wieder etwas verhaltener. Bei den konkreten Indikatoren erwarten die befragten Investor:innen aber weitreichende Verbesserungen, konkret ein Plus von 34,7 Prozent bei der Investor:innenaktivität, plus 10,6 Prozent bei Startup-Bewertungen, plus 8,2 Prozent beim Fundraising-Umfeld und plus 1,7 Prozent bei der Qualität des Dealflows. Lediglich beim Wettbewerb um Deals wird ein Minus von 8,8 Prozent erwartet.

Dealvolumen gesunken, aber deutlich über Vorjahresniveau

Das tatsächliche europaweite Dealvolumen sank im dritten Quartal zwar, wie erwähnt, im Vergleich zum Vorquartal, lag aber laut begleitender EVSI-Analyse dennoch deutlich über dem Vorjahresniveau. Demnach wurden europaweit 24,7 Milliarden US-Dollar investiert – ein Rückgang von 14,9 Prozent gegenüber Q2, aber ein Plus von 64,9 Prozent gegenüber Q3 2025. Die Zahl der Transaktionen sank gegenüber dem Vorquartal um 10,5 Prozent auf 864 Deals, lag damit aber weiterhin 1,1 Prozent über dem Vorjahreswert.

(c) Venionaire Capital

13,9 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 56,2 Prozent des gesamten investierten Kapitals entfielen dabei im dritten Quartal auf Late-Stage-Finanzierungen. Seed- und Angel-Runden stellten mit 521 Deals zwar weiterhin mehr als 60 Prozent aller Transaktionen, machten mit 1,8 Milliarden US-Dollar jedoch lediglich 7,4 Prozent des investierten Kapitals aus. Und ein weiteres spannendes statistisches Detail: Sowohl Deutschland (6,1 Milliarden US-Dollar) als auch Frankreich (5 Milliarden) überholten beim Dealvolumen im dritten Quartal das Vereinigte Königreich (4,9 Milliarden). Herausstechend waren dabei die Investments für Mistral AI mit 3,5 Milliarden US-Dollar, Helsing mit 1,8 Milliarden US-Dollar und Quantum Systems mit 1,2 Milliarden US-Dollar.

Venionaire-Chef Berthold Baurek-Karlic kommentiert: „Der europäische Venture-Markt entwickelt sich zunehmend auf zwei unterschiedlichen Bahnen. An der Spitze zeigt Europa eine größere Bereitschaft, strategische Technologien in großem Maßstab zu finanzieren, insbesondere in den Bereichen KI, Verteidigung und DeepTech. Europa wird immer besser darin, seine stärksten Unternehmen in großem Maßstab zu finanzieren, während die Finanzierung in der Frühphase nach wie vor eine größere Herausforderung darstellt.“ Das vierte Quartal werde „turbulent“. „Wir erwarten, dass zum Jahresabschluss jede Investorin und jeder Investor noch versuchen wird, Deals zu finalisieren.“

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